Nazis in der Schänke angegriffen

kopiert aus dem Weser Kurier

Ultras prügeln sich mit Kneipengästen im Bremer Viertel

Gewaltbereite Fans wollen sich vor der Partie zwischen Werder Bremen und Mainz 05 zu einer Schlägerei treffen. Die Polizei kann das verhindern. Nach dem Spiel prügeln sich Bremer Ultras aber trotzdem noch.


Einsatzkräfte der Polizei vor der Kneipe „Die Schänke“.

Nach dem Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FSV Mainz 05 im Weserstadion ist es im Bremer Steintorviertel zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen Fußballfans gekommen. Laut einem Sprecher der Polizei Bremen waren rund 120 Menschen beteiligt. Ob sie aber auch alle an der Auseinandersetzung beteiligt waren, lasse sich zum jetztigen Zeitpunkt nicht sagen.

Bei der Schlägerei zwischen gewaltbereiten Bremer Ultras und Gästen einer Kneipe wurden am Samstag in der Hansestadt mindestens fünf Menschen verletzt. Die genaue Zahl werde derzeit noch geprüft. In dem Lokal „Die Schänke“ am Steintor wurden nach dem enttäuschenden Unentschieden in der Bundesligapartie gegen Mainz 05 die Scheiben eingeworfen. Teile des Inventars wurden nach Polizeiangaben vom Sonntag möglicherweise als Waffen benutzt. Mehrere Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Wie schwer die Verletzungen der Betroffenen waren, war zunächst unklar.

„Die gewaltbereiten Fans schlugen Scheiben ein, es flogen Tische und Stühle“, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Ob es sich bei den Verletzten um Gäste oder um Ultras handelte, war auch am Sonntag zunächst weiter unklar.

Verschiedene Medien berichteten, dass es sich bei den Kneipengästen um Personen aus der Neonazi- und Hooligan-Szene gehandelt haben soll. Die Polizei konnte das zunächst nicht bestätigten. Auch ein Bericht von Spiegel-Online, nach dem es „Nazis, Nazis“-Sprechchöre“ gegeben haben soll, konnte der Sprecher der Polizei Bremen gegenüber dem WESER-KURIER nicht bestätigen. „Man kann durchaus sagen, dass die Werder-Fans dachten, sie hätten Leute aus diesen Lagern erkannt“, sagte der Polizeisprecher. Ob es sich aber auch wirklich um Leute aus dieser Szene gehandelt habe, müssten die Ermittlungen erst ergeben. Sicher sagen konnte die Polizei nur, dass es sich bei den Gästen in der Kneipe nicht um Mainzer Fans handelte. Diese waren bereits unter Polizeibegleitung aus Bremen abgereist.

Ein Video, das angeblich diese Auseinandersetzungen zeigt, kursiert derzeit bei Twitter. Der Sprecher der Polizei Bremen geht allerdings davon aus, dass das Video vom besagten Abend stammt. Auf dem Video sind dutzende Menschen zu erkennen. Einige von ihnen scheinen vermummt zu sein. Stühle und Reklame-Aufsteller fliegen auf die Straße.

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Weitere Schlägerei verhindert

Bereits am frühen Sonnabendnachmittag hat die Polizei nach eigenen Angaben ein gewalttätiges Aufeinandertreffen von zwei Gruppen aus dem Umfeld der Fußball-Bundesligaszene verhindert. 37 Mainzer waren mit einem Reisebus auf dem Weg nach Bremen. Um keinen Verdacht zu erregen, meldeten sie beim Busunternehmer einen Junggesellenabschied an und sicherten schriftlich zu, mit Fußball nichts zu tun zu haben, wie die Polizei mitteilte. Als sie an einer Raststätte ihre zivile Kleidung in „sportlich robuste“ tauschten, kamen dem Busfahrer Bedenken und er alarmierte die Polizei. Diese leitete den Bus noch in Niedersachsen in ein Industriegebiet um.

Zeitgleich wurden Bremer Polizisten im Industriegebiet Brinkum-Stuhr auf einen Auto-Corso mit bekannten Ultras aus der Bremer Szene aufmerksam. Beide Gruppen wurden überprüft, dabei habe sich der Verdacht auf eine vereinbarte Schlägerei bestätigt. Die Mainzer Ultras mussten nach der Überprüfung ihre Heimreise antreten. Die Gruppe aus Bremen blieb bis zum Spielende in Polizeigewahrsam.

kopiert aus dem Weser Kurier

siehe auch
buten&binnen – Ausschreitungen nach Werder-Spiel


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