Was gibt’s eigentlich zu feiern? – Den Sektempfang im Bayernzelt absagen!

Morgen, Donnerstag, den 26.5., soll es im Bayernzelt eine Feier von Verantwortlichen aus Sozialbehörde und -trägern, Sicherheitsdiensten, Zeltfirmen und anderen Unternehmen geben, die an der Unterbringung von Geflüchteten beteiligt sind. Dort will sich die Sozialsenatorin Stahmann laut der vom Aktionsbündnis Refugees Welcome geleakten Einladung für die „Bewältigung“ der Aufnahme von Geflüchteten in Bremen im vergangenen Jahr bedanken. Wir finden diese Einladung einfach nur zynisch und fordern Frau Stahmann auf, die geplante – Achtung Zitat – „zwanglose kleine Feier“ sofort abzusagen!

Gleichzeitig laden wir alle, die das auch so sehen, ganz herzlich zur kritischen Begleitung des Sektempfangs am Donnerstag um 16 Uhr am Bayernzelt an der Neuenlander Straße 117 ein!

Die meisten der in Bremen lebenden Geflüchteten sind weiterhin in überfüllten Zelten, Turnhallen und Notunterkünften untergebracht und unwürdigen Lebensbedingungen ausgesetzt, während leerstehende Häuser und Wohnungen unberührt bleiben. Der Zugang zu Sprachkursen, Bildung und Arbeitsplätzen bleibt Geflüchteten nicht zuletzt durch die jüngsten Verschärfungen des Asylgesetzes weitgehend versperrt. Sind ehrenamtlich getragene Sprachkurse organisiert, fehlt es an Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, um diese zu erreichen. Schulpflichtige Kinder bleiben weiterhin unbeschult und zu einem tristen Lageralltag verdammt.

Es liegt in der Verantwortung der Senatorin, diese Missstände nicht nur ernst zu nehmen, sondern tragfähige Konzepte auszuarbeiten. Stattdessen zum kollektiven Schulterklopfen zwischen denjenigen einzuladen, die nicht nur für diese miserablen Zustände mit verantwortlich sind, sondern daraus auch satte Profite schöpfen, ist blanker Hohn.

Das Aktionsbündnis Refugees Welcome veranstaltet seit Jahresbeginn monatlich im Speicher XI sogenannte Asambleas mit in der Regel über 100 Teilnehmenden, in denen viele Geflüchtete sich über die miserablen Lebensbedingungen austauschen können und selbstorganisiert Lösungsansätze entwickelt werden. Auf diesen Veranstaltungen sind die Aussagen eindeutig: Zelte und Notunterkünfte, keine Mobilität, keine Bildungsmöglichkeiten, geschlossene Grenzen, Gesetzesverschärfung – was gibt’s da zu feiern?

Aktionsbündnis Refugees Welcome