„Verfahren gegen Polizisten wurde eingestellt“

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Die Staatsanwaltschaft Bremen hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizeibeamten wegen versuchten Todschlags eingenstellt. Der Beamte hatte in der Bremer Innenstadt Anfang März dieses Jahres eine junge Frau mit mehreren Schüssen schwer verletzt, als er durch eine geschlossene Wohnungstür schoss. Zuvor war ein Schuss aus der Wohnung ins Treppenhaus abgegeben worden.

Die Polizei war gerufen worden, weil es in der Wohnung Streit und Schläge gegeben hatte. Der Polizist habe sich subjektiv in einer Notwehrsituation befunden, begründete die Staatsanwaltschaft ihre Entscheidung.

Ein waffentechnisches Gutachten entlastet den Polizisten. Er und seine Kollegen waren zu einem nächtlichen Einsatz gerufen worden. Eine Party in einem Mehrfamilienhaus war aus dem Ruder gelaufen. Im Treppenhaus waren Blutspuren, und aus einer Wohnung drangen Geräusche, die auf eine Auseinandersetzung deuteten. Der Polizist rief nach eigenen Angaben mehrfach „Polizei“ und versuchte vergeblich, in die Wohnung zu kommen. Plötzlich sei die Tür einen Spalt weit geöffnet und ein Schuss abgegeben worden. Daraufhin feuerte der Polizist fünfmal durch die nun wieder geschlossene Tür. Drei der Schüsse trafen eine 17-Jährige in der Wohnung und verletzten sie schwer.

Schreckschusspistole für Polizisten nicht zu erkennen

Wie sich später herausstellte, war der Schuss auf den Polizisten aus einer Schreckschusspistole abgegeben worden. Das war für ihn zu diesem Zeitpunkt aber nicht erkennbar, so das Gutachten, weil Knall und Feuerstrahl nicht anders als bei einer echten Waffe aussähen. Deshalb wertet die Staatsanwaltschaft das Handeln des Polizisten als Notwehr.

Quelle: Radio Bremen