„Aktive Mischszene in der Hansestadt“

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Der harte Kern der aktions- und gewaltbereiten rechten Szene hat sich in Bremen verfestigt. Das ist die Erkenntnis der dortigen Verfassungsschutzbehörde, die ihren Jahresbericht vorgelegt hat.

Ausgeprägt ist eine miteinander verknüpfte Mischszene zwischen parteigebundenen Kräften, neonazistisch organisierten Personen und einer aktionsorientierten subkulturellen Szene. Zu diesem Umfeld werden unverändert rund 110 Angehörige gezählt. Die NPD hat nur noch 30 Mitglieder und ist seit 2011 kontinuierlich weitgehend inaktiv. Bei der Europawahl brachte es die Partei auf 0,6 Prozent der Stimmen, wobei der Anteil in Bremerhaven höher war als in der Hansestadt. In Bremen hält die NPD zwei Kommunalvertreter in Stadtteilbeiräten, in Bremerhaven sitzt ein NPDler in der dortigen Stadtverordnetenversammlung. Die Worch-Partei „Die Rechte“ hat zwar eine Landesgruppe, aber keinen strukturierten Landesverband. Aktivitäten sind dennoch zu beobachten.

Zu organisierten Neonazis mit unverändert 30 Mitgliedern wird die überregional aufgestellte „Europäische Aktion“ gezählt. Auch die „Identitäre Bewegung“ ist in der Wesermetropole aktiv. Hooligans, Musikszene, rechtsgerichtete Skinheads, antiislamische Aktivisten bringen es auf rund 50 Angehörige, Tendenz leicht steigend. Dabei wandeln sich Gruppierungen. Aus der „German Defence League“ hat sich der Personenkreis „Infidels Deutschland – Sektion Nord“ entwickelt, aus der mit rockerähnlicher Hierarchie operierenden „Brigade 8“ nunmehr der Zusammenschluss „Nordic 12“ rekrutiert, wobei die „12“ nach eigenen Angaben für die Anzahl der Strahlen der schwarzen Sonne steht, einem Symbol der rechtsextremen Szene.

Für Bremer Rechtsrock stehen die Gruppen „Hetzjagd“, „Endstufe“, „Endlöser“ und „Strafmass“. Die Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ wird ebenso unverändert dem rechtsorientierten Spektrum zugerechnet. Sie tritt mit gewaltverherrlichenden Liedern in Erscheinung und trägt zum Zusammenhalt und zur Mobilisierung der Szene bei, die sich vielfach aus politisch rechtsaffinen Hooligans zusammensetzt. Unter dem Namen „Nahkampf“ wurde von „Kategorie C“ ein paralleles Musikprojekt wiederbelebt, das bereits 1997 in einem Interview seine Sympathie für den bewaffneten Arm von „Blood&Honour“, nämlich „Combat 18“, zum Ausdruck brachte.

Zur rechten Hooliganszene werden in der Hansestadt „Standarte Bremen“, „City Warriors“ und „Nordsturm Brema“ gerechnet. Dazu gesellen sich „Farge Ultras“. Allesamt haben sich auch an der „Hooligans gegen Salafisten“-Demonstration (HoGeSa) in Köln im vergangenen Oktober beteiligt, ebenso wie die Band „Kategorie C“ sowie Anhänger von „Brigade 8“, „German Defence League“ und Infidels. Große Teile davon reisten kurz darauf auch zu einer von Hooligans organisierten Kundgebung nach Hannover.

Mit dem Magazin „Ein Fähnlein“ kommt eine Publikation aus Bremen, die mit revisionistischen Themen den Nationalsozialismus verherrlicht. Macher aus diesem Umfeld nutzten im Vorjahr den Internationalen Tag des politischen Gefangenen für eine Plakataktion. Die Zahl der rechtsgerichteten Straftaten ist von 115 auf 152 angestiegen. Beim überwiegenden Teil handelt es sich dabei um Propagandadelikte. Die registrierten Gewalttaten haben sich von zwei auf vier verdoppelt.

Quelle: blick nach rechts

siehe auch
Schnarchalarm! VS-Bericht 2014