Herzlichen Glückwunsch Sportamt

Liebe „Besetzer_innen“ es ist euch hervorragend gelungen Besetzungen in Bremen als ein zahmes die bestehende soziale Herrschaft reproduzierendes und bestätigendes Spektakel zu präsentieren.

Euer gemeinsames Handeln hat den Beweis erbracht das viele Menschen zu mobilisieren sind wenn es darum geht sich im identitären Charme einer Besetzung zu verkleiden der ihr leider schon im Vorfeld die Zähne für eine sozial revolutionäre Veränderung im hier und jetzt abgebrochen habt.

Es bleibt zu hoffen das es dabei nicht bleiben wird. Das doch irgendwann der Griff nach der ganzen Bäckerei das betteln um kleine Krümel ersetzen wird.

Die bisher ausgebliebene radikale Kritik an eurem Treiben beweist die Schwäche eines ohnehin nicht sehr großen herrschaftskritischen Milieus in Bremen und das ein langer Weg in eine andere Richtung noch bevorsteht. Hin zu einer vielfältigen Bewegung welche sich ernsthaft auf den Weg macht aus den heutigen Trümmern in eine zukünftige Gesellschaft in der unter anderem die eigene Freiheit dort beginnt wo die anderer Menschen beginnt und dort endet wo die anderer Menschen endet.

Mit dem Ziel einen „sozialen Krieg“ zu beenden von dem ein Großteil der Menschen sowie Tiere betroffen sind und der droht die natürlichen Grundlagen allen Lebens zu vernichten oder zu vergiften – sich einer Teilnahme an diesem zunehmend konsequent verweigernd.

„Eine Bewegung, die fähig ist Theorie und Praxis vorwärts zu bringen, ohne ein Podium für die Ambitionierten zu errichten. Wo die Gründe für die Aktionen durch Bücher, Zeitungen, Plakate, Flugblätter und von allen von der Bewegung voran gebrachten Theorien in ihrer Gesamtheit ausgedrückt werden. Wo die Leidenschaften der Ideen durch Demonstrationen, Sabotagen, Bränden, Attacken und von allen von der Bewegung voran gebrachten Praktiken ausgedrückt werden.“ (Quelle: Namenlos – Edition irreversibel)1

Für einen Aufbruch in eine neue Besetzungsbewegung die den Bruch mit dem Bestehenden sucht, statt die „eigenen“ 4 Wände. Solidarität mit den Besetzer_innen der Breiten Straße2, es lebe die Unruhe3!

Kein Frieden mit Autorität und Herrschaft!

Aufstand statt Spektakel!

Links:
de.contrainfo.espiv.net
unruhen.org/links
non-fides.fr
austausch.noblogs.org

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  3. http://unruhsquat.blogsport.de/ [zurück]

2 Antworten auf „Herzlichen Glückwunsch Sportamt“


  1. 1 "radikale kritik"? 06. Juni 2015 um 14:13 Uhr

    ich kann die mühsam zurückgehaltene wut der schreibenden person(en?) nicht wirklich nachvollziehen, oder genauer: mir fehlt es in diesem posting an konkreter kritik, also etwas, das nicht nur aus schmähungen besteht, sondern eine beurteilung des gegenstandes anhand von eigenschaften und maßstäben versucht, mit denen eine auseinandersetzung möglich wäre.

    da der text selbst keine solche eigenschaften und maßstäbe nennt, versuche ich es mal mit ein paar eigenen überlegungen, was die schreibende(n) person(en) möglicherweise gemeint haben könnten:
    sicher, zu einer wirklichen besetzung kam es beim sportamt gar nicht – jedenfalls soweit ich weiß – denn der laufende vertrag war während der ausgerufenen „besetzung“ ja noch gar nicht abgelaufen und die betreibergesellschaft hat eingelenkt, ehe es dazu kam. es war aber eine klare erklärung gegenüber der stadt und den betreiber*innen, dass die projekte im sportamt nicht tatenlos zusehen würden, wie sie gegangen werden.

    ist das ein problem? und wenn ja, weshalb? was hätte besser geschehen sollen? aus meinem blickwinkel kann ich erstmal kein wirkliches problem erkennen. offenbar ging es den menschen, die die besetzung ausgerufen hatten, darum, die aktivitäten und projekte, die im sportamt untergekommen sind, fortführen zu können – nicht mehr und nicht weniger. d.h. es ging um die fortsetzung der aktivitäten, die dort bereits stattfinden; die besetzung war also ein mittel zur durchsetzung dieses ziels und nichts, was es für die nutzer*innen um jeden preis um seiner selbst willen zu vertedigen galt.

    erinnern wir uns: das sportamt kam ursprünglich durch verhandlungen mit stadt und zwischenmietzentrale zustande, nicht durch eine besetzung. das bedeutet vermutlich, dass die betreiber*innen zu der zeit andere projekte wichtiger fanden/finden als eine möglichst kompromisslose besetzungspolitik. umso erfreulicher, dass dann auch noch angemessene aktionsformen kennen, wenn die gegenseite nicht länger bereit ist, verhandlungen zu führen.

    während ich durchaus einiges kritikwürdiges an der gentrifizierungsfunktion der zwischenmietkonzepte finde, kann ich an direkten aktionen zum fortbestand bestehender orte erstmal nichts falsches finden, auch wenn sie mit einer grundsätzlichen bereitschaft verbunden sind, verhandlungen zu führen.

    diese art, kleine verbesserungen oder zugeständnisse im eigenen alltag zu erkämpfen ist kein widerspruch zu radikaler politik, es ist genau deren grundlage. sie steht auch nicht notwendigerweise im widerspruch zu einer politik kompromissloser autonomie an anderen stellen. beides könnte einander sinnvoll ergänzen und so auch mehr menschen den zugang zu radikaler politik ermöglichen. die beendigung des sozialen krieges werden wir jedenfalls nicht erreichen, indem wir kämpfe um kleine verbesserungen des konkreten sozialen lebens hochmütig ignorieren oder gar schmähen, weil sie nicht ganz und gar kompromisslos sind. kompromisslosigkeit verkommt zur unpolitischen, identitären geste, wenn sie unsere jeweiligen konkreten bedingungen, bedürfnisse und ziele nicht berücksichtigt.

    ok, es bleibt also unklar, was der text oben den sportamt-besetzer*innen eigentlich vorwirft. zumindest nennt er aber recht deutlich, was er will: eine neue besetzungsbewegung, die den bruch mit dem bestehenden sucht. klingt für mich erstmal nach einem wünschenswerten ansatz. was aber bedeutet das genau, wie hat (haben) die schreibende(n) person(en) das gemint? welche vorschläge hat (haben) sie dazu? und geht das nur ohne das sportamt? nur im widerspruch zu kämpfen, die nicht ganz und gar kompromisslos sind?

    ich wüsste nicht weshalb. ich wüsste nicht einmal, weshalb das eine im widerspruch zum anderen stehen sollte und wie uns elitäre abgrenzung im kampf um die beendigung des sozialen krieges von oben weiterhelfen soll.

    überhaupt: kritik gerne, aber dann doch bitte so, dass eine auseinandersetzung um konkrete fragen und taktiken möglich ist. unsolidarisches angepisse führt uns in unseren auseinandersetzungen um richtige und falsche ansätze nicht weiter, sie pflanzt nur unnötige spaltpilze in die szene. ganz besonders sinnlos ist es, die politik anderer verbalradikal zu kritisieren ohne die eigenen vorstellungen voranzutreiben.

    für bessere zeiten
    eine echte kritik
    und radikale leidenschaften

  2. 2 Adressaten korrigieren! 08. Juni 2015 um 18:33 Uhr

    Ja sowas, eine sozialrevolutionäre Wut in Bremen.
    super.
    ähm, tragen wir die doch besser auf die Strasse gegen die ganzen Verhältnisse, die Mieten die Löhne, die Jobcenter, die ZASt, gegen die Erpressung der GriechInnen durch den Fiskalpakt der auch ganz Europa betrifft.
    Wenn so eine klassische Form der Nische beibehalten werden kann, auch ohne viel Stress, ist doch gut.
    Das ist eben eine Nische, ein Treffpunkt.
    Was soll der Geiz?

    Mal schauen, wie sich die Bremer Politik und die Lage in nächster Zeit entwickelt. Sicher nicht zu mehr Sonnenschein. Härtere Bandagen werden schon kommen

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