„AfD will Büro doch aufgeben“

kopiert aus dem Weser Kurier

Überraschende Wendung im Streit um das AfD-Parteibüro an der Falkenstraße in Bremen: Parteisprecher Frank Magnitz kündigt Ende der Nutzung nach dem Bundestagswahlkampf an.


Parteisprecher Frank Magnitz hatte am AfD-Parteibüro an der Falkenstraße mit einem Banner mit der Aufschrift „Gegen Linksterror: Wir bleiben hier!“ keinerlei Anstalten gemacht, den Standort wieder zu verlassen.

Überraschende Wendung im Streit um das AfD-Parteibüro an der Falkenstraße: Entgegen bisheriger Bekundungen will die Partei die Räumlichkeit nun doch aufgeben. Der Standort sei nur als „temporärer Anlaufpunkt für den Wahlkampf“ gedacht gewesen, erklärte Parteisprecher Frank Magnitz auf Nachfrage. „Danach gehen wir wieder.“ Seine Genugtuung darüber brachte in einer ersten Reaktion der Initiator der Anwohnerproteste zum Ausdruck, Sebastian Rave, zugleich Vorstandsmitglied der Linken. Gleichwohl warnte er davor, sich zu früh zu freuen. „Da muss man erst einmal abwarten, ob sich die AfD nicht doch wieder anders entscheidet.“

Am angekündigten Straßenfest gegen die AfD-Präsenz an der Falkenstraße will die Anwohnerinitiative dennoch festhalten. Unter dem Motto „Bunt statt rechts“ soll die Veranstaltung am Sonntag, 3. September, von 15 bis 20 Uhr, im Eckbereich zur Ellhornstraße stattfinden. Neben einem Kinderprogramm ist ein multikulturelles Bühnenprogramm mit Live-Musik, Poetry-Slam und Redebeiträgen geplant. Unterstützt wird das Straßenfest unter anderem vom SV Werder Bremen, der Verein stellt eine Torwand und ein Glücksrad zur Verfügung.

Im Juni hatte die AfD mit ihrem Umzug in die multikulturell geprägte Falkenstraße für Aufregung gesorgt. Gegen die Präsenz der Rechtspopulisten wandte sich eine Anwohnerversammlung auf Initiative von Rave. Nicht ganz klar war bis zuletzt, ob die AfD an der Falkenstraße eine reguläre Geschäftsstelle eröffnen oder den Standort nur „temporär“ nutzen wollte.

Keine Anzeichen von Auszug

Gegenüber dem WESER-KURIER wollte Magnitz im Juni ausdrücklich nicht von einem Parteibüro sprechen, sondern nur von einem „temporär zur Verfügung gestellten Standort“. Dagegen erwähnte er in einer Pressemitteilung Anfang Juli „das neue Büro seiner Partei in der Falkenstraße“. Bislang hatte die AfD keinerlei Anstalten gemacht, den neuen Standort wieder zu verlassen. Das bekräftigte Magnitz nicht nur im Rahmen einer Flyer-Aktion Anfang Juli, nachdem Unbekannte die Scheibe der Räumlichkeit eingeworfen hatten. In die gleiche Richtung weist ein Banner mit der Aufschrift „Gegen Linksterror: Wir bleiben hier!“ hin, das noch am Mittwoch in der Auslage der Anlaufstelle an der Falkenstraße zu sehen war.

Gleichwohl hatte sich die AfD am neuen Standort eher rar gemacht. Außer der Flyer-Aktion unmittelbar nach dem Anschlag haben die Anwohner keinerlei Aktivitäten wahrgenommen. Auf irgendwelche Parteiinsignien hatte die AfD verzichtet, nach eigenem Bekunden eben weil es sich nur um einen „temporären Standort“ handele. Laut Magnitz war damit die sporadische Nutzung zu bestimmten Anlässen gemeint, nicht ein zeitlich begrenzter Aufenthalt.

Straßenfest der Anwohnerinitiative

Von einer Anwohnerinitiative gegen die AfD-Präsenz will Magnitz nichts wissen, in seinen Augen stecken die Linken hinter den Protesten. Dagegen wehrt sich Rave, der wie Magnitz für den Bundestag kandidiert. Er engagiere sich als Anwohner, nicht als Politiker der Linken, betont der 35-Jährige. Angemeldet ist das Straßenfest für 150 Personen, die Initiative hofft aber nach entsprechenden Verlautbarungen in den sozialen Netzwerken auf deutlich mehr Zulauf.

Auf ein „buntes Event“ freut sich Mitinitiatorin Waltraud Wulff-Schwarz aus der Ellhornstraße. Das Straßenfest solle die Vielfältigkeit der Falkenstraße demonstrieren. Den AfD-Standort verurteilt die 69-Jährige als „Provokation gegenüber der multikulturellen Szene“. Denn: „Hier leben Menschen aus vielen Nationen und mit vielen Religionen friedlich miteinander, eine rassistische und nationalistische Partei ist hier nicht willkommen.“

Quelle: weser-kurier.de