„Gemeinsam mit „Identitären“, Antisemiten und Rockern“

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Die Bremer AfD und ihre Jugendorganisation sind mitnichten so harmlos wie sie sich darstellen, das zeigen die neuesten Entwicklungen.

Der Verdacht, dass zwischen „Junger Alternative“ (JA) und „Identitärer Bewegung“ in der Hansestadt kein Blatt Papier passt, besteht schon länger. Jetzt bestätigte der Senat der Stadt an der Weser auf eine Anfrage der Partei Die Linke, dass es Kontakte gebe und das zuständige Landesamt für Verfassungsschutz prüfe, „welche Auswirkung diese Erkenntnisse bei der Bewertung der JA haben“. Das Internetportal „AfD Watch Bremen“ hatte von der Teilnahme der zwei JA-Funktionäre Robert Teske und Marvin Mergard an der Demonstration der völkisch-nationalisten „Identitären Bewegung“ am 17. Juni in Berlin berichtet.

Der Bremer AfD-Landesvorsitzende Frank Magnitz sagte daraufhin gegenüber „Radio Bremen“: Die beiden seien als „Privatpersonen“ dort gewesen, man gehe ja auch „nicht als Funktionsträger bei Lidl einkaufen“. Magnitz: „Sie können privat auch zu einer Demonstration der DKP gehen.“ Teske und Margard selbst ließen verlauten: „Da das auf der Demonstration hochgehaltene Motto ‚Zukunft für Europa’ sich mit unseren Prinzipien deckt, sehen wir auch keinen inhaltlichen Grund einer solchen Demonstration als Privatpersonen fern zu bleiben“.

Behörde prüft Foren auf strafrechtliche Relevanz

Der Bremer Innensenator dagegen hält die „Identitäre Bewegung“ für gefährlich und strebt ähnlich wie bei Mitgliedern von NPD und „Reichsbürger“-Bewegung an, ihnen eine Waffenerlaubnis zu versagen oder zu entziehen. Zur Zeit prüft die Behörde auch die Foren „deutschepatrioten.de“ und den Youtube-Kanal „DunkleEule“ auf strafrechtliche und rechtsextreme Relevanz. Beide Portale sollen laut „AfD Watch Bremen“ vom stellvertretenden JA-Vorsitzenden betrieben werden.

Auch der Bremer Beiratsabgeordnete der AfD, Gerald Höns, Vertreter im Stadtteil Walle, rückt immer stärker in den Fokus. Der 64-jährige Fan und Besitzer von Luftschutzbunkern verschickte in Mails an Beiratsmitglieder Links einer rechtsradikalen Homepage namens www.hoahe.de. Zudem unterhält Höns direkten Kontakt zum hoahe.de- Betreiber Uwe F. Der Rentner ist polizeibekannt, gilt als Querulant, seine Internetseite strotzt vor Beleidigungen und antisemitischen Andeutungen.

AfD-Mann mit „Führerzimmer“

Die Waller Beiratsfraktion der Linken hat AfD-Mann Höns bereits aufgefordert, ihr keine weiteren Mails zu schicken, denn „www.hoahe.de“ sei, so Sprecher Jörg Tapking, rechtsextrem und antisemitisch. Auf der Eingangsseite prangt das Bild eines Juden aus dem NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“, Angela Merkel und Ursula von der Leyen hängen als Marionetten in seinen Händen. Darunter ist der Liedtext „Marionetten“ vom „Reichsbürger“-Freund und Popsänger Yavier Naidoo abgedruckt. Uwe F. führte bereits 2015 gemeinsam mit Gerald Höns eine verbale Auseinandersetzung mit einem Kontaktbeamten, die für Öffentlichkeit sorgte. Im November 2015 versuchte der AfD-Lokalpolitiker, den Bekannten als fachkundigen Bürger im Fachausschuss Soziales unterzubringen.

Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker Höns war nach eigenen Angaben zunächst Fördermitglied der AfD, bevor er in die Partei eintrat. Als Unternehmer kam er mit einem speziellen Bauteil für Spielautomaten zu Geld. Vier Bremer Hochbunker sollen sein eigen sein. In dem Artikel „Geralds Welt“ der „Zeitschrift der Straße“ stellte er sein Betonunikum in der Grenzstraße vor und zeigte darin auch ein „Führerzimmer“. Höns erzählte der Obdachlosen-Zeitung, für ihn gehe es „nicht um Gesinnung, sondern nur um die Historie“. Jeder Bunker habe im Dritten Reich so einen Raum gehabt, „um Hitler, falls er zu Besuch kommen sollte, angemessen unterzubringen“. Aber der AfD-Mann hat diesen Raum noch heute – sogar mit goldenem Reichsadler und Hakenkreuz.

Rocker im Bunker

2016 trafen sich rund 100 Vertreter von 27 Rockergangs – darunter auch das „Hells Angels“-Charter „West Side“ – zu einer Art „Runden Tisch“ in den Räumen von Höns’ Bunker in der Waller Grenzstraße. (bnr.de berichtete) Um was es bei dem Treffen genau geht, ist bis heute unklar. Während sich das „Hells Angels“-Charter mit dem Rechtspopulisten Fritjof Balz in seinen Reihen im Stadtteil Walle zunächst niederlassen wollte und AfD-Beiratsmitglied Höns als Fürsprecher auftrat, zog es sich nun zurück. Doch den Höllenengeln folgten die „Osmanen“. Der Rocker-ähnliche „Boxerclub“ gilt als türkisch-national. Bebachter stellen sich die Frage, ob er als Vorfeldorganisation der Angels auftreten könnte.

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