VA: „Von wegen sicher!“

Veranstaltung zur aktuellen Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik

Mittwoch, 5. April 2017 | 19 Uhr | DGB-Haus

In Afghanistan herrscht Krieg. Erst kürzlich wurden bei einem sieben Stunden andauernden Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul durch den Islamischen Staat 49 Menschen getötet. Dies war der vierte große Anschlag allein in Kabul seit Jahresbeginn. Einem internen Lagebericht der deutschen Botschaft in Kabul zufolge ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als zu Beginn des militärischen Eingreifens der NATO 2001. Auch die Zahl der zivilen Todesopfer steigt kontinuierlich – nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein 2015 über 3500 ZivilistInnen getötet und weitere 7457 verletzt. Dennoch besteht die Bundesregierung darauf, bestimmte Gebiete – darunter auch Kabul, Herat und Masar-i-Sharif – als „sicher“ einzustufen. Seit Dezember 2016 wurden bereits 77 Geflüchtete nach Afghanistan abgeschoben, mehr als 10 000 Menschen sind von Abschiebung bedroht.

In der Veranstaltung wird Andreas Kramer, Vorstand der Afghanisch-deutschen Kulturinitiative über die aktuelle Situation vor Ort berichten.Claudia Haydt von derInformationsstelle Militarisierung wird demgegenüber den Blick auf die bundesdeutsche Migrationspolitik und dahinterstehende Interessen richten und der Frage nachgehen, warum die Bundesregierung Afghanistan entgegen aller Fakten als „sicher“ erklärt. Zum Abschluss wird Hassan Safari von Jugendliche ohne Grenzen erzählen, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die in der BRD lebenden afghanischen Staatsangehörige haben und welcher Widerstand sich gegen die Abschiebepraxis regt.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Dari statt.

Veranstaltet von
Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Zuflucht Bremen – Ökumenische Ausländerarbeit e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative e.V., Jugendliche ohne Grenzen, Equal-rights-for-all Bündnis, Bremer Friedensforum, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.