Aufruf und gemeinsamer Anreisetreffpunkt zum 1. Mai in Hamburg

Offizieller Aufruf des Revolutionärer Aufbau Bremen – RAB zum 1. Mai

Berlin, Athen, Kobane?
Der Kapitalismus beschert der Arbeiterklasse in Zentren und Peripherie schon immer einiges an Brutalitäten, seit Beginn der Krise hat sich dieser Umstand noch verschlimmert. In Athen sind seit Ausbruch der Krise mehr als 20.000 Menschen Obdachlos geworden, die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ist die höchste in Europa (53,5%) und auf der Flucht vor den schäbigen Lebensbedingungen in ihren Heimatländern, sterben tausende in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Deutschland hingegen konnte seit beginn der Krise seine Führungsrolle in Europa weiter ausbauen, ermöglicht wurde dies durch Angriffe auf die Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Klasse im Zuge der Agenda 2010, welche einen neuen Niedriglohnsektor geschaffen hat und uns zwingt noch jeden Job anzunehmen egal wie beschissen er ist.

Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft!
Weltweit gehen am 1. Mai Menschen auf die Straße und organisieren sich, um Verhältnisse abzuschaffen, in denen sie 40, 50, 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, doch das dort verdiente Geld kaum zum Leben reicht und einem für die Freizeitgestaltung jede Kraft fehlt, weil die Arbeit einen kaputt macht. All das für die Vermehrung fremdem Reichtums und nationalen Wachstums. In Deutschland hingegen organisiert sich der Großteil der Lohnabhängigen – wenn überhaupt – im sozialpartnerschaftlichen DGB. Sozialpartnerschaft? Das ist die nationalistische Ideologie welche das Verhältnis von Proletariat und Kapitalisten für ein eigentlich harmonisches hält, ganz nach dem Motto „Die einen brauchen Arbeiter und die anderen Arbeit passt doch super“.
Die permanente Abweichung von diesem Ideal erklären sich DGB Funktionäre entsprechend durch den schlechten Charakter einzelner Arbeitgeber und nicht durch das Prinzip dieses Verhältnisses. Das heißt nämlich Profit machen und wo es ums Kohle machen geht wird alles dahingehend optimiert das es wenig kostet und viel einbringt. die beiden Reichtums-quellen Arbeiter und Natur müssen dabei scheiße wegkommen und so erstaunen uns dann auch nicht die Massen an Hungerlöhnen, Arbeitsunfällen und Umweltverschmutzungen. Auch wenn einem auffallen könnte das der Kampf des DGB seit 70 Jahren der gleiche ist und scheinbar nie aufhört, also aufgrund der beständigen Angriffe von Staat und Kapital ein endloser ist, hat der DGB mit dem Mindestlohn jetzt eine neue Stufe an Arbeitgeberfreundlichkeit erreicht.

Die organisierte Arbeiterklasse bettelt beim Staat
Die Forderung nach einem Mindestlohn spricht Bände über den DGB und den Kapitalismus. Wer einen Mindestlohn fordert muss festgestellt haben, dass hierzulande Ausbeutung herrscht. Denn der hat festgestellt: Wenn die Kapitalisten die Wahl haben zahlen sie Löhne von denen man kaum Leben kann. Der muss außerdem feststellen, dass dann die Produktion nur wegen des Gewinns der Kapitalisten stattfindet und nicht um Bedürfnisse der Leute zu befriedigen. Und auf diese Feststellung – die Arbeiter sind Kostenfaktor dieser Wirtschaft und werden entsprechend behandelt – fällt den DGB Funktionären ein es bräuchte nicht die Abschaffung der Ausbeutung, sondern eine Untergrenze dafür! Und dann schaffen sie es noch nicht einmal die entsprechenden Löhne zu erkämpfen sondern geben ihre reformistische Unfähigkeit zu Protokoll und gehen zum Staat, er soll für sie den Mindestlohn durchsetzen1. Auch wieder ein Umstand der einen drauf bringen könnte dieses System abzuschaffen, wenn nicht einmal die organisierten Arbeiter ihre Forderungen durchsetzen können. Aber nein die DGB Funktionäre gehen beim Staat betteln.

Die Notwendigkeit des Klassenkampfs und der Standort
Nun gehört es leider zu den bitteren Notwendigkeiten der Arbeiter für den dauerhaften Erhalt unserer Klasse – also unserer Benutzung durchs Kapital – zu kämpfen. Schließlich sind wir innerhalb dieser Verhältnisse auf den Lohn als unser Mittel, zum Zugriff auf alle Dinge die man zum Leben braucht verwiesen. Und solange diese Verhältnisse bestehen, befinden wir uns in dem Widerspruch, einerseits für unseren Erhalt als Klasse kämpfen zu müssen, andererseits als Kommunisten gegen die Klassengesellschaft anzugehen. Und genau so werden auch alle Umstände, welche die Leute zur Organisierung in Gewerkschaften bringen, eigentlich nicht zum Argument für Gewerkschaften sondern zum Argument gegen diese Verhältnisse. Schon das man – zusätzlich zur Arbeit – noch einen Kampf um die Lohnhöhe führen muss um seine Reproduktion zu sichern spricht nicht für den Kampf um die Lohnhöhe sondern gegen ein System was uns solche Kämpfe aufnötigt. All die Angriffe auf unser Leben sprechen für die Organisierung, jedoch hauptsächlich gegen dieses System und – aus der Notwendigkeit heraus – gegen die besonderen Härten im Betrieb. Doch solange die Gewerkschaften und die in ihnen organisierten Arbeiter sich Gedanken um die Wirtschaftskraft ihres Standorts und die Nation im allgemeinen machen müssen sie Ohnmächtig bleiben, sind in die Standortkonkurrenz gestellt und hoffen glatt das sich „ihr Standort“ in der Standortkonkurrenz gegen den bspw. In China durchsetzt2. Solange man sich nichts anderes vorstellen kann als das ein Kapitalist investiert und einen für die Vermehrung seines Reichtums benutzt, solange bleibt man Ohnmächtig. Wenn man nicht mehr Ohnmächtig dem Kapital gegenüber sein will, dann darf man Arbeitsplätze nicht mehr zum höchsten gut erklären und muss seine Interessen Rücksichtlos gegen den nationalen Standort und die Kapitalisten durchsetzen.
Entweder man will Revolution dann kann man sich auch wehren oder man will Arbeitsplätze dann ist man Wehrlos weil man einen Zweck hat wo man Standortkalkulationen mitmachen muss!

Organisiert euch und kommt am 1. Mai um 18.00 Uhr zum Bf. Altona!
Wir treffen uns um 15:30 Uhr beim Infopoint Bremen Hbf und nehmen dann um 15:59 Uhr den Zug nach Hamburg!

Kampf dem Lohnsystem!
Für den Kommunismus!

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  1. Der Staat ist ideeller Gesamtkapitalist und macht es sich zur Aufgabe die Reproduktionsbedingungen des Kapitals möglichst günstig einzurichten. Beim Mindestlohn fallen die staatlichen Kalkulationen und die Überlegungen des nationalistischen DGB auch genau deswegen in eins. Beiden geht es um die Entlastung der Staatskassen. Zur Veranschaulichung hier nochmal die 10 Gründe des DGB für den Mindestlohn die eigentlich nichts mit unserer Armut aber viel mit dem vorankommen „unserer“ Wirtschaft zu tun haben https://www.mindestlohn.de/hintergrund/argumente/ [zurück]
  2. Die Gewerkschaften sind Vertreter ihrer nationalen Arbeiterklasse, und sichern Arbeitsplätze für die nationale Arbeiterklasse. Sie sind also Akteure der Standortkonkurrenz. Entsprechend kämpfen sie darum das bspw. Fiat nicht Opel übernimmt, weil sie fürchten dann würde Fiat eher italienische Arbeitsplätze retten und deutsche Arbeitsplätze Opfern, andersherum würde die deutsche Arbeitervertretung eher deutsche Arbeitsplätze retten und italienische Opfern. [zurück]

6 Antworten auf „Aufruf und gemeinsamer Anreisetreffpunkt zum 1. Mai in Hamburg“


  1. 1 Karl Marx lacht sich tot 28. April 2015 um 12:19 Uhr

    Habt ihr schon mal ein Buch aus dem 21. Jahrhundert gelesen?

  2. 2 Marxi Marx Superactionhero 28. April 2015 um 18:06 Uhr

    Und Marxi Marx sprach:

    „Ziehet freudig los, jeden 1. Mai den bratwurstfressenden DGB Arschlöchern, Markt- und Regierungsverantwortlichen zu zeigen wo des Arbeiters Hammer und Sichel hängen, und ihr sollet ihnen dabei ordentlich ins Bierzelt scheißen, um mir angemessen zu huldigen!“.

    (Das Anti-Kapital: Kapitel 1, Vers 3)

  3. 3 Karl Marx 28. April 2015 um 20:23 Uhr

    Statt irgendwas über Bücher ausm 21. Jahrhundert zu labern könntest dus mal kritisieren. Oder gehts dir bei Sachen nur darum wie sie geschrieben sind und nicht was drin steht?

  4. 4 fsdafasd 29. April 2015 um 0:07 Uhr

    sagenhaft für bremen, zerfleischen sich alle wieder gegenseitig im internet, ihr seit die babos heftig jaaaa!!!

    einfach mund halten und selber was machen/schreiben/organisieren, internettroll_innen wie euch beide (Karl Marx lacht sich tot & Marxi…) gibts genug.
    freu mich schon, sobald der „Bremen 1. Mai mit 50 Leuten“-Thread hier auf endof… ist!! ja kommt halts mund.
    geht mal lieber vegan containern und bleibt am besten in eurem mikrokosmus.

    und nein habe nichts mit der gruppe zu tun.
    Für den Kommunismus!

  5. 5 Ums Ganze Yo 29. April 2015 um 11:19 Uhr

    Mein Senf dazu:

    >>Wäre er es nicht schon, man müsste den 1. Mai in Berlin für tot erklären. Zugrunde gegangen zwischen Revolutionssimulation und Maibaumsause, protektionistischer Standortdemo und infantiler Regression, Myfest-Bespaßung und Arbeitsfetischismus. Erstickt nicht etwa an Passivität, sondern an Pseudoaktivität. Deshalb wäre der erste kritische Schritt die Weigerung am Teilnehmen. Nicht etwa, um mit dem Schweinesystem seinen Frieden zu schließen, sondern gerade um den Wahrheitsgehalt seiner Utopie zu retten, gilt es den 1. Mai als ritualisiertes Spektakel zu beerdigen um sein kritisches Potential wiederzubeleben. Schon der Form halber rufen wir deshalb dazu auf, bereits am 30. April der Notwendigkeit zur radikalen Veränderung des schlechten Bestehenden einen Ausdruck zu verleihen. Wir tun dies, nicht weil der 30. April ein besserer Tag ist, sondern weil die Überwindung des Kapitalismus viel zu wichtig ist, als das sie symbolisch auf den 1. Mai beschränkt bleiben darf.

  6. 6 schmocks 29. April 2015 um 17:17 Uhr

    marxi marx hat nur spaß gemacht und nicht die aktion kritisiert. also mal schön locker durch die hose geatmet!

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