VA: „Pulling the race card“

Montag, 20. Juli 2015 | 19.30 Uhr | Kulturbunker (Berlinerstr. 22C)

Pulling the race card:
Zusammenbringen, was nicht zusammen gehört

Rassismus bedroht Menschen – in Ferguson oder bei Drogentests deutscher Polizisten an Leuten, die in der rassistischen Vorstellung einfach so aussehen, als müssten sie Drogen dealen („Racial Profiling“). Etwas gegen Rassisten zu haben und im Zweifelsfall auch gegen sie auf die Straße zu gehen, ist in Zeiten von einer kleinen, aber lauten Pegida-Bewegung auch in der bürgerliche Mitte wieder angesagt.

Anti-Pegida-Demonstranten haben etwas gegen Rassismus, aber sie kritisieren ihn nicht richtig und teilen ihn im Zweifelsfall sogar. Was ins Visier gerät, ist der ganz offensichtliche Rassismus von rechts außen – dass die meisten links davon mit der Idee einer pluralen Gesellschaft, mit Integrationsvorschlägen oder auch mit aktivem Antirassismus rassistischer sind, als sie denken, soll in auf dieser Veranstaltung nachgewiesen werden. Denn fast alle gehen von gegebenen oder gemachten Unterschieden aus, die die Menschen irgendwie auszeichnen würden – auch die Critical Whiteness unterscheidet sich in diesem Punkt nicht. Es wird gedanklich zusammengefasst, was überhaupt nicht zusammengehört.

Ob an Hautfarbe, Kultur oder Lebensstil festgemacht: Stets werden Leute zu Gruppen zusammengefasst, die angeblich entscheidende Eigenschaften teilen würden. Die angeblichen, gemeinsamen Eigenschaften werden als in der Natur oder Kultur liegend, jedenfalls ziemlich feststehend vorausgesetzt, es werden daran aufgemachte Kollektivsubjekte zueinander ins Verhältnis gesetzt und es werden Schlüsse daraus gezogen, was die Träger dieser Eigenschaften als Repräsentanten dieser Gruppen (nicht) dürfen oder wie sie sich verhalten sollen, Zu diesem gedanklichen Fehler kommt hinzu, dass das die Affirmation von einer gewalttätiger Sortierung bedeutet. Denn auch wenn der Rassismus Größeres im Sinn hat als nationale Einheiten, teilt und bestätigt er heute die vollzogene Einsortierung der Menschen inVölker und Nationen. Deswegen bleibt auch bei aller Antidiskriminierungspolitik von Staat und Kapital der Rassismus von oben wie von unten aktuell.