Brandanschlag auch in Bremen

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in Deutschland mehrere Brandanschläge auf Anlagen der Deutschen Bahn verübt. Weser Kurier und Radio Bremen berichten, dass auch ein Anschlag auf Bahnanlagen in Bremen verübt wurde. Dabei wurden Kabelschächte am Bahnübergang Wardamm in Grolland in Brand gesetzt. Das betroffene Gleis verbindet den Hauptbahnhof mit dem Güterverkehrszentrum (GVZ) und dem dahinter liegenden Neustädter Bahnhof.

Auf linksunten.indymedia.org ist folgendes Bekenner*innenschreiben veröffentlicht worden:

Kurze Unterbrechung der Reibungslosigkeit anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg

Heute Morgen haben wir die Kabelstränge entlang mehrere Hauptstrecken der Bahn in Brand gesetzt. Die Bahn nutzt die Kabelkanäle neben den Gleisen nicht nur für die interne Signalübermittlung sondern vermietet die Schächte auch an andere Datennetz-Betreiber. Wir unterbrechen die alles umfassende wirtschaftliche Verwertung. Und damit die so stark verinnerlichte Entwertung von Leben. Wir greifen ein in eines der zentralen Nervensysteme des Kapitalismus: mehrere Zehntausend Kilometer Bahnstrecke. Hier fließen Waren, Arbeitskräfte, insbesondere Daten.

Daten als Basis der Erfassung zur Be- und Ver-wertung von allem. Daten, die als Flussmittel notwendig sind für die Zusammenfassung aller (Arbeits-)Prozesse zu einer lernenden, sich stetig optimierenden Maschine. In Deutschland soll sie zukünftig Industrie 4.0 heißen.

Die G20 treffen sich im Juli, damit die Maschine möglichst rund läuft. Es geht um die Stabilität der Weltwirtschaft. Wie immer. Und es geht um Afrika, als neokoloniale Erweiterung der Maschine. Nicht mehr nur zur Erbeutung von Rohstoffen, sondern zur Erschließung neuer Verwertungsmöglichkeiten, neuer Märkte, neuer Arbeitskräfte. Und zur Verlagerung der EU-Außengrenze nach Nordafrika zur Abwehr derjenigen, die sich nach Zerstörung ihrer Lebensbedingungen durch die G20 auf den Weg machen. Die „Partnerschaft mit Afrika“ soll einen Sicherheitswall ökonomisch erzwingen, der die Arbeit der europäischen Grenzsicherung übernimmt. Damit die Maschine noch runder läuft und weniger hässliche Bilder produziert.

Wir werden die Maschinisten nicht aufhalten, noch nicht.
Aber wir zeigen auf, wie es möglich ist, die Maschine zum Stottern zubringen,
obwohl wir selbst Teil der Maschine sind und immer tiefer in sie eingepasst werden sollen.
Wir rufen unseren Widerspruch in das Gedächtnis der Maschinisten.
So wie im Juli beim Gipfel der G20 in Hamburg.
Massenhafter Widerspruch wird für die ganze Welt sichtbar werden.
Und ermutigen.
Nicht länger zu warten.
Nicht mehr nur hoffen.
Handeln.
Probieren, scheitern. Erneut probieren, besser scheitern.
Gewinnen vielleicht.
In jedem Fall weiter kommen.
Unseren Weg gehen.
Leben also.
Jetzt!

Das einzige Maß für die Krise des Kapitalismus ist der Grad der Organisierung der Kräfte, die ihn zerstören wollen.

Shutdown G20 – Hamburg vom Netz nehmen!

Quelle: linksunten.indymedia.org

siehe auch
Weser Kurier – Brandattacke auf Bahngleis in Grolland


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