Freiheit für Charlotte und Nora!

Die Situation von Geflüchteten in der ‪Türkei‬ ist grauenvoll: Sie, meistens aus Syrien und dem Irak, haben in der Mehrzahl nicht den Rechtsstatus von „Flüchtlingen“ sondern von „Freunden“. Das klingt nett, ist aber das Gegenteil davon. „Freunde“ dürfen sich zwar in der Türkei aufhalten, haben aber nicht das Recht legal zu arbeiten, erhalten keine Leistungen vom Staat und werden in „Camps“ eingesperrt. Der türkische Staat, wirtschaftlich stark angeschlagen, versucht seine ökonomische Situation zu verbessern indem er Tausende, darunter viele Kinder, so in elendigste illegale Arbeitsverhältnisse zwingt. Massenhafte Kinderarbeit, Hunger und Wohnungslosigkeit sind die Grundlage, auf der es Teilen der türkischen Wirtschaft auch in der Krise gelingt doch noch Profit zu machen. So ist es verständlich das viele der Geflüchteten versuchen aus der Türkei zu entkommen. Angegriffen werden sie dabei von der Polizei und türkischen FaschistInnen, die alles unternehmen zu versuchen diese Situation aufrecht zu erhalten.
Doch es gibt auch Widerstand und Solidarität! Wie am 21. September, als sich erneut eine große Gruppe von Geflüchteten auf dem Weg von Esenler bei Istanbul nach Edierne nahe der griechischen Grenze machte. Bei ihnen war eine Gruppe von Freund*innen und Genoss*innen um sie zu unterstützen.
Wie öfters leider wurden die Geflüchteten von der Polizei angegriffen und festgenommen, die Mehrzahl der Geflüchteten erneut in „Camps“ eingesperrt. Unter den hier festgenommenen befanden sich auch Unterstützer*innen, eine*r mit französischer Staatsbürgerschaft und eine*r mit deutscher, Charlotte und Nora. Beide werden seitdem vom türkischen Staat und der rechten türkischen Presse öffentlich vorgeführt. Bilder ihrer Ausweise wurden in der Zeitung und im Fernsehen veröffentlicht. Ihnen wird vorgeworfen Spione „fremder Mächte“ zu sein, die sowohl für die Revolte im Gezi-Park als auch jetzt für die verzweifelte Kämpfe der Geflüchteten in der Türkei verantwortlich seien. Denn, so türkische rechte Medien und Staat einhellig, „echte Türken“ würden sich weder an Protesten gegen die türkische Regierung beteiligen noch solidarisch mit Geflüchteten sein.
Der türkischen Justiz ist aber nicht gelungen Charlotte und Nora irgendetwas anzuhängen. Sie werden deswegen, ein Lücke in der türkischen Gesetzgebung ausnutzend, seitdem in Abschiebehaft gehalten ohne abgeschoben zu werden. Auch der direkte Kontakt zu ihren Freund*innen, Genoss*innen und Anwält*innen wird ihnen versagt.
Solidarität ist eine Waffe:
Nieder mit dem türkischen Staat, seiner nationalistischen Politik und den von ihm gestifteten rassistischen, ausbeuterischen Verhältnissen!
Kampf den türkischen FaschistInnen!
No Borders, no Nations, Bewegungsfreiheit für alle Menschen, weltweit!
Freiheit für Charlotte und Nora, für alle unsere Freund*innen und Genoss*innen!

siehe auch
bianet.org: Sınırdışı Kararına Rağmen, 2 Gün Daha Kumkapı‘da Bekletilecekler
gocmendayanisma.org: A Needed Declaration About Our Clients Taken Under Custody During the March of Syrian refugees
gocmendayanisma.org: SOLIDARITY IS NOT A CRIME, IT IS THE COURTESY OF PEOPLE!
ntv: Deutscher in Türkei droht Abschiebung
Deutsch-Türkische Nachrichten: Türkei nimmt Deutsche wegen Anstachelung zu Unruhen fest


2 Antworten auf „Freiheit für Charlotte und Nora!“


  1. 1 recherche 30. September 2015 um 23:31 Uhr

    und was ist mit freiheit für Abdalsalam S., Ali F., and Mohammed F., die bei gleicher Gelegenehit inhaftiert wurden? (http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/09/518296/tuerkei-nimmt-zwei-deutsche-wegen-anstachelung-zu-unruhen-fest/)

  2. 2 qwfqwf 01. Oktober 2015 um 13:43 Uhr

    die wurden bereits gleich nach der Festnahme „freigelassen“ respektive in die o.g. Camps zurück gebracht.
    Charlotte und Nora wurden übrigens gestern (30.09.2015) u.a. auf Grund von Druck von außerhalb der Türkei, abgeschoben. D.h. sie sind draußen.

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