„Wirbel um Historiker-Vortrag“

kopiert von weser-kurier.de

An einer Veranstaltung mit dem Historiker Jörg Baberowski hat sich eine heftige Kontroverse entzündet. Ursprünglich sollte der Vortrag an der Uni stattfinden. Nun wurde er „aus Sicherheitsgründen“ verlegt.

An einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit dem Berliner Historiker Jörg Baberowski hat sich eine heftige Kontroverse entzündet. Der Vortrag sollte an diesem Donnerstag um 18 Uhr an der Universität stattfinden, wurde von der KAS jedoch „aus Sicherheitsgründen“ in die eigenen Räumlichkeiten am Domshof verlegt.

Zuvor hatte der Asta der Uni massiv gegen Baberowski Stimmung gemacht und in einer Erklärung auf seiner Website die Studenten dazu aufgerufen „zu verhindern, dass rechtsextreme Ideologen ihre Lehren an dieser Universität propagieren“ – für die KAS eine unverhohlene Drohung. In ihrem Statement behauptete die Studentenvertretung, Baberowski habe „in der jüngeren Vergangenheit wiederholt gewalttätige Ausschreitungen gegen Geflüchtete und Anschläge auf deren Unterkünfte gerechtfertigt“. Seine Interviews läsen sich „wie stumpfe Aneinanderreihungen altbekannter rechtspopulistischer Figuren“.

Das sehen die Ausrichter der Veranstaltung völlig anders. Für die Konrad-Adenauer-Stiftung ist Baberowski ein renommierter Osteuropa-Historiker, der sich unter anderem durch herausragende Arbeiten zum Stalinismus einen Namen gemacht hat und in angesehenen Verlagen wie C.H. Beck, DVA und S. Fischer publiziert. Gegenstand seines Bremer Vortrags soll das Phänomen der Gewalt in Geschichte und Gegenwart sein. „Eine solche Veranstaltung ist eine Einladung zur konstruktiven Diskussion“, sagte der Bremer KAS-Leiter Ralf Altenhof.

Asta begrüßt Verlegung

„Dass an einer Universität – gemeinhin ein Ort intellektueller Auseinandersetzung – eine Diskussion von vornherein unterbunden werden soll, ist beschämend und offenbar Ausdruck argumentativer Nöte“, bescheinigte Altenhof den Urhebern des Asta-Aufrufs. Er habe seine Entscheidung, die Veranstaltung von der Uni an den Domshof zu verlagern, nach Rücksprache mit der Polizei getroffen, war von Altenhof zu erfahren.

„Der Staatsschutz hat uns das empfohlen.“ Den Vortrag ganz abzusagen, wäre aus Sicht des KAS-Leiters „ein falsches Signal“. Ideologische Verblendung dürfe nicht obsiegen. „Wir dürfen uns das gesellschaftliche Klima weder von rechten Pegida-Leuten noch von einem linken Asta vergiften lassen“, teilte Altenhof in Richtung der Studentenvertretung aus.

Nach dem Verzicht der Konrad-Adenauer-Stiftung auf die Uni-Räume schob der Asta am Mittwoch eine Erklärung nach. Man begrüße die Entscheidung, heißt es darin. Sprecher Tom Robin Hoffmann unterstrich, der Asta habe nicht zur Gewalt gegen Baberowski aufgerufen. Der Berliner Professor habe mit seinen rechtspopulistischen Thesen allerdings die Grenze zur Hetze deutlich überschritten.

Quelle: weser-kurier.de

siehe auch
taz – Keiner will mehr reden


1 Antwort auf „„Wirbel um Historiker-Vortrag““


  1. 1 !RASSISMUS TÖTET! 21. Oktober 2016 um 19:37 Uhr

    Prof. Dr. Arsch hier, will also „nicht mehr die Uni betreten“. (Siehe WK STellungnahme des Profs)) Da sagen wir doch „Ohhh Schade!“, wir wollen unbedingt das Berufsrassisten wie er, seinen hetzerischen Diskurs allen an der Uni aufzwingt. Wenn es berechtigte Kritik an seinen Äußerungen hagelt, stehen kritische Studierende die sich nicht verarschen lassen, bestimmt drauf, wenn Prof. Dr. Arsch sich als Reaktion darauf, wie ein Kleinkind aufführt und sich auch noch als „das Opfer“ einer angeblichen linken „Gesinnungsdikatur“ inszeniert. Da sagen wir doch.. na dann bleib doch zu Hause du alte Scheiße!

    Für die Bremer Uni, bzw. ihrer Studierenden, ist es eher ein Schaden für ihre kritische Urausrichtung, wenn Personen wie Prof. Dr. Arsch auch noch Kolleginnen anstiften, sich in seinem Namen gegen kritische Studierende hier vor allem dem AStA zu Positionieren. Personen wie Vera Lengsfeld, die sich nicht zu Schade sind, eine sachliche Kritik, Protest und Widerstand gegen bürgerlich eingekleidete Rassisten mit unfassbaren Analogien zu versehen, für die mir Worte wie Grotesk, Peinlich, Ekelhaft einfach nicht mehr ausreichen.

    Denn für Vera ist berechtigte Kritik und Protest gegen akademisch auftretende Rassisten, mit nichts weniger gleichzusetzen, als mit den antisemitischen Arbeitsverboten für jüdische Professor_innen, in der Frühphase des deutschen Nationalisozialismus. Siehe Veras WOrtlaut dazu hier: http://vera-lengsfeld.de/2016/10/17/asta-bremen-will-vortrag-von-professor-baberowski-verhindern/ Eine Nummer kleiner ging wohl nicht, Vera Lenksfeld!

    Das ist nicht nur eine unsägliche Verharmlosung des Verfolgungs- und Vernichtungsregimes durch die Akteure des NS im mörderischen 3. Reich, sondern auch noch typische Rhetorik rechtsradikaler bis rechtsextremer Kreise, Linke mit Nazis der NSDAP gleichzusetzen, um sich

    a) von der Deutschen Schuld zu rehabilitieren, und oder
    b) das Übel und die Greul der deutschen Geschichte zu missbrauchen und es ohne jeden Sinn und Verstand analog zu setzen mit jedweder Kritik und Praxis, die aus linken Diskursen resultieren. Heisst Linke die von Protest, Demo, Kritik Gebrauch machen, werden bewusst als SA, Nazis oder die neuen Faschisten kriminalisiet. Diese braune Scheiße kommt entweder aus absolut purer Dummheit ans Tageslicht oder aufgrund von politischem Kalkül. Welches darauf abzielt Kampfbegriffe statt Argumentationen für sich positiv zu nutzen und auf Disqualifizierung des politischen Gegners zu setzen, um das eigene Fehlverhalten, den eigenen Widerspruch oder die eigne Disqualifizierung zu vertuschen. Linke im AstA haben keine Rassistische Position.. Es ist also schon sehr seltsam, wieso Vera also die Kritik von Antirassist_innen am Rassismus von Dr. Arsch ausgerechnet mit den größten rassistischen Verbrechern der Gesichte gleichsetzen will. Warum sie das macht? Ganz einfach. Wenn ich rassistisch argumentiere und am Ende des Satzes sage, alle die eine andere Meinung haben sind Rassisten, dann brauch ich mir Kritik zu Rassismus von Antirassisten nicht mehr anzuhören, denn dann bin ich kraft meiner mir selbst verliehenden Definitionsmacht und Autorität der Antirassist und alle anderen die mich Kritisieren werden unweigerlich die „wahren“ Rassisten sein. Kein Kunststück, sondern Logik. Gleiches hören Antifaschist_innen von Neonazis andauernd, wenn aus dem Mund der Neonazis von SA Antifa die Rede ist…

    Vera und Prof. Dr. Arsch kann Kalkül bei der Sache ohne Probleme unterstellt werden. Denn es kommt nicht von ungefähr, dass ausgerechnet stadtbekannte Rechtsradikale wie Oliver Meier (ehem. BIW) sich mit den Aussagen von Vera und Prof. Dr. Arsch in den (a-)sozialen Medien solidarisieren!

    Vergleiche mit dem Dritten Reich verbieten sich vollständig, Weder wurde hier jemand aufgrund seiner Herkunft, Religion noch aufgrund völkischen Wahns heraus verfolgt, verschleppt, noch vergast.. Aber aus Sicht von Vera ist der Asta durch seine Forderung, seinen Protest und seine deutliche Position gegen Berufsrassisten durch Aufrufe und Versammlungen dagegen nur wenige Schritte vom Greul der Nazis im NS entfernt.. Meine Fresse.. Gehts noch Vera?

    Besonders bei geschichtsvergessenen Rassisten wie Prof. Dr. Arsch und seinen Groupies aus dem RCDS, mit seinen abenteuerlichen Erklärungen, warum die AUfnahme von Geflüchteten durch den angeblich allein nur Merkel zuzuschreibenen diskurs (Die Millionen solidarischen Bürger_innen die diese Politik tragen interessieren hier offenbar nie!) böse, gefährlich, falsch, fatal etc. sei. Am Ende sind es nämlich nicht die unmenschlichen weil kapitalistischen Verhältnisse für Dr. Arsch die falsch sind und diskutiert gehören, sondern die Quantität und Qualität der Geflüchteten. So ist am Ende der Geflüchtete das Objekt und muss als Ursache und Wirkung gleichermaßen für alles was im Kapitalismus nicht so laufen will, als Schuldiger herhalten. Merkel ist hier nur eine Chiffre für den Leitspruch der AfD „unnütze Ausländer raus“. Na wenn das nicht nach der Logik von Sozialchauvinismus, Ethnopluralismus und Nationalismus einer rechtspopulistischen AfD klingt, was dann Prof. Dr. Arsch?!

    !RASSISMUS TÖTET!

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