„Zuzugsstopp für Flüchtlinge: auch ein Weg für Bremen-Nord?“

kopiert von butenunbinnen.de

Delmenhorst will weniger Flüchtlinge aufnehmen, weil es sich überfordert sieht. Gilt das nicht auch für Bremen insgesamt und speziell für Bremen Nord?

Nach Blumenthal sind in den zurückliegenden zwei Jahren rund 2.000 Menschen gezogen – viele davon sind Flüchtlinge oder Migranten. Große und günstige Wohnungen haben die Neubewohner angelockt. Die Einwohnerzahl im Stadtteil wuchs mit fünf Prozent stärker als in Bremen insgesamt mit lediglich zwei Prozent. Das stellt Blumenthal vor Probleme, denn seit Jahren fehlt wichtige Infrastruktur.

So warten beispielsweise viele Kinder auf einen Platz in der Kita oder in der Krippe. „Jeder Mensch, der zurzeit nach Blumenthal zieht, muss um einen Kindergartenplatz kämpfen“, sagt Jutta Wedemeyer, Leiterin des Kindertagesheims in Lüssum. Wäre ein Zuzugsstopp von Flüchtlingen nach Blumenthal ein Ausweg, der Misere bei den Betreuungsplätzen Herr zu werden? „Auch diese Kinder brauchen einen Platz“, entgegnet Annette Ndure, deren Kind in der Kita Lüssum betreut wird. „Ich finde, das ist ein Problem der Stadt, weil sie zu spät reagiert hat“, gibt eine andere Mutter, Monique Bischoff, zu bedenken.

Die schwierige Suche nach einem Arbeitsplatz

Aber Betreuungsplätze für Kinder sind in Blumenthal nur ein Problem von vielen. „Wir sind sowieso schon am Anschlag“, stellt Ortsamtsleiter Peter Nowack fest. Im Stadtteil mangele es neben Kitaplätzen auch an Schulen oder an Kinder-, Haus- und Zahnärzten. „Alles das fehlt irgendwo.“

Auch die Suche nach Arbeit ist ein Thema im Stadtteil – so wie im gesamten Land Bremen. Von allen Bremern in der Stadt Bremen beträgt der Anteil arbeitssuchender Flüchtlinge 1,4 Prozent. Ebenso hoch war die Zahl in Delmenhorst. Von allen Einwohnern dort waren ebenfalls 1,4 Prozent Flüchtlinge, die Arbeit suchten. Integration wird durch diese Bedingungen schwierig.

Zuzugsstopp um Integration zu verbessern

Wenn schon der Start im Kindergarten fehlschlägt oder auf sich warten lässt und eine Arbeit schwer zu finden ist, wirkt das einer gelungenen Integration von Geflüchteten entgegen. „Jeder Tag, den die Kinder nicht im Kindergarten sind, ist ein verlorener Tag“, findet Jutta Wedemeyer. „Sie haben weniger Bildungschancen, sie lernen weniger deutsch und das ist dann auch in der Schule schwierig.“

In Delmenhorst gilt wegen der hohen Prozentzahl an arbeitssuchenden Flüchtlingen und wegen anderer Indikatoren seit Mitte November ein begrenzter und befristeter Zuzugsstopp für Flüchtlinge. Zeitgleich hat das Land Niedersachsen der Stadt auch eine Unterstützung von vier Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr zugesagt. Mit dem Geld sollen beispielsweise mehr Kitaplätze und eine bessere Betreuung für Flüchtlinge geschaffen werden.

Quelle: butenunbinnen.de

siehe auch
buten & binnen: Flüchtlinge dürfen nicht mehr nach Delmenhorst ziehen


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