Lieber Öl im Gesicht, als Scheiße im Kopf – Für mehr Wagenplätze!

In der Bundesrepublik existieren circa 150 Wagenplätze, die von Menschen in Wohnwägen, ausgebauten LKW, Bauwägen, Anhängern oder ähnlichem bewohnt werden und immer auch den Anspruch haben einen unkommerziellen öffentlichen Raum für Begegnungen, Austausch und Kunst – kurz gesagt – für Kultur zu schaffen.
Die Gründe dafür, dass Menschen in Wägen leben möchten sind vielfältig und verschieden. Die einen suchen nach einem Leben im Minimalismus oder einer Wohnform, die nicht dem ästhetischen Einheitsbrei entspricht. Andere versuchen ein ökologisch möglichst wertvolles Leben mit Solarstrom zu führen, wieder andere haben schlichtweg keine Lust, sich den Profitinteressen von Vermieter*Innen anzupassen und eingepfercht in zu engen Wohnungen zu leben, während ein Stadtteil nach dem anderen aufgewertet und für die meisten unbezahlbar wird.
Wir wünschen uns eine Stadt in der Menschen ihren Wohnort unabhängig von ihrem Einkommen wählen können. Ein Problem, das alle Wagenplätze gemeinsam haben ist, dass sie überfüllt sind. Es gibt also deutlich mehr Menschen die Bedarf nach einem Leben im Wagen haben, als es dafür Stellplätze gibt – so auch in Bremen.

Wir, die Kulturwerkstatt Ölhaven, sind eine Gruppe von 10 Menschen, die seit Anfang 2017 auf der Suche nach einem Ort zum leben im Wagen und Kultur schaffen in Bremen sind.
Wir sind als Verein organisiert und geben somit unserer experimentellen Wohnform und den politischen und kulturellen Veranstaltungen einen Rahmen. Wir haben unser Konzept und unsere Interesse an einer ungenutzten Brache der Stadtwerke Bremen (SWB) am Hastedter Osterdeich bereits im April 2017 sowohl der Lenkungsgruppe der Zwischenzeitzentrale (ZZZ), sowie dem Hemelinger Beirat vorgestellt.
Beide Gremien, allen voran der Ortsamtsleiter Jörn Hermening, befürworten unser Projekt. Auch andere Organisationen, wie der NaBu Bremen haben uns schriftlich Ihre Unterstützung zugesagt.
Auf Anfrage hin hat auch die SWB im Mai 2017 der Lenkungsgruppe und der ZZZ gegenüber zugestimmt, dass unser Projekt auf ihrem Gelände zwar grundsätzlich erwünscht ist, ein Verdachtsfall von Bodenverunreinigung vorher aber überprüft werden müsse.
Die zuständige Mitarbeiterin des Umweltamtes Bremen, Frau Heinken, teilte uns im September 2017 daraufhin mit, dass nach den ersten Untersuchungen des Bodens im Juli, noch weitere Gutachten erstellt werden müssten. Die Ergebnisse dieser Bodenproben sind frühestens im Januar 2018 zu erwarten.

Da ein Teil unserer Gruppe in der Zwischenzeit akut einen Stellplatz brauchte, bewohnte dieser für 21 Tage unter prekären Zuständen ein Grundstück in Bremen Hemelingen.
Unsere Versuche einen Zwischennutzungsvertrag mit den Grundstückseigentümern auszuhandeln sind leider gescheitert. Deshalb mussten wir das Gelände verlassen und unsere Gruppe bleibt über Bremen verteilt – vereinzelt am Straßenrand oder in Parzellen, wobei hier ebenfalls eine langfristige Perspektive fehlt.

Wir wollen loslegen und wollen uns weder vom kalten Wetter, noch von der langsamen Bürokratie aufhalten lassen. Bis sich die Sachlage am Hastedter Osterdeich geklärt hat, brauchen wir jetzt ein zentrales Übergangsgelände, das wir sofort nutzen können, um es mit kulturellem Leben zu füllen.

Wir sind fest entschlossen weiter für unsere Lebensform und die Realisierung unseres Projektes zu kämpfen und sind nicht mehr aus den Straßen Bremens wegzudenken. Wir freuen uns über jede Unterstützung und sind erreichbar unter:

Wir freuen uns über support jeglicher Art! – Oelhafen@protonmail.com

Lieber Öl im Gesicht, als Scheiße im Kopf – Für mehr Wagenplätze!

siehe auch
taz: Begehrte Bauwagen