3. Feministisches Bildungs- und Diskussionstreffen

Freitag, 26. August 2016 | 18 Uhr | Paradox

Auf der Bildung wollen wir uns mit dem Leben und dem Kampf von Sakine Cansiz, Mitbegründerin der kurdischen Befreiungsbewegung, beschäftigen (erneut, weil das Thema das letzte Mal leider ausgefallen ist). Sakine Cansiz hat sich nicht nur vehement gegen die rassistischen und faschistischen Strukturen des türkischen Staates zur Wehr gesetzt, sondern auch unermüdlich gegen patriarchale Strukturen in der Gesellschaft und innerhalb der Bewegung gekämpft. Dadurch ist sie zu einem Symbol der kurdischen Frauenbewegung geworden.

In ihrer Autobiographie „mein ganzes Leben war ein Kampf“ wird deutlich, wie sich Frauen in einer feudalen Gesellschaft wie der Kurdistans dem Befreiungskampf angeschlossen und organisiert haben, welche Schritte seit den Anfängen bis heute zurückgelegt und welch großer Preis dafür gezahlt werden musste. Das Buch ist ein sehr emotionaler persönlicher Bericht, eine beeindruckende Analyse und Mut machende Kampfschrift zugleich.

Auf der Bildung wird Agnes von Alvensleben, Mitübersetzerin der Autobiographie, über das Leben und den Kampf von Sakine Cansiz erzählen. Im Anschluss ist genug Zeit für Diskussion und Austausch auch über die Frage, was das mit uns und unserer eigenen Situation zu tun hat.

Mit den monatlichen Bildungs- und Austauschtreffen möchten wir einen Raum schaffen, in dem Frauen sich gemeinsam bilden, empowern und über Perspektiven für eine revolutionäre Frauenbewegung diskutieren können. Inhaltlich wollen wir uns insbesondere mit der kurdischen Frauenbefreiungsideologie und einzelnen ihrer theoretischen und praktischen Entwicklungen beschäftigen, wie z.B. die Loslösungstheorie, Jineoloji, Theorie der Rosen etc. Darüber hinaus halten wir eine Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung des Patriarchats sowie feministischer Widerstandsgeschichte für wichtig ebenso wie eine Diskussion aktueller feministischer Praxen und Perspektiven.