GEMEINSAM GEGEN DEN KRIEG

SOLIDARISCH KÄMPFEN FÜR ROJAVA UND PROGRESSIVE BEWEGUNGEN IN DER TÜRKEI!

Mittwoch, 29. Juli 2015| 19 Uhr | Paradox

Wie die meisten von euch wohl mitbekommen haben, sind die türkische Regierung und das Militär jetzt zum offenen Angriff gegen linke und kurdische Bewegungen übergegangen. Es gab bereits Tote und Verletzte
durch türkische Bombardierungen und Polizeimaßnahmen in der Türkei und im Nordirak. Gleichzeitig läuft in der Türkei eine massive Verhaftungswelle gegen kurdische und gegen linke Strukturen, davon sollen etwa 2000 Menschen betroffen sein, diverse kurdische Internet-Medien wurden gesperrt und verboten.

Es geht darum, die Zerschlagung progressiver Bewegungen in der Region zu verhindern. Mit dem Strategiewechsel der westlichen Mächte, wie er an dem jüngsten Abkommen Türkei/USA zu erkennen ist, sind das kurdische
Selbstverwaltungsprojekt Rojava und der demokratische Autonomieprozess in Nordkurdistan (Türkei) akut bedroht.

Um diese Gefahren abzuwenden, müssen wir als radikale Linke jetzt hier handeln. Um öffentliche Empörung gegen die veränderte Strategie des Westens zu entfachen und so den Preis für die neue geopolitische Rollenverteiliung zwischen der Türkei und dem Westen in die Höhe zu treiben.

Angesichts dieser Situation – und egal, ob ihr bisher schon in der Soli-Arbeit zu Rojava aktiv wart oder nicht – laden wir euch ein, zusammen zu überlegen, wie wir hier solidarisch aktiv werden können:

Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen


1 Antwort auf „GEMEINSAM GEGEN DEN KRIEG“


  1. 1 Inzwischen kam es zu ersten Angriffen auf Rojava 28. Juli 2015 um 15:01 Uhr

    Gestern kam es zu ersten Angriffen des türkischen Militärs auf Rojava. Damit bewahrheitet sich eure obige Einschätzung, kaum dass sie verfasst wurde. Es ist dringend nötig, dass wir hier schnell handeln und nicht nur „für uns“ demonstrieren, sondern versuchen, auch die bürgerliche demokratische Öffentlichkeit zu mobilisieren. Das zeigen auch die Ergebnisse des heutigen NATO-Treffens: Wenn in den nächsten Tagen und Wochen in den westlichen Ländern kein öffentlicher Druck erzeugt wird, werden diese Staaten dem nun einsetzenden Krieg und Terror des türkischen Staates gegen linke Kräfte im Innern, die kurdische Befreiungsbewegung und auch das revolutionäre Rojava die Augen verschließen. Um ihnen dabei nicht zur Hand zu gehen, müssen wir etwas unternehmen!

    Hier die Erklärung der Selbstverteidigungskräfte Rojavas zu den gestrigen Angriffen des türkischen Militärs, die auch durch die von den etablierten Medien gerne zitierten Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigt wurde (Repräsentanten des türkischen Staates hatten abgestritten, dass es auch zu Angriffen auf Rojava gekommen war):

    *Erklärung zu Angriffen der türkischen Armee gegen YPJ/YPG- und
    FSA-Stellungen in der Nähe von Kobanê*

    YPG
    An die Medien und die Öffentlichkeit

    Anweisung 20150726
    Generalkommandantur:
    Erklärung zu Angriffen der türkischen Armee gegen YPJ/YPG- und
    FSA-Stellungen in der Nähe von Kobanê

    KOBANÊ, Rojava (26. Juli 2015) – Am 24. Juli gegen 4:30Uhr beschoss die türkische Armee mit schweren Panzern Stellungen der Frauen- und Volksverteidigungskräfte (YPJ/YPG) und der Freien Syrischen Armee (FSA) im Westen von Kobanê, im Dorf Zormikhar, direkt gegenüber des von Terroristen besetzten Dorf Jarabulus. Bei diesem Angriff wurden vier Kämpfer der FSA und mehrere Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner verletzt.

    Heute, gegen 22:00 Uhr beschoss die türkische Armee dasselbe Dorf erneut mit rund 7 Panzerngranaten.

    Um 23:00 Uhr kam eines unserer Fahrzeuge im östlichen Kobanê (westlich von Tel Abyad) im Dorf Til Findire unter schweren Beschuss durch das türkische Militär.

    Anstatt auf von IS-Terroristen besetzte Positionen zu zielen, greifen türkische Truppen unsere Verteidigungspositionen an. Dies ist nicht die richtige Einstellung. Wir fordern die türkische Führung auf, dieser Aggression Einhalt zu gebieten und internationalen Richtlinien zu folgen. Wir fordern die türkische Armee auf, den Beschuss unserer Kämpferinnen und Kämpfer sowie unserer Positionen sofort einzustellen.

    Generalkommandantur der Volksverteidigungseinheiten (YPG)
    Kommandantur Kobanê – 26. Juli 2015

    Quelle: http://ypgrojava.com/en/

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