„Bremen registriert kaum Verstöße gegen sexistische Werbung“

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Sexistische Werbung stößt in Bremen zunehmend auf Kritik der Bürger. Seit April gab es 30 Beschwerden über elf Motive, wie Susanne Gieffers von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) sagte. Demnach wurden Plakate zu einer Fernseh-Casting-Show und Werbung für Sonnenstudios gemeldet. Außerdem für einen Fensterbauer, einen Elektrobetrieb sowie eine Bäckerei-Kette. Auch Plakate von AfD und FDP wurden den Angaben zufolge bei der Beschwerdestelle gemeldet.

    Von den elf beanstandeten Motiven haben wir sechs als tatsächlich sexistisch eingestuft.
    Susanne Gieffers, ZGF

Von den sechs Problem-Motiven konnte nur eines abgehängt werden, weil die anderen Motive auf privaten Flächen wie beispielsweise Fahrzeugen angebracht waren. Die Behörde wies die zuständigen Unternehmen und Organisationen lediglich auf den Missstand hin.

Die Prüfung einiger Beschwerden ergab, dass es sich bei den gemeldeten Motiven zwar um sexualisierte, nicht aber um sexistische Bilder handelte. Im Sonnenstudio gebe es nun mal gebräunte Haut, auch am Busen, so eine Behördensprecherin. Dieses Motiv ohne Bezug zum Werbeobjekt zu zeigen, wäre allerdings sexistisch. Das habe nichts mit Prüderie oder Sittenpolizei zu tun, es gehe um ein respektvolles Miteinander – nicht zuletzt wegen der Wirkung auf Kinder und Jugendliche.

Als einziges Bundesland geht Bremen gegen sexistische Werbung auf öffentlichen Werbeflächen des Landes und der Stadtgemeinde vor. Die Leitlinien entsprechen den Grundsätzen des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen.

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