„Ärger über AfD-Präsenz in der Falkenstraße“

kopiert von weser-kurier.de

Den neuen Anlaufpunkt der Bremer AfD zieren Anti-AfD-Aufkleber, auf dem Fahrradweg steht „AfD not welcome“. Landeschef Frank Magnitz sagt, er fühle sich fatal an das Dritte Reich erinnert.


Schwieriges Pflaster: der Standort der neuen AfD-Anlaufstelle an der Falkenstraße 24.

Wirklich gern gesehen scheint die AfD in der Falkenstraße nicht zu sein. Schon jetzt zieren ihren neuen Anlaufpunkt einige Anti-AfD-Aufkleber, auf dem Fahrradweg steht unübersehbar „AfD not welcome“. Zur Protestversammlung der Anwohner waren vergangenen Freitag rund 70 Menschen aus der Multikulti-Nachbarschaft gekommen. „Dass die AfD unser Nachbar werden will, ist eine riesige Provokation“, sagt Initiator Sebastian Rave. „Diese Straße ist der Beweis, dass die Propaganda der AfD eine Lüge ist.“

Doch die AfD will keinen Zentimeter weichen. Für Landeschef Frank Magnitz ist der Anwohnerprotest nichts weiter als Hetze. Er fühle sich „sehr fatal“ an das Dritte Reich erinnert, sagte Magnitz dem WESER-KURIER. Damals habe es geheißen, „Kauft nicht bei Juden!“, der gleiche geistige Hintergrund sei auch den Demonstranten zu Eigen. „Welche Unverschämtheit, welche Arroganz, welch anti-demokratischer Geist offenbart sich da“, poltert Magnitz.

Das sieht Rave anders. Der Mediengestalter wohnt gerade mal drei Häuser von der neuen AfD-Adresse entfernt. Und ist kein unbeschriebenes Blatt als AfD-Gegner, seit er vor zwei Jahren eine Demo gegen die Partei organisierte. Tatsächlich wirkt die Falkenstraße nicht gerade wie ein optimales Pflaster für eine Partei wie die AfD. In der Straße wohnen und arbeiten Menschen aus zahlreichen Nationen friedlich zusammen. In der Nachbarschaft befindet sich eine Moschee, gleich daneben hat ein Afro-Shop sein Domizil. In Sichtweite steht das Bundeswehrhochhaus, derzeit ein Wohnheim für 150 Geflüchtete.

Merkwürdig: Die AfD will bleiben, obwohl sie noch gar nicht richtig da ist und es nach Aussage von Magnitz auch nie sein wird. Von einem Parteibüro könne keine Rede sein, betont der Landeschef. Zumal die AfD ja auch gar nicht der Hauptmieter sei. Dessen Namen will Magnitz nicht preisgeben, bei den Anwohnern ist er aber schon bekannt. Es handelt sich um Jürgen Blome, Geschäftsführer eines Fachgroßhandels für Friseurbedarf. Der bestätigt auf Nachfrage seine Vereinbarung mit der AfD. Ob er angesichts der Proteste von seinem Vorhaben abrücken wird, lässt Blome offen. Sein Kommentar: „Ich beobachte das.“

„Temporär zur Verfügung gestellter Standort“

Magnitz versteht die Aufregung nicht. Zumal auch nicht vorgesehen sei, die neue Adresse in irgendeiner Weise kenntlich zu machen. Eben weil es sich nur um einen „temporär zur Verfügung gestellten Standort“ handele. Wobei mit „temporär“ nicht gemeint ist, die Nutzung nach Ablauf einer bestimmten Frist wieder aufzugeben. Vielmehr will Magnitz damit zum Ausdruck bringen, dass die neue Adresse nicht dauerhaft, sondern nur für Einzelveranstaltungen genutzt werden soll. Für Mitgliederversammlungen „oder was auch immer“.

Dass die AfD ausgerechnet in die Bahnhofsvorstadt strebt, hat mit dem Fehlen eines Parteibüros nach den internen Querelen zu tun. Da traf es sich gut, dass Magnitz als Hausverwalter des Gebäudes an der Falkenstraße im Blick hat, was sich hinter den Mauern tut. Als die Adresse an der Falkenstraße 24 frei geworden sei, habe er den neuen Hauptmieter angesprochen. Der wolle ein Beratungsbüro in dem Ladengeschäft einrichten und habe nichts gegen eine AfD-Nutzung.

Wohl aber Rave. Bereits bei der Anwohnerversammlung ließ der 35-Jährige durchblicken, wie man Blome als Hauptmieter unter Druck setzen könne. Es sei zu diskutieren, „ob wir die Friseure in Bremen dazu überreden wollen, woanders einzukaufen“. Die Anwohnerversammlung sei nur der Anfang gewesen, noch im Laufe des Sommers sollen weitere Aktionen folgen. „Entweder eine größere Demo oder ein Straßenfest. Oder auch beides.“

Quelle: weser-kurier.de


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