G20 Mobilisierungsstraftat – Vonovia aufs Dach steigen!

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Die Häuser denen, die sie brauchen!

Letzte Nacht haben wir zwei Fahrzeuge der Vonovia AG aus dem Verkehr gezogen und die Scheiben ihrer Geschäftsstelle mit Steinen beworfen.

Vonovia ist Eigentümerin von über 10.000 Wohnungen in Bremen und damit die grösste private Immobiliengesellschaft der Stadt. Mit Sanierungen, Dachausbauten und der Aufstockung von Gebäuden werden vielerorts die Mieten in die Höhe getrieben und die Bewohner_innen damit verdrängt.

Gegen die fadenscheinig begründeten Mieterhöhungen hat sich eine Initiative von Mieter_innen im vergangenen Jahr gewehrt. Genauso widersprechen die Bewohner_innen der Siedlung Am Sacksdamm in Sebaldsbrück, der Reihersiedlung in Oslebshausen und in der Holsteiner Straße in Walle ausdrücklich dem geplanten Abriss ihrer Häuser, in denen sie z.T. schon jahrzehnte lang wohnen.

Dass die Vonovia sich nicht um den Willen der Bewohner_innen schert, überrascht uns nicht. Claims wie “Wir geben Menschen ein Zuhause” oder “Vonovia übernimmt Verantwortung” sind dabei mehr als zynisch. Denn wo Wohnraum als Ware gehandelt wird, geht es nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern um kapitalistisches Verwertungsinteresse.

Vonovia ist nicht nur in Bremen der größte private Vermieter, sondern auch bundesweit das größte private Immobilienunternehmen. Spätestens seit dem Gang an die Börse 2013 dürfte klar sein, dass sich der Handel mit dem Menschenrecht auf Wohnen vorzüglich auszahlt und große Ausschüttungen bereit hält.

Wir unterstützen die Forderung nach einem bedingungslosen Menschenrecht auf Wohnen und solidarisieren uns ausdrücklich mit den widerständigen Mieter_innen.

Diese Sachbeschädigung richtet sich jedoch auch gegen diese Verhältnisse insgesamt, die wir nicht hinnehmen wollen. Wir wissen um unsere eigene Ohnmacht. Wir sind zur Zeit nicht in der Lage Mieterhöhungen oder Abriss abzuwenden. Vielleicht ist dieser Angriff nichts weiter als ein kleiner, kostentreibender Faktor. Trotzdem bleiben wir dabei: Verrückt sind die, die nichts tun! Mit uns ist zu rechnen!

In Erinnerung an den Widerstand in der Rückertstraße!

Vonovia aufs Dach steigen!

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siehe auch:
Weser Kurier – Autos brennen in der Innenstadt


1 Antwort auf „G20 Mobilisierungsstraftat – Vonovia aufs Dach steigen!“


  1. 1 meckert gern 22. Juni 2017 um 11:03 Uhr

    „Denn wo [Brötchen] als Ware gehandelt [werden}, geht es nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern um kapitalistisches Verwertungsinteresse.“

    „Denn wo [Kleidung] als Ware gehandelt wird, geht es nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern um kapitalistisches Verwertungsinteresse.“

    „Denn wo [Arbeitskraft] als Ware gehandelt wird, geht es nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern um kapitalistisches Verwertungsinteresse.“

    Brennt also als nächstes der nächste Bäcker? Oder ein Fahrzeug von Aldi, Rewe, Lidl, Penny, ein Laden von Kik, NB, Adidas? Oder ihr zündet mal eine_r Arbeiter_in von Mercedes die Karre an? Verkauft ja schließlich ihre Arbeitskraft als ware im Sinne des kapitalistischen Verwertungsinteresses.

    Klar, eure Aktion richtet sich natürlich auch immer gegen die Gesamtverhältnisse, dass die Gesamtverhältnisse jede_n einzelne_n Teilnehmer_in aber dazu zwingen, alles als Ware zu verkaufen, erwähnt Ihr nicht mal.

    Das Schreiben strotzt so von kurzer Kritik, dass ich wünschte, ihr hättet die Nacht zur Reflexion und Analyse genutzt, statt irgendwelche Autos anzuzünden. Denn, große Überraschung, am Ende zahlen für die kaputten Autos, die überwiegend armen Mieter_innen der Vonovia…

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