Filme: Frauen in der YPJ

Sonntag, 29. November 2015 | 16 Uhr | Katzensprung

Am kommenden Sonntag, den 29.11., zeigt der Info- und Freiraum Katzensprung (Lindenstraße 1B, 28755 Bremen-Vegesack) um 16:00 Uhr zwei Dokumentationsfilme über Kurdinnen der Frauenverteidigungseinheiten YPJ, die gegen die islamistischen Terrorbanden des IS kämpfen. Gezeigt werden „Kurdish Female Fighters against ISIS – FEMALE STATE“ von Gareth Harvey (Dauer: 60
Minuten) und „YPJ Kurdish Female Figthers: A Day In Syria“ von Rozh Ahmed (Dauer: 25 Minuten). Die Filme sind auf Englisch mit englischen Untertiteln, für eine mündliche Deutschübersetzung wird gesorgt.

Rojava nennt sich das kurdische Siedlungsgebiet im Norden Syriens, an der Grenze zu der Türkei. Nach einer Einigung mit der syrischen Regierung gegen Ende 2013 ist Rojava weitgehend autonom und gliedert sich in drei Kantone. Sie heißen Afrin, Kobane und Cizire. Im Januar 2014 verpflichtete sich die kurdische
Selbstverwaltung zu einem Gesellschaftsvertrag, der vor allem die Menschenrechte garantiert und dabei besonders die Gleichberechtigung von Mann und Frau betont, die Religionsfreiheit schützt, die Todesstrafe verbietet und eine konförderale Demokratie etabliert.

Dieser Gesellschaftsvertrag ist vor allem der türkischen Regierung ein Dorn im Auge. Die türkische Regierung lehnt die kurdische Selbstverwaltung rigoros ab und betrachtet eine solche als Sicherheitsrisiko für die Türkei. Nach türkischen Vorstellungen soll Rojava ein Teil eines Sicherheitspuffers werden, in dem das türkische Militär ungezügelt agiert. Seitens des Islamischen Staates indes soll Rojave zum Teil des von ihm angestrebten Kalifats werden. Entsprechend blutig sind die Kämpfe.

In den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG und YPJ) kämpfen Frauen und Männer gemeinsam gegen die islamistischen Mörderbanden. Sie haben oft nur einfache Waffen, sind wegen ihres Mutes aber erfolgreich, wie die Befreiung von Kobane im September 2014 eindrucksvoll gezeigt hat.

Janja ist 20 Jahre alt und dient als Captain in der YPJ. Sie hat einen Bachelor-Abschluß, kommt aus Tirbesi im Norden Syriens und kämpft in einer Einheit, die nur aus Frauen besteht. Die Dokumentation „Kurdish Female Fighters – A Day In Syria“ zeigt den Alltag von Janja und ihre Genossinnen. Wie sie
kämpfen, wie sie mit dem Tod umgehen, wie ihre Familien reagieren. Das Töten ihrer Feinde hält sie für ungerecht, denn sie kämpft für Humanität. Aber wenn sie angegriffen wird, dann handelt sie entschlossen und macht kurzen Prozeß.

Trotz alledem entwickelt sich der Islamische Staat zu einer globalen Bedrohung mit Attentaten und terroristischen Anschlägen überall auf der Welt, wie die jüngsten Ereignisse in Paris belegen. Vom bewaffneten Widerstand der YPJ handelt daher die zweite Dokumentation. Ein Team der australischen Sendereihe „60 Minutes“ begleitete eine Einheit der YPJ im Fronteinsatz. Der Bericht erzählt von den „Kurdish Female Freedom Fighters Against ISIS“. Auch diesen Frauen geht es um die Durchsetzung von Humanität, nicht nur für sie, sondern für die gesamte Menschheit. „Wenn jemand von ISIS durch die Hand einer Frau getötet wird,“ erklärt eine Kämpferin, „dann macht uns das stolz, weil diese Frau einen Feind der Menschheit töten kann. Eine Frau hat das Recht, sich selbst zu bewahren und zu schützen. Wir leben in einer gefährlichen Situation.“.