Das Privileg der Ignoranz

„Ich sehe mich nicht als Cis-Mann“, als Einwand eines Cis-Mannes auf den freundlichen Hinweis, die anstehende TBTN-Aktion (Termin siehe unten) sei tunlichst als reine FLTI- Veranstaltung konzipiert und er könne da nunmal nicht mit.

Dieses Negieren in (nicht nur) queerfeministischen Zusammenhängen erarbeiteter Definitionen zu Diskriminierungsvorgängen usw. bedeutet im Klartext soviel wie: Hey, lasst mich mitspielen. Ich spiel aber nicht nach euren Regeln.

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6 Antworten auf „Das Privileg der Ignoranz“


  1. 1 also 05. Mai 2017 um 0:36 Uhr

    mit ANTI-Sexismus hat das aber ganz wenig zu tun. Kritik an dem Text verbietet sich wohl von selbst. Naja, zum glück kann man auch als Frau so etwas getrost ignorieren…

  2. 2 Frau M. 05. Mai 2017 um 1:03 Uhr

    „„Ich sehe mich nicht als Cis-Mann“, als Einwand eines Cis-Mannes auf den freundlichen Hinweis, die anstehende TBTN-Aktion (Termin siehe unten) sei tunlichst als reine FLTI- Veranstaltung konzipiert und er könne da nunmal nicht mit.“

    Heißt das ihr definiert das Geschlecht von anderen?

    „Schon das Wort „Mensch“ kommt aus derselben Wurzel und ist von der Bedeutung her jahrhundertelang identisch gewesen mit dem Wort „Mann“. Wer nicht Mann war – war nichts, durfte nichts, galt nichts. Mankind. Brüderlichkeit. Man, redet nunmal so, wie man es gelernt hat…
    Heute ist das nicht mehr ganz so krass, aber Marginalisierungen lassen sich nicht weg“machen“ durch Negation. Verbal menschelt die Szene, das ist gut gemeint, nützt bloß allein noch nicht so viel. Siehe oben. Sprache tradiert Weltanschauung, tradiert gesellschaftliche Verhältnisse. “

    Heißt das jetzt, das eine Person die „mensch“ statt „man“ sagt damit quasi „mann“ sagen will?

    „„Warum müsst ihr Queerfeminist*innen immer die Männer ausgrenzen?“ sekundieren liebe, tolle, sich selbst als feministisch begreifende Frauen*… Sowas bringt mich auf, tut mir weh, lässt mich laut und hart werden.“

    Aha. Und warum?

    „Allein die gegebene Normalität, die Legitimität der Abgrenzung von FLTI-Personen gegenüber Cis-Personen immer wieder anzuzweifeln, belegt doch, wie notwendig diese Grenze ist!“

    Wenn ich jetzt mit meinen Freundinnen eine Demo gegen Rassismus mache und wir sagen: dies ist keine TBTN-Aktion, bleibt bitte zuhause, belegt dann auch das Anzweifeln der Eingrenzung (was immer auch Ausgrenzung bedeutet) die Richtigkeit der Ausgrenzung?

    „Und, liebe männersolidarische Politfrauen*: Die HERR-schenden Verhältnisse existieren leider noch immer. Wir sind alle Teil des Systems (so ungern wir uns so sehen mögen). Durch unsere Mit-Wirkung werden FLTI-diskriminierende Strukturen entweder gefördert oder bekämpft. So einfach ist das.
    Which side are you on?“

    Mal abgesehen von den leeren Plattitüden am ende: Was sind das für 2 Seiten? Worin besteht die differenz und wie soll dieser „Konflikt“ bitte gelöst werden?

  3. 3 bestätigt! 10. Mai 2017 um 12:15 Uhr

    wer noch nicht weiß, was cis bedeutet, kann das ja mal nachlesen. kommentare wie so oft unterirdisch.
    kein cis-mann sein wollen und sich als mensch* definieren als alibi? und die frauen*-kommentare auch wie beschrieben…

  4. 4 abgesagt! 10. Mai 2017 um 16:48 Uhr

    Es ist so traurig Leute zu sehen die gegen Sexismus kämpfen, ihn aus ihren eigenen Reihen und Köpfen aber nicht raus bekommen.

    Wenn der angebliche cis mann sagt er fühlt sich nicht als cis mann, wie kannst du ihn dann so erniedrigend auf ein Geschlecht reduzieren.

  5. 5 Frau M 10. Mai 2017 um 18:15 Uhr

    @bestätigt!:

    Aha, danke für die ausführliche Erklärung!

  6. 6 Jürgen 23. Mai 2017 um 21:35 Uhr

    Ich finde es vollkommen legitim Cis-Männer mit guter Begründung von bestimmten Veranstaltungen auszuschließen. Das Patriarchat und (männliche) Herrschaftsstrukturen müssen immer und überall bekämpft werden. Und deshalb finde ich es Kontraproduktiv in Texten pauschales Cis-Männer bashing zu betreiben. Ihr schreibt von „dem“ Cis-Mann. Ihr suggeriert indirekt Cis-Männer würden sich nicht kritisch mit Gender Fragen und Machtstrukturen auseinandersetzen.

    Aus dem Text:

    „sekundieren liebe, tolle, sich selbst als feministisch begreifende Frauen*…“

    Dieser anmaßende Ton zieht sich in eurem Text durch wie ein roter Faden. Erklärt ihr jetzt wer Feminist*in sein darf und wer nicht?

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