„Pegida-Anhänger bedrohen Schüler aus Bremen“

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Dümmer geht immer: Bei der Pegida-Kundgebung am Montagabend in Dresden ist es zu Beschimpfungen und Beleidigungen von Schülern gekommen, die aus ganz Deutschland zu einem Jugendtheaterfestival angereist waren.

Dabei spielten sich wieder einmal hässliche und beschämende Szenen im Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt ab. Die CDU/SPD-Landesregierung zeigte sich entsetzt über den neuerlichen Tiefpunkt im Auftreten der angeblich besorgten Bürger. Sie entschuldigte sich anschließend bei den Elf- bis 17-Jährigen, darunter auch Schüler aus Bremen und Niedersachsen, für die Pöbeleien der Fremdenhasser und selbst ernannten Abendlandretter.

5000 Pegia-Anhänger demonstrieren

Am Montag waren nach längerer Zeit wieder mehr als 5000 Pegidisten in der Dresdner Innenstadt, von denen etliche wie bei vorangegangenen Treffen üblich Politiker als „Volksverräter“, Kanzlerin Merkel als „Hure“ oder Medien als „Lügenpresse“ beschimpften.

„Unsere Gastfreundschaft wurde von Pegida-Demonstranten mit Füßen getreten. Wir verurteilen die Angriffe auf Euch zu tiefst. Es ist beschämend und spricht Bände für emotionale Armut und Kleingeistigkeit dieser Menschen, die Euch bedroht haben“, heißt es in einem Offenen Briefs des Sächsischen Kultusministeriums an die Kinder und Jugendlichen, die an dem Schultheater-Treffen teilnehmen, das eines der größten in Europa ist.

Als die Schüler am Montagabend nach der letzten Aufführung aus dem Schauspielhaus kamen, wurden sie sofort von Pegida-Teilnehmern angepöbelt, die in der Nähe ihre seit Oktober 2014 übliche Kundgebung abgehalten hatten. Kinder mussten sich Gebrüll anhören wie „Euch kriegen wir auch noch“ oder „Geht erstmal arbeiten“. Pegida-Anhänger sollen Kinder geschubst und bedrängt haben. Auch der bei Neonazis übliche Spruch „Wer Deutschland nicht liebt, muss Deutschland verlassen“ wurde geschrien. Mädchen wurden angebrüllt: „In 15 Jahren tragt ihr alle Kopftuch.“

Für Gegendemonstranten gehalten

Offenbar hatte ein Teil der Pegida-Anhänger die Schüler für Gegendemonstranten gehalten und sofort losgepöbelt. Ein Mitarbeiter des Kultusministeriums, der das eine Woche dauernde Festival mitorganisiert hatte, meinte anschließend, einige der Pegidisten hätten sich vor den Kindern aufgebaut, sich Handschuhe übergezogen und bedrohlich mit ihren Fahnenstangen geklopft.

Die Szenen seien beängstigend und abstoßend gewesen. Ein Teil der Schüler reagierte und rief daraufhin: „Nazis raus!“ Schließlich mussten Polizisten dazwischen gehen, um Übergriffe der Pegidisten zu verhindern. „Das ist das Furchtbarste, was ich je erlebt habe“, meinte anschließend eine Schülerin. „Wo ist hier Dresden? Wo ist die Gegendemo?“, fragte eine andere.

Pegida-Anführer Lutz Bachmann, ein mehrfach vorbestrafter Drogenhändler und Einbrecher, sagte laut „Sächsischer Zeitung“: „Es ist nie zu diesem Vorfall gekommen.“ Da er im Dresdner Polizeibericht nicht erwähnt wurde, sei er eben auch nicht passiert.

Laut Polizei werden im täglichen Bericht aber nur Unfälle, Straftaten oder Personenfestnahmen aufgelistet. Dass es etliche Augenzeugen für die Pegida-Pöbeleien gegen die Kinder gebe, interessiere ihn nicht. „Das ist mir scheißegal“, so Bachmann. Er behauptete, es sei ganz anders, nämlich umgekehrt gewesen: Die Kinder hätten Pegida provoziert.

Quelle: Weser Kurier