UPDATE: Naziaufmarsch Wilhelmshaven

Wie bereits berichtet haben Wilhelmshavener Nazis („Wilgida“) am 7. November zu einer Kundgebung gegen „Asylmissbrauch und Masseneinwanderung“ aufgerufen.
Deshalb ruft der Antifaschistische Anker WHV zur Antifaschistischen Kundgebung auf. Diese beginnt um 12 Uhr auf dem Parkplatz der ehemaligen Hauptschule Nogatstraße.

Kommt alle nach Wilhelmshaven!
Make Love & Fight WILGIDA!

Anreise aus Bremen:
Aus Bremen wird es eine gemeinsame Zuganreise geben. Treffpunkt ist der Infopoint im Haupttbahnhof um 9:40 Uhr. Wir nehmen dann den Zug um 9:53 Uhr von Gleis 3.

Anreise aus Oldenburg:
Aus Oldenburg wird es ebenfalls eine gemeinsame Zuganreise geben. Treffpunkt ist der Oldenburger Hauptbahnhof um 10:15 Uhr. Wir nehmen dann den Zug um 10:36 Uhr von Gleis 5.


1 Antwort auf „UPDATE: Naziaufmarsch Wilhelmshaven“


  1. 1 Mit Tattoo-Model und Boxenluder gegen Flüchtlinge 07. November 2015 um 19:39 Uhr

    Innerhalb der fremdenfeindlichen Bewegung behaupten sich Frauen. Sie kommen aus Neonazi-Parteien, rechten Gruppen und sind mitnichten so bürgerlich, wie sie sich darstellen.

    Eine Frau bereitet Wilhelmshaven Unbehagen. Denn am 7. November soll in der Stadt am Jadebusen die erste Kundgebung „gegen Asylmissbrauch“ stattfinden. Anmelderin Vanessa Stindt aus Wittmund will unzufriedene Deutsche mobilisieren. Unterstützt wird sie dabei von der Neonazistin Daniela Bliesener, die zur Zeit häufig gemeinsam mit der Bruderschaft „Nordic 12“ in Erscheinung tritt. Oft laufen regionale Anti-Flüchtlingsinitiativen inzwischen über den Namen von Frauen, die gefestigten rechten Strukturen oder so genannten Mischszenen entstammen.

    Hinter den Anmeldern stehen meistens verborgene Gruppen. Die Facebook-Seite von „Wilgida“ wird zum Beispiel dem Präsidenten des Wilhelmshavener „MC Schwarzes Rudel“ zugeschrieben, einem Unterstützerclub des „MC Gremium“. In anderen Orten tauchen Verbindungen zu den „Red Devils“, „Bandidos“ oder „Hells Angels“ auf. Vanessa Stindt gehört nach eigenem Bekunden der „Aktionsgruppe Weser/Ems“ an, sie verkündet, deren Kundgebung am Samstag sei nicht von NPD oder „Wilgida“ organisiert, schiebt aber nach: „Was natürlich nicht heißt, dass ich beide Organisationen nicht unterstützen würde.“

    Vor wenigen Wochen nahm die neu gegründete „Aktionsgruppe“ an der HoGeSa-Kundgebung in Köln teil. Frauen wie Stindts Mitstreiterin Bliesener aus Jever scheinen innerhalb der rassistischen Straßenbewegung gut vernetzt. Sie betont in einem nahezu feministischen Post bei Facebook: „Es ist unser Land, das Land das unsere Großeltern und unsere Mütter aufgebaut haben“, und fügt kämpferisch hinzu: „Wir können nur gewinnen und wir werden gewinnen. Gemeinsam können wir den Teufel aus der Hölle schlagen.“

    NPD-Frau als Mitorganisatorin von „Mvgida“

    Während die NPD öffentlich kaum in Erscheinung tritt und auch die Arbeit der Parteiunterorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) zum Erliegen gekommen scheint, fallen bundesweit einzelne Neonazi-Aktivistinnen auf, die sich innerhalb der unzähligen, bundesweit aktiven flüchtlingsfeindlichen Gruppen hervortun. Obwohl die Mehrheit aus männlichen Demonstranten besteht, tendieren Frauen wissenschaftlichen Studien zufolge stärker zu rechtspopulistischen Einstellungen, sie gelten als signifikant rassistischer und islamfeindlicher.

    Diverse Frauen spielen eine zentrale Rolle bei regionalen Protesten. Den Anfang machten Kathrin Oertel und Tatjana Festerling von Pegida in Dresden, die jedoch vor allem aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung öffentlich wahrgenommen wurden. Bekannte NPD-Frauen wie Antje Mentzel, Antje Hiekisch oder Beatrix Rink schlossen sich anfangs eher unbemerkt den Initiativen an. Nach einigen Medienberichten gibt sich die Landeschefin des RNF, Mentzel, als Mitorganisatorin der „Mvgida“ zu erkennen. In einem Video sitzt sie im blauen Fischerhemd, Kaugummi kauend auf einem Sofa und erzählt leise, aber selbstbewusst von ihrer politischen Tätigkeit. Sie tüdelt mit ihrem Halstuch herum, als sie dem Zuschauer weismachen will, dass „Mvgida“ aus „einfachen Bürgern des Landes“ bestehe, sie einfach das, „was die in Dresden machen, hier auch machen“ wollten.

    Frauen wie Mentzel kennen ihre Rollenzuteilung. Die Strategie der Akzeptanzgewinnung durch unauffälliges bürgerliches Agieren verfolgt die NPD seit Jahren. Wichtig bei der außerparlamentarischen Bewegung scheint, dass die sehr wohl geschulten Akteurinnen nicht unmittelbar als Neonazistinnen auffliegen und verfassungsfeindlichen Parteien oder Gruppen zugeordnet werden können. Später, nach einigen Aufmärschen, interessiert es viele bürgerliche Mitmarschierer dann nicht mehr, so das Kalkül.

    Anmelderin von „Sügida“ wegen Volksverhetzung angezeigt

    Inzwischen sind die Funktionen rechtsextremer Drahtzieherinnen wie Melanie Dittmer („Dügida“ in Düsseldorf), Marina Djonovic („Kein Asylheim in der Reinhardt-Kaserne“ in Ellwangen), Daniela Stamm aus Bautzen („Nein zu neuen Asylheimen“ in Halberstadt) oder Beatrix Rink („Plauen wehrt sich“) öffentlich bekannt geworden. Die 24-jährige Djonovic aus Abtsgmünd in Baden-Württemberg gehörte zu denjenigen, die sich gegen die Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen positionierten. Sie baute die regionale Facebook-Initiative mit auf und gab sich nicht als NPD-Frau zu erkennen. Nach einem antifaschistischen Outing preschte sie nach vorne und tritt nun 2016 als Landtagskandidatin an. Der „Ring Nationaler Frauen“ feiert sie als „unsere Marina“.

    Daniela Stamm, Chefin des Kreisverbandes Ostsachsen von „Die Rechte“ reiste für ihren Redebeitrag zur fremdenfeindlichen Kundgebung ihrer Partei nach Halberstadt. Stockend las die Frau mit den knallroten Haaren und der schwarzen Sonnenbrille vor: „Ein Austausch der Bevölkerung vollzieht sich…“ Sie stockte, ein Mann munterte sie auf: „Du schaffst das“. Dann wetterte Stamm gegen Bundeskanzlerin Merkel, die keine Volksvertreterin sei, sondern als „Volksverräterin angeklagt“ gehöre, weil sie das deutsche Volk „der Vernichtung“ preisgebe.

    Noch heftiger soll die Anmelderin der „Sügida“, („Südthüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes“) Yvonne W. gehetzt haben. Die Landtagsabgeordnete Katharina König erstattete Anzeige gegen die 40-Jährige wegen Volksverhetzung. Die Staatsanwaltschaft in Suhl wirft W. vor, in neun Fällen gegen Asylbewerber und dunkelhäutige Menschen, gegen Linke, Polen und Türken gehetzt zu haben. Es gab laut dem MDR Aufrufe zu Hass und Gewalt und in einem Fall soll W. über Muslime geäußert haben, die Gebärmaschinen gehörten über den Haufen geknallt. Bis zu 1200 Menschen waren der „Sügida“ gefolgt. Inzwischen werden auf deren Facebook-Seite auch „Anti-Refugees Artikel“ der Firma „druck18“ angeboten.

    Die hübsche Blondine aus Auerbach

    Auch bei den Tarn-Gruppen „Wir lieben Gera“ oder dem „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ spielen Frauen eine Rolle. Obwohl es bei der Gothaer Neonazi-Gruppe auf Facebook unmissverständlich heißt: „Lasst es nicht zu das sie alles zerstören was unsere Ahnen aufgebaut haben, wir waren ein Volk von Grösse und das nicht nur auf 12 Jahre begrenzt…“, schreibt eine scheinbar naive Unterstützerin: „Ich finde es schlimm das die Menschen die dagegen versuchen was zu unternehmen gleich als Nazis hingestellt werden.“ (Anm. Fehler im Original)

    Auch im sächsischen Vogtland hat sich breiter Protest gegen Flüchtlinge formiert. Zahlreiche Bürger/innen schließen sich unterschiedlichen Gruppen wie „Wir sind Deutschland“ oder „Plauen wehrt sich“, hinter denen unter anderem auch NPD und „Der III. Weg“ stecken, an. Vor allem Organisatoren von „Wir sind Deutschland“ locken seit Wochen tausende von Vogtländern an und möchten nun als „Bewegung der Mitte“ expandieren. Von Pegida und offen rechten Gruppen grenzen sie sich ab. Doch ihnen dürfen regionale Redner über den „Lumpenstaat“ schimpfen und eine 15-jährige Schülerin ließen die Initiatoren laut der „Freien Presse“ über ihr Misstrauen gegenüber Lehrern und Politikern sprechen.

    Eine Mitorganisatorin der Plauener Gruppe postet die Zielrichtung: „Nicht ganz rechts, nicht ganz links. Nicht ganz Gutmensch – nicht ganz Pack.“ Als Rednerin nicht mehr erwünscht scheint allerdings eine hübsche Blondine aus Auerbach. Ende September genoss die Auszubildende Conny A. als Rednerin in Plauen noch höchste Anerkennung. Sie trat sittsam mit Brille und Dutt auf die Bühne und schwadronierte, die meisten Flüchtlinge benähmen „sich wie das Letzte, diese Menschen werden unserem Land niemals etwas einbringen.“ Sie verriet, ihre Informationen habe sie unter anderem von einer Sicherheitsfirma, deren Namen sie nicht nennen wolle. Frauen seien für die neuen Mitbürger nur ein Stück Fleisch, wetterte die junge Frau.

    Bürgerbewegungen aus so genannten Mischszenen

    Spärlich bekleidet zeigt sich die Rednerin dagegen bei Facebook. Ihre Freizeit verbringt sie demnach als sexy „Grid Girl“ bei Autorennen am Sachsenring oder als Nummerngirl bei Boxkämpfen. A.s populistische Pauschalverurteilungen und ihr Äußeres kamen bei vielen Demonstranten sehr gut an, sie erntete bei Facebook viel Zuspruch. Anfang Oktober durfte Conny A. wohl nicht wieder auf die Plauener Bühne. Ihr Freund schrieb daraufhin im Netz wütend gegen die Organisatoren, die seien undankbar und hätten den Erfolg ihrer Gruppe seiner Freundin zu verdanken.

    Inzwischen bewirbt A. die Kundgebung einer neuen Gruppe namens „Schönes und sicheres Klingenthal“. Angeführt von einem pensionierten Bundespolizisten wollen Bürger die Aufnahme von 90 Flüchtlingen in dem vogtländischen Ort verhindern. Dieter Peukes, Sprecher der Initiative forderte demnach zudem die Wiederbesetzung der örtlichen Polizeistation und stellte ein Ultimatum. Sollte das nicht erfüllt werden, heißt es, dann wolle er eine Bürgerwehr ins Leben rufen.

    Viele rechtslastige bis neonazistischen Bürgerbewegungen im gesamten Bundesgebiet bilden sich organisatorisch aus Mitgliedern so genannter Mischszenen zu denen unter anderem Hooligans, Rocker, Kampfsportler, Unternehmer in einschlägigen Gastrobereichen oder dem Sicherheitsgewerbe zählen. Auch Frauen aus diesem Milieu beteiligen sich wie beispielsweise die Gastwirtin aus Burbach, die als Rednerin bei der Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ im Oktober in Köln auftrat.

    Anmelderin „Aggro Püppi“ in knapper Kleidung von „Rotlicht“

    Eine Demonstration wütender Bürger am 11. Oktober in Pasewalk soll von einem 28-jährigen Tattoo-Model angemeldet worden sein. Von den rund 300 Demonstranten, die ihr folgten, trugen einige Transparente mit Parolen wie „Bürger dieser Stadt haben Asylanten satt“. Die NPD schrieb begeistert: „Es sind ganz normale, bisher unpolitische Bürger, die zunehmend gegen die außer Kontrolle geratene Asylflut auf die Straße gehen.“ Mit dabei war auch ein NPD-Landtagsabgeordneter. Die Pasewalker Anmelderin Anja S. alias Model „Aggro Püppi“ hatte sich noch im September bei Facebook beklagt: „wenn hier solch ein PACK herkommt begrüßt der Gutmensch sie mit offenen Armen … ich könnte kotzen!“

    Sie selbst bewegt sich anscheinend in einem Milieu, in der Frauen gern als „Bitch“ (Schlampe) bezeichnet werden. Die Gepiercte und Tätowierte zeigt sich in Shirts der rechten Firma „Der Versand“ oder in knapper Kleidung von „Rotlicht“, einer rockernahen Kleidungsmarke. Die empörte Bürgerin post dann mit Sprüchen wie: „Nicht Ärgern – Nachladen“ oder der Aufschrift „Always Cumshots after Blowjob“ – scheinbar ein Szene-Synonym für das beliebte Kürzel „A.C.A.B.“.

    http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/mit-tattoo-model-und-boxenluder-gegen-fl-chtlinge

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