ES | IST | GENUG | BEEF | FÜR | ALLE | DA

In Bremen häufen sich in letzter Zeit innerlinke Kämpfe, um die Deutungs- und Raumhoheit, welche zu allem Überfluss auch noch nach Außen getragen werden. Streitigkeiten und gegenseitige Forderungen nach Ausschlüssen, die von den jeweiligen Akteur_innen missverständlich als Lösung politischer Auseinandersetzungen zwischen Gruppe X und Gruppe Y begriffen und verbreitet werden. täuschen eine dringende Notwendigkeit vor. Das es sich dabei für die Akteur_innen selbst tatsächlich um eine tragfähige, um Konfliktlösung bemühte “politisch” notwendige Auseinandersetzung handelt, darf bei genauerer Betrachtung der Forderungen sowie der fehlenden Grundlagen für die Forderungen, aus den jeweiligen Veröffentlichungen, bezweifelt werden. Dies belegen nicht zuletzt die aktuellen Texte, die bisher gleichgültig über die möglichen Folgen, solcher für alle einsehbaren Veröffentlichungen, nach außen transportiert wurden. Besonders kritisch müssen die jüngsten Veröffentlichungen “Antideutsche Hetzer unmöglich machen” und “Für eine emanzipatorische und antisexistische linke Bewegung”, als ungeeignetste Form innerlinker Auseinandersetzung zurückgewiesen werden.

Den Texten und den Akteur_innen dahinter, mangelt es insgesamt an einer argumentativ vorgebrachten Kritik, sowie an jeder Legitimation abstrakt für “alle” oder “viele” aus dem linken Spektrum zu sprechen. Zu der Auseinandersetzung rund um die Gruppe RAB wurde bereits alles erschöpfend gesagt und bereits mehr Schaden als Nutzen für Bremens innerlinkes Spektrum verursacht. Welche nun langsam wieder auf ein erträgliches Maß zurück zu finden scheint. Daher sei hier zu dem immer wiederkehrenden Konflikt, der sich in dem Text “Antideutsche Hetzer unmöglich machen” andeutet, für dogmatische Antiimperialist_innen sowie Antideutsche, festgehalten:

“Spätestens seit dem 11. September ereilte die deutsche Linke geradezu schicksalhaft eine Spaltung in zwei Lager: Während antiimperialistische Gruppierungen eine anti-westliche Rhetorik mit der Solidarisierung diverser nationaler „Befreiungsbewegungen“ verbinden und auf diese Weise zu den bizarresten Gruppierungen einen affirmativen Bezug aufzubauen sich bemüßigt fühlen – genannt sei hier als Spitze des Eisbergs die Hamas als das neue „revolutionäre Subjekt“ vieler Antiimperialisten –, hat das antideutsche Bewusstsein im Zuge der Krise des westlichen Kapitalismus die militante Apologetik des männlich-weißen westlichen Subjekts wiederentdeckt, wofür nicht zuletzt die Redaktion der Bahamas ein trauriges Zeugnis liefert.”

    “Trotz aller Fehden und Befeindungen zwischen den beiden Lagern kann [mensch] nicht umhin festzustellen, dass diese scheinbar entgegengesetzten Pole der linken Auseinandersetzungen mit einem identischen Bezugssystem operieren und beide Strömungen gleichermaßen den globalen Imperialismus nicht kritisch auf den Begriff bringen können: Nämlich seine Zerfallserscheinungen als ebenso reflexhafte wie erfolglose Reaktion der westlichen Mächte auf die Krise des globalen Kapitalismus und die seinem Boden entsprungenen Barbarisierungsregimes. Um eine radikale Kritik des globalen Kapitalismus auf der Höhe der Zeit zu formulieren,”

(Aus dem Original: Vortrag, Juli 2011, im Rahmen der Tübinger Reihe “Linke Irrwege”. Ursprung des Vortrags war eine Intervention der radikalen Linken Tübingens, nachdem jeweilige Lager der Antiimperalist_innen und Antideutschen in Thüringen sich im Streit gegenseitig aufwiegelten und Austritte und Spaltungen die Folge wurden. Ebenso als ein trauriger Höhepunkt kann die Auseinandersetzung, am 13.12.2009, in Hamburg, herangezogen werden. Bei dem ausgerechnet die Bullen das Lager der Anti-Imp und Anti-D auf einer Demo trennte, um ein möglicherweise gewaltsames Aufeinandertreffen zu verhindern)

Gruppen in Bremen sollten sich den Versuch sparen einen innerlinken Kampf, um Deutungshoheit und um Strukturen, in der Logik von Konkurrenzkämpfen, Ausschlüsse und Spaltungen vom Zaun zu brechen. Das Beispiel Tübingen, Hamburg, soll den beteiligten Akteur_innen im Bremer Raum vor Augen führen, welche Folgen es für sie und andere hat, wenn stets nur die Widersprüchlichkeit und das Fehlverhalten anderer aus dem linken Spektrum herausgestellt wird, ohne die Bereitschaft mitzubringen, ohne Umschweife das stärkere Argument auch der entgegengesetzten Position zuzulassen und sein eigenes dem entsprechend zu revidieren. Das dies bislang immer wieder versucht wird mit innerlinker Repression zu lösen, bekommen auch diese unsachlichen Publikationen mit permanenten Rauswurf-Appellen, eher den Charakter politischer Masturbation hinter „links“ hochgezogenen Fassaden. Mit einem linksradikalen Diskurs hat diese Praxis jedoch wenig zutun.

Andere Städte in der Bundesrepublik haben bereits diese typischen Auseinandersetzungen innerlinker Konflikte in linken Räumen sowie auf den Straßen erschöpfend geführt, und am Ende doch nichts erreicht. Außer klatschenden Beifall von ideologisch braunen Händen, dank der Offenlegung innerlinker Konflikte. Sowie gut gefüllte Akten von staatlichen Repressionsorganen. Die erstarkende “neue Rechte” hat diese „Kämpfe“ zwar lange übersehen oder ignoriert, doch auch hier entwickeln sich sicherlich zukünftig Begehrlichkeiten, von außen innerlinke Konflikte und Spaltungen zu befeuern. Auch manch staatliche Behörde hat ein Interesse an einer mit sich selbst beschäftigen „Linken“, die sich nach innen selbst zerlegt und nach außen nicht verstanden wird.

Das Beispiel, Antiimperialist_innen kontra Antideutsche kontra Antiimperialist_innen, zeigt die Widersprüchlichkeit und Ohnmacht der gesamten Linken und gibt keine tragfähigen Antworten auf die Krisen des globalen Kapitalismus. Sondern ist eines seiner Folgen. So täten alle Akteur_innen besser daran, die eigenen Widersprüche anzuerkennen und aufzuarbeiten. Statt die der anderen aggressiv zu benutzen, um die eigenen Widersprüche und Fehlanalysen zu maskieren. Die Debatte und sachliche Auseinandersetzung bleibt dennoch notwendiger Prozess zwischen allen Akteur_innen jeweiliger Standpunkte. Doch wenn es das ernsthafte Ziel entfalten soll, sich gegenseitig in den komplexen Fragen und Verhältnissen, aus der eigenen Ohnmacht zu befreien, ist das geeignete Mittel nicht die Forderung nach Ausschluss, was faktisch einem Ruf nach Bestrafung gleichkommt, sondern der sachlich orientierte Dialog in einem gemeinsam abgesteckten Rahmen.

Dabei soll es nicht darum gehen, die eigene Position zwangsläufig im Kompromiss aufzugeben, sondern den eigenen Widerspruch durch die gegensätzliche Position zu erkennen und sich mit der sachlichen Auseinandersetzung des Konflikts politisch und sozial weiterzuentwickeln.

Empfehlungen:
1) https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/192/192Erdem.pdf (differenziert)
2) http://www.exit-online.org/link.php?tabelle=autoren&posnr=478 (kritisch)
3) http://www.testedich.de/quiz25/quiz/1216564770/Bist-du-antideutsch (ironisch)


4 Antworten auf „ES | IST | GENUG | BEEF | FÜR | ALLE | DA“


  1. 1 What the 22. April 2016 um 13:54 Uhr

    Was hat diese Auseinandersetzung im Web verloren? Rafft ihr es denn nicht??????
    Und jetzt kommt schon wieder so ein Quark.

    Schick den Quatsch doch an die la rage und nicht an deinen szeneblog!!!

  2. 2 tdru 23. April 2016 um 9:01 Uhr

    Ist keine inhaltliche Kritik: Könnt ihr bitte beim nächsten Mal bevor ihr einen Text veröffentlicht ihn nicht ein bisschen sprachlich/grammatikalisch überarbeiten? Den Lesespaß erhöhen ständig willkürlich beendete Sätze einfach nicht…. :/

  3. 3 raffst DU nicht... 23. April 2016 um 11:32 Uhr

    … erstens: der text bezieht sich auf verschiedene auseinandersetzungen die sich bereits im netz befanden und wenn du lesen und verstehen würdest, statt kindisch mit „quark“ und „quatsch“ zu reagieren, hättest du das auch selbst feststellen können. und zweitens: ich schick es da hin, wo ich es für richtig halte. deine unnötigen beleidigungen kannst du dir also sparen!

  4. 4 bad news 23. April 2016 um 13:12 Uhr

    Danke für den Text, auch wenn ich nicht alles teile, aber darum gehts nicht. Und, wo soll das hin, ausser ins netz? Soll ja auch wer lesen…

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