„Uni setzt Souterrain vor die Tür“

kopiert aus dem Weser Kurier

Studentenprojekt droht Aus

Aus Protest gegen die Schließung des studentischen Kulturraums „Souterrain“ sind Studierende der Universität Bremen am vergangenen Montag demonstrativ mitten in die sogenannte Glashalle umgezogen.

Denn dem Kulturprojekt, das seit mehr als drei Jahren unter dem Namen Café Kultur bestand, wurde seitens der Universität die Nutzungserlaubnis entzogen, heißt es in einer Pressemitteilung der „Souterrain“-Organisatoren.

Das Rektorat der Universität Bremen begründet die Maßnahme mit bau- und betriebssicherheitsrechtlichen Bedenken. Das bestätigt Uni-Sprecher Eberhard Scholz auf Nachfrage: „Der Bereich wird zwingend als zweiter Fluchtweg für den Theatersaal benötigt.“ Eine wie auch immer geartete Nutzung der bisher verwendeten Räumlichkeiten sei ausgeschlossen.

Der Protest der Studierenden richtet sich insbesondere gegen die sofortige Schließung, ohne eine vorherige Abstimmung mit der Studierendenvertretung Asta oder den Organisatoren. Laut Scholz hingegen hat Kanzler Martin Mehrtens sehr wohl Kontakt zu Asta-Vertretern aufgenommen. „Dieses Gespräch hatte aber nur Informationscharakter – wir wären gerne in die Entscheidungsfindung eingebunden worden“, erklärt Asta-Mitglied Dominik Koos.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein Ort, der großen Teilen der Studierendenschaft als Raum zum Entspannen, gemeinsamen Lernen und Diskutieren ans Herz gewachsen ist, nach über drei Jahren von heute auf morgen geschlossen werden muss“, bemängelt Lisa Gieseke, Kulturreferentin des Asta. Mit einer Pressemitteilung meldete sich auch Miriam Strunge, hochschulpolitische Sprecherin der Bremer Linken, zu Wort: Sie fordert von der Unileitung „ein klares Ja zum Erhalt“ des Kulturraums.

Um eine ersatzlose Schließung soll es laut Scholz gar nicht gehen. „Der Uni-Kanzler hat zugesagt, sich um Ersatzräumlichkeiten zu kümmern“, erklärt der Sprecher. Mehrtens gehe davon aus, dass bis zum Ende des Sommersemesters eine Lösung gefunden worden sei. Laut Koos zeige sich der Organisationskreis des „Souterrain“ diesbezüglich durchaus kompromissbereit, „wir sehen allerdings nicht, woher man solch einen Raum nehmen will“. Wichtig sei ihnen insbesondere ein nahtloser Übergang – und vor allem der Dialog.

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siehe auch
Souterrain vor dem Aus? Erklärung zur Schließung des Souterrain