Landgericht verhandelt Rechtsrocker vor Gericht

kopiert aus dem weser-kurier

Hannes Ostendorf, Sänger der Rechtsrock-Band Kategorie C, soll einen Mitarbeiter des Bremer Fanprojekts diffamiert haben.


Hannes Ostendorf, hier beim Auftritt während einer Demonstration in Köln.

Hannes Ostendorf, Sänger der Bremer Rechtsrock-Band Kategorie C, muss sich ab Donnerstag vor dem Landgericht Verden verantworten. Vor zwei Jahren kam es rund um das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV zu Auseinandersetzungen zwischen Rechten und linken Werder-Ultras. Ostendorf wird vorgeworfen, in den darauffolgenden Tagen über seine Facebook-Profilseite Steckbriefe von vermeintlichen Unterstützern der linken Ultras verbreitet zu haben. Auf einem dieser Plakate soll laut einer Sprecherin des Landgerichts Verden auch ein Mitarbeiter des Bremer Fanprojekts diffamiert worden sein. Dieser hatte Ostendorf daraufhin angezeigt.

Nach Angaben der Sprecherin hatte das Amtsgericht Osterholz-Scharmbeck Ostendorf daraufhin in erster Instanz wegen eines Verstoßes gegen das Kunst- und Urheberrecht zu 40 Tagessätzen á 50 Euro verurteilt. Der aber wollte sich mit dem Urteil offenbar nicht abfinden und ging in die Berufung.

Ostendorfs Band Kategorie C bewirbt ihre 20-jährige Geschichte auf ihrer Webseite mit dem Slogan „20 Jahre Fußball und Gewalt“. Der Name Kategorie C leitet sich aus der Bezeichnung für gewaltsuchende Fußballfans der Polizei ab. Der Verfassungsschutz bezeichnet die Gruppe in ­seinem Bericht für das Jahr 2015 als ­„Bindeglied der Hooligan- und der rechtsextremistischen Szene“.

Frontmann Ostendorf ist auch abseits der Konzertbühnen kein unbeschriebenes Blatt: Im Februar soll er übereinstimmenden Medienberichten zufolge mit einem Bandkollegen aus Bremen den sogenannten „Tag der Ehre“ im ungarischen Budapest besucht haben – eine Gedenkfeier für die 1945 in der Budapester Burg eingeschlossenen faschistischen Soldaten und Anhänger der Waffen-SS.

Im Januar vergangenen Jahres trat Ostendorf in Leipzig bei einer Demo des rechten Bündnisses Legida (Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes) auf. Nach diesem Auftritt zerstörten rechte Hooligans im Stadtteil Connewitz mehr als 20 Geschäfte und Kneipen, während das Legida-Bündnis in der Innenstadt einjähriges Bestehen feierte. Deutschlandweit sorgte im Jahr 2014 ein Auftritt Ostendorfs in Köln für Aufsehen: Unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ hatte die gleichnamige Initiative zu einer Demonstration am Hauptbahnhof aufgerufen, in deren Verlauf es zu massiven Ausschreitungen der Teilnehmer und der Polizei kam. Am Rande der Demo gab Ostendorf ein Solo-Konzert. Wegen eines Brandanschlags auf ein Bremer Flüchtlingsheim im Jahr 1991 ist er vorbestraft.

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