Mobiveranstaltung: Aktionstage gegen Urantransporte

Info- und Mobi-Veranstaltung mit einem Aktivisten vom Anti-Atom-Büro Hamburg

Dienstag, 8. September 2015 | 19.30 Uhr | Lagerhaus

Tag X ab dem 13. September in Bremen und anderswo

Der sogenannte Atomausstieg ist beschlossen – Atompolitik kein Thema mehr? Täglich fahren Atomtransporte quer durch die Welt – auch durch Hamburg, Bremen, Köln und weitere Städte in Nord- und Westdeutschland – um die Atomindustrie mit neuem Brennstoff zu versorgen. Uran wird abgebaut, umgewandelt, angereichert, in Brennelemente gepresst, zu Atomkraftwerkentransportiert. Diese Transporte sind zugleich die Achillesferse der Atomindustrie – ohne Atomtransporte könnten Atomkraftwerke nicht laufen.
Weil wir immer noch einen weltweiten, sofortigen Atomausstieg wollen, rufen wir zu Streckenaktionen beim ersten bekannten Urantransport nach dem 13. September auf!

Atomtransporte stoppen!

Warum ist es so wichtig, diese Atomtransporte zu verhindern? Um den noch ewig weiter laufenden Atomfabriken in Deutschland und weltweit den Saft abzudrehen! Und welche Rolle spielen die beiden deutschen Atomfabriken dabei? Der sehr aufwändige und technisch anspruchsvolle Prozess der Urananreicherung wird weltweit nur in einem Dutzend Anlagen betrieben.
Diese Anlagen sind von höchster militärischer Brisanz, weil sie Uran 235 nicht nur für die AKW auf einen Anteil von 3-5% anreichern, sondern durch eine Verlängerung des Prozesses auch atomwaffenfähiges Material produzieren können. Und hier kommt in Deutschland die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau ins Spiel: deren Laufzeit ist unbegrenzt – also nix mit Atomausstieg!

Bis auf die Anlagen in Gronau (Deutschland), Almelo (Niederlande) und Tokai (Japan) sind die Urananreicherungsanlagen alle im Besitz von Atommächten. Über den Hamburger Hafen werden sowohl die Urananreicherungsanlage der Firma Urenco im westfälischen Gronau als auch die Anlage im niederländischen Almelo beliefert. Dabei erzeugt die Anlage in Gronau rund 10% der weltweit produzierten Menge an angereichertem UF6. Sie kann mehr als 30 AKW versorgen und stellt damit die mit Abstand wichtigste deutsche Atomanlage dar. Das wollen wir stoppen!

Weiter gibt es noch die Brennelementefabrik in Lingen. Hier gilt das gleich wie für die UAA Gronau: sie kann noch ewig laufen, es gibt keinen Ausstieg! Lingen ist die einzige deutsche Brennelementefabrik; sie gehört zum Atomkomzern AREVA. Ein Großteil der dort produzierten Brennelemente wird in Europa eingesetzt und gar nicht nach Übersee verschifft, zumal Areva in Ritchland (USA) eine weitere Fabrik für den amerikanischen Markt betreibt. Zwischen der AREVA Brennelementefabrik in Lingen und ihrer Schwesterfabrik im amerikanischen Ritchland fanden innerhalb von 18 Monaten (zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 1. Mai 2014) zwanzig Transporte von Uranpellets und angereichertem Uranoxid (UO2) statt.Weitere Transporte von Brennelementen durch Hamburg und Bremen finden von zwei weiteren Atomkonzernen und Brennelementefabriken statt: von Westinghouse (Vesteras/ Schweden) und Tenex (Elektrostal/Russland).

Alles muss mensch selber machen – auch den Atomausstieg!
Macht mit, werdet aktiv!
Atomtransporte in und durch Bremen stoppen!

Wir wollen im September 2015 mit möglichst vielen Anti-Atom-Gruppen und Aktiven versuchen, einen Transport gemeinsam anzugehen und jeweils bei Durchfahrt des Schiffes/Zuges in verschiedenen Orten etwas zu machen. Das kann ein Transparent an einer Brücke sein, eine kleine oder große Mahnwache, Flugblätter verteilen im Bahnhof, eine Streckeninspektion entlang der Gleise, eine gemeinsame Zugbeobachtung mit Journalist*innen oder vieles anderes. Passt auf euch und andere auf und sorgt für eure Sicherheit.

Als Termin haben wir uns den ersten Transport ab dem 13. September ausgesucht. Tag X ist die Ankunft eines Atomtransportschiffes im Hamburger Hafen. Von da aus geht’s weiter mit der Bahn über Bremen, Münster und Köln nach Frankreich. Sobald bekannt ist, ob in Hamburg Uran entladen wird/wurde, wird der Urantransport-Alarm ausgelöst. Es wird dann einen Anlaufpunkt am Bahnhof Bremen-Mahndorf (Endstation der Linie 1) geben ab 18:00h. Nähere Infos folgen – achtet auf Ankündigungen!

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