„Kleine schwarze Fische“ & „Hevi – Hoffnung“ im City 46

Das Solikomitee Kurdistan zeigt vom 31.8. bis 6.9. zwei kurdische Filme im Kommunalkino City 46 und lädt alle Interessierten herzlich ein:

„Kleine schwarze Fische – Kindsein im Südosten“
Donnerstag, 31. August 2017 | 18 Uhr | City 46
Samstag, 2. September 2017 | 20:30 Uhr | City 46
Dienstag, 5. September 2017 | 18 Uhr | City 46

In 11 Interviews berichten Erwachsene, Jugendliche und Kinder über ihre Kindheit im Südosten der Türkei, dem türkischen Teil Kurdistans. Auf die Fragen, wie ihre Kindheit verlief, welche Märchen, Geschichten und Spiele sie erinnern und was ihr größter Wunsch sei, antworten sie mit Erinnerungen an erlebte Gewalt und Demütigung, getötete Verwandte und frühe Lohnarbeit. Es wird deutlich, dass die Menschen dort keine Wahl haben, ob sie sich in dem Konflikt mit dem türkischen Staat positionieren wollen oder nicht, und dass die Ursache des kurdischen Widerstands die langandauernden Auslöschungsversuche des türkischen Staates gegenüber den Kurd*innen sind.
Berichtet wird u.a. aus Sirnak, Batman, Van, Diyarbakir und Roboski. Viele dieser Orte waren 2015 wieder Ziel von vernichtenden Angriffen auf die Bevölkerung, einige Orte sind inzwischen teilweise ausgelöscht.
Roboski (Ortasu) wurde 2011 bekannt, weil die türkische Armee dort Kinder und Jugendliche bombardierte, die ihren Lebensunterhalt mit dem Grenzschmuggel verdienten – 34 von ihnen wurden ermordet. Im Film werden Schock und Traumatisierung deutlich, aber auch der Widerstandsgeist von Kindern und Jugendlichen, die in Roboski ihre Geschwister verloren haben.
Die empathisch gefilmten anschaulichen Erzählungen werden ergänzt durch Videoaufnahmen aus den 90er Jahren von Angriffen der türkischen Armee auf die Zivilbevölkerung, kurdischen Liedern und wunderschönen Landschaftsaufnahmen.
Gedreht in der Zeit der Friedensgespräche zwischen der PKK und der türkischen Regierung (2013 – 2015), zeigt der Film auch vorsichtige Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des jahrelangen Konflikts.
Im letzten Interview erzählt ein kleiner Junge die Geschichte „Der kleine schwarze Fisch“ und fragt am Ende erwartungsvoll: „Ist es möglich, das Ende des Flusses zu erreichen?“

„Hevi – Hoffnung“
Freitag, 1. September 2017 | 18 Uhr | City 46
Montag, 4. September 2017 | 20 Uhr | City 46
Mittwoch, 6. September 2017 | 20 Uhr | City 46

Hevi heißt Hoffnung. In den kurdischen Befreiungskämpfen haben von Anfang an Frauen eine wichtige Rolle innegehabt. Die jahrzehntelangen Repressionen, in deren Folge die Männer inhaftiert oder getötet wurden, zwangen die Frauen zum Handeln. Es gibt eine feministische Tradition, da der Einsatz für eine selbstbestimmte kurdische Gesellschaft auch die Emanzipation der Frauen vorantrieb. Der Film folgt dem Schicksal von vier Kurdinnen, die sich im Widerstand gegen die Unterdrückung gegen die Unterdrückung ihres Volkes wehren: Eren Keskin, Anwältin seit den 90er Jahren, gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihre Erfahrungen und erlebten Menschenrechtsverletzungen an kurdischen Frauen. Seitens des türkischen Staates wurde und wird vermehrt sexuelle Gewalt als Kriegsmittel eingesetzt. Gültan Kisanak und Aysel Tugluk, Politikerinnen in Kurdistan, berichten vom harten Kampf, sich angesichts gewalttätiger Repression auf demokratischer Ebene durchzusetzen. Sakine Cansiz, ehemalige Guerilla-Kämpferin und Mitbegründerin der kurdischen Arbeiterpartei PKK, wurde während der Dreharbeiten mit zwei Freundinnen in Paris erschossen.

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