FilM: „Der Kuaför aus der Keupstrasse“

Samstag, 16. September 2017 | 19 Uhr | Lagerhaus

Im Mittelpunkt des Films stehen die Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstrasse. Am Nachmittag des 09. Juni 2004 explodierte die Bombe vor dem Geschäft des Frisörs Özcan Yildrim. Schnell wird er in den Augen der ermittelnden Behörden zum potentiellen Täter mit Verbindungen zur Schutzgeld- und Drogenmafia. Er wird kriminalisiert und mit ihm eine ganze Straße und eine ganze Gemeinschaft.
Erst sieben Jahre später werden die wahren Täter enttarnt, die Rechtsterroristen des selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds. Die Ermittlungen gegen die Opfer werden eingestellt, aber es haben sich tausende Seiten Ermittlungsakten angehäuft, die das skandalöse Vorgehen der Behörden dokumentieren. Er wird deutlich, dass von Seiten der Behörden und Ermittler nur die Überführung des Opfers als Täter in Frage kam. Ein ausländerfeindliches Motiv wurde nie in Betracht gezogen. Der Kölner Filmemacher Andreas Maus hat Zugang zu diesen Akten und dokumentiert die Originalverhöre der Opfer und Ermittler in seinem Film. Die Befragungen der Bewohner der Keupstrasse werden aus den Originalprotokollen der umfangreichen Ermittlungsakten mit Schauspielern szenisch nachgestellt.
Auf eindrückliche Weise zeigt DER KUAFÖR AUSDERKEUPSTRASSE, wie tiefgreifend der Bombenanschlag, aber auch die Verdächtigungen danach, das Leben im Kölner Stadtteil Mülheim erschüttert haben.
So wie in Köln wurden auch in den anderen Städten, in denen der NSU gemordet hat, zumeist die Angehörigen und ihr Umfeld verdächtigt. Der Film eröffnet die Diskussion über die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf eine neue Art, nämlich aus der Perspektive der Betroffenen.

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