Feuer in Flüchtlingsunterkunft – Gebäude vorerst unbewohnbar

kopiert aus dem weser-kurier

Am Montag zeugten nur noch Absperrband und geöffnete Fenster vom Brand in der Bremer Flüchtlignsunterkunft. Das Haus ist aber derzeit unbewohnbar. Die Behörde geht nicht von einem gelegten Feuer aus.


Brandspezialisten der Kriminalpolizei forschten am Montagmorgen nach den Ursachen des Feuers. (Rafael Heygster)

Einen Tag nach dem Feuer in einer Unterkunft für Geflüchtete an der Birkenstraße in der Innenstadt haben die Brandermittler der Polizei das Gebäude wieder freigegeben. „Die Bewohner können nun ihre persönlichen Gegenstände, Medikamente und Wertsachen holen“, sagt Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde. Bis die Menschen wieder ihre Wohnungen beziehen können, wird es aber noch dauern. Die Flure sind laut Schneider nach wie vor stark verraucht. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich giftige Dämpfe gebildet hätten.

Am Montag zeugten äußerlich nur das Absperrband der Polizei und die geöffneten Fenster von dem Brand in dem Mehrparteienhaus. Ruß oder andere Spuren des Feuers sind an der Fassade nicht zu erkennen. „Wir sind froh, dass sich der Schaden in Grenzen hält“, sagt Schneider. Die Sozialbehörde geht derzeit nicht von einem gelegten Feuer aus. „Nach meinem Eindruck gibt es derzeit keine Anzeichen, die auf einen Anschlag hindeuten“, so Schneider. Um dieses Szenario auszuschließen, müsse man aber die Ermittlungen der Polizei abwarten. Die Bewohner hätten überwiegend ruhig auf den Brand im Keller reagiert.

Spezialisten der Kriminalpolizei waren am Montagmorgen damit beschäftigt, nach den Ursachen des Feuers zu forschen. Beamte des kriminaltechnischen Dienstes liefen mit Gummihandschuhen und Werkzeugen in den Händen in das Haus. „Mit einem Ergebnis der Ermittlungen ist nicht vor Mitte der Woche zu rechnen“, hieß es am Nachmittag in der Pressestelle der Polizei.

Die etwa 50 Bewohner wurden in zwei anderen Unterkünften in der Innenstadt und in der Neustadt untergebracht. Dort werden die Geflüchteten aller Voraussicht nach noch ein paar Tage bleiben müssen. Das Sozialressort hat einen Gutachter beauftragt, der die Bewohnbarkeit des Hauses überprüfen soll. „Ohne dessen Freigabe lassen wir keinen wieder einziehen“, sagt Sprecher Schneider. In einer Wohnung sei durch den Brand zudem ein größerer Schaden entstanden, der nun behoben werden müsse. Das Sozialressort hat vorsorglich die Verantwortlichen in allen Bremer Unterkünften für Geflüchtete darauf hingewiesen, das geltende Rauchverbot strikt umzusetzen. Für alle weiteren Schritte will die Behörde die andauernden Ermittlungen zu der Brandursache abwarten.

Alle Bewohner wieder wohlauf

In der Nacht zum Sonntag war in einer Mülltonne im Keller des Gebäudes aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die alarmierte Feuerwehr rückte gegen 2.30 Uhr mit einem Großaufgebot von 70 Einsatzkräften und 27 Fahrzeugen zu dem Mehrparteienhaus aus. Das fünfgeschossige Wohnheim, das von der Caritas betrieben wird, musste komplett geräumt werden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte ein Großteil der Bewohner das Haus bereits verlassen. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten sich einige aber nicht mehr selbst durch das Treppenhaus retten. Die Feuerwehr half ihnen mit Leitern aus den Fenstern auf die Straße. Etwa 30 Minuten nach Eingang des Notrufes war das Feuer gelöscht. Die Aufräumarbeiten zogen sich bis in die Morgenstunden.

14 Menschen erlitten bei dem Brand Rauchgasvergiftungen, darunter zehn Kinder. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht und dort behandelt, ein Kind galt als schwer verletzt und musste beatmet werden. Nach Angaben der Polizei konnten mittlerweile alle im Krankenhaus behandelten Bewohner der Unterkunft ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen entlassen werden. Eine Sprecherin der Caritas wollte sich auf Nachfrage des WESER-KURIER nicht zu den Ereignissen äußern.

„Nach meinem Eindruck gibt es derzeit keine Anzeichen, die auf einen Anschlag hindeuten.“ Bernd Schneider, Sprecher Sozialbehörde

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