„Religion unbedeutend“

Wir verurteilen den Bluttat in der Oldenburger Innenstadt sowie den daraus resultierenden Rassismus aufs Schärfste

Wir, als lokales Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurd*innen in Deutschland (NAV-DEM Oldenburg) verurteilen zutiefst die grausame Tat bei der am Mittwoch den 14. Juni 2017 ein Mann in der Oldenburger Innenstadt erstochen wurde. Der Täter hatte nicht das Recht diesem Menschen das Leben zu nehmen, hierbei ist es nicht von Bedeutung welcher Religion der Täter oder das Opfer angehörig sind. Der Hinterbliebenen hochschwangeren Frau des Getöteten und den Kinder gilt es nun Solidarität gegenüber zu zeigen.

In der Öffentlichkeit und Politik wurde in den letzten Tagen viel über dieses schreckliche Ereignis diskutiert. Auch Rechtspopulisten machen sich dieses Thema zu eigen. Dem wollen wir uns entgegen stellen. Es ist nicht im Interesse der Betroffenen wenn ihre Situation für Rassismus instrumentalisiert wird. Eine Debatte über eine mögliche Verschärfung eines ohnehin kaum vorhandenen Asylrechts ist völlig fehl am Platz und wird niemanden etwas nützen. Am wenigsten den Hinterbliebenen, welche im Gegenteil mit solch einer Reaktion nur noch mehr Leid zugefügt wird.

Als NAV-DEM Oldenburg schlagen wir vor auf politischer und gesellschaftlicher Ebene zu handeln und als Konsequenz die „Demokratische Föderation Nordsyriens“ sowie deren Selbstverteidigungskräfte (YPG) zu unterstützen. Das dort verwirklichte Gesellschaftsmodell des „Demokratischen Konföderalismus“ baut vor allem auf Basisdemokratie sowie Bildung auf und bietet somit einen Weg der präventiv vor solchen Bluttaten schützen kann. Dies gilt für Afrin, Rojava, Syrien, den ganzen Mittleren Osten und auch für hier. Im Demokratischen Konföderalismus sind die Menschen verschiedener Religion und Sprachen vertreten und gestalten gemeinsam eine neue Gesellschaft deren Ziel es ist in wahrhaftigem Frieden miteinander zu leben.

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen!

NAV-DEM Oldenburg