Klammheimlicher Atomtransport

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Atomtransport über Nordenham in USA

Technischer Defekt zwischen Oldenbrok und Brake – Keine Gefahr für Bevölkerung
Die Einsatzleitung hatte die Polizeidirektion Oldenburg. Es gab keinerlei Protestaktionen.

Unter strengster Geheimhaltung und begleitet von einem Großaufgebot der Polizei aus Niedersachsen und anderen Bundesländern haben am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr zwei Spezialtransporter das Stadtgebiet Nordenham erreicht. Über den Mittelweg fuhr die Kolonne weiter zum Midgard-Hafen in der Innenstadt. Informationen der NWZ , wonach es sich um einen Atomtransport handelte und sich auf den Spezialfahrzeugen Mischoxid-(Mox)-Brennelemente – also uran- und plutoniumhaltige Brennelemente – befanden, wollte die Polizei unter Berufung auf die Geheimhaltungspflicht nicht bestätigen (siehe auch Seite 1).

Die Beamten teilten zunächst lediglich mit, dass es sich um einen Gefahrgut- und Schwerlastransport handelte, der von einem weltweit agierenden Logistikunternehmen angemeldet und durchgeführt worden ist. Am Nachmittag gab die Polizei dann die ergänzende Information, dass das Transportgut unbestrahlter Kernbrennstoff sei, der aus mehreren europäischen Staaten über Nordenham in die USA verschifft wird.

Nach Feststellungen der NWZ  hat das Frachtschiff, dessen Namen die Behörden geheim hielten, gegen 13.30 Uhr den Stadthafen verlassen.

Eine Sprecherin des für die Genehmigung von Kernbrennstoff-Transporten zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter teilte am Nachmittag auf Anfrage der NWZ mit: „Transportgenehmigungen werden nur dann erteilt, wenn alle gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit des Transportes erfüllt werden. Es handelt sich um keinen Castor-Transport. Aus sicherungstechnischen Gründen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen.“

Während des Transportes sei es zu keinen Protestaktionen – weder auf der Straße noch vor dem Hafen – gekommen, bestätigte die Polizei.

Das Hafengelände war von starken Polizeikräften abgesichert. Auf der Weser patrouillierten zahlreiche Polizeiboote. Auch per Hubschrauber sicherte die Polizei den Atomtransport ab.

Die Zufahrt zum Hafengelände versperrte ein großer Radlader. Vermummte Beamte kontrollierten die Personalien der Hafenarbeiter, die zu ihrer Schicht kamen.

Die Polizei bestätigte Informationen der NWZ , wonach die Fahrzeugkolonne über die Bundesstraßen 211 und 212 und nicht durch den Wesertunnel Nordenham erreicht hat. Auf der Bundesstraße 211 zwischen Oldenbrok und Brake gab es einen Zwischenfall. Eines der Zugfahrzeuge hatte einen technischen Defekt.

Die Ladung war nach Polizeiangaben nicht betroffen. Die Bundesstraße musste kurzzeitig gesperrt werden. Nach kurzer Unterbrechung konnte der Transport fortgesetzt werden.

„Im Verlauf des Transportes bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung und die eingesetzten Kräfte“, so der Gesamteinsatzleiter und Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Bernd Deutschmann. Da der Transport dem Prinzip der Geheimhaltung unterlag, habe die Polizei die Öffentlichkeit im Vorfeld nicht informieren können.

Auf der Transportstrecke in Niedersachsen waren neben Einsatzkräften der Polizeidirektion Oldenburg auch Kräfte der Polizeidirektionen Lüneburg, Osnabrück, Oldenburg, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizeien anderer Küstenländer (Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) und der Bundespolizei beteiligt.

Quelle: nwzonline.de


1 Antwort auf „Klammheimlicher Atomtransport“


  1. 1 Update 19. Februar 2016 um 23:42 Uhr
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