Brandanschlag auf Firmengelände

kopiert aus dem Weser Kurier

In der Nacht zu Mittwoch haben unbekannte Täter auf einem Firmengelände in Gröpelingen einen LKW angezündet. Nach einem Bekennerschreiben schließt die Polizei einen politischen Hintergrund nicht aus.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zündeten Unbekannte in Bremen Gröpelingen einen Lkw an und gefährdeten dabei ein Menschenleben. Die Polizei erhielt ein Bekennerschreiben und ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch auf einem Firmengelände in der Straße Beim Industriehafen. Dort ging gegen 2.30 Uhr ein LKW in Flammen auf. Der Feuerwehr konnte das Feuer löschen, aber das Fahrzeug war nicht mehr zu retten. Es entstand Totalschaden, dessen Höhe die Polizei auf 200 000 Euro schätzt.

Bei dem Anschlag wurde aber auch das Leben eines Menschen gefährdet, sagt Nils Matthiesen, Pressesprecher der Bremer Polizei. Im Führerhaus eines Lasters, der neben dem in Brand gesetzten Wagen parkte, habe ein Mann geschlafen. „Zum Glück ist der Fahrer noch rechtzeitig aufgewacht“, berichtete Matthiesen. „Er konnte sich und sein Gespann in Sicherheit bringen.“ Dieses Fahrzeug wurde durch die Hitze lediglich leicht beschädigt.

Auf einer Internetseite wurde am Donnerstag ein anonymes Bekennerschreiben veröffentlicht. In diesem Schreiben wird der Firma Nähe zu rechten Parteien wie unter anderem der Alternative für Deutschland (AfD) vorgeworfen und damit der Brandanschlag gerechtfertigt. Die Frage, wie glaubhaft das Bekennerschreiben ist, konnte die Polizei am Freitagnachmittag nicht beantworten. „Wird derzeit noch geprüft“, erklärte Matthiesen. Der Staatsschutz der Polizei Bremen habe die Ermittlungen aufgenommen.

Gegenüber dem WESER-KURIER hat Gerald Höns, AfD-Mitglied im Beirat Walle, die Verbindung seiner Partei mit der Firma des Geschädigten bestätigt. Während des Bundestags-Wahlkampfes seien nachts Wahlkampffahrzeuge der AfD auf dem Firmengelände abgestellt gewesen, erklärte Höns. Er mutmaßt, dass die AfD-Fahrzeuge das eigentliche Ziel der Täter gewesen seien und zieht Parallelen zu einem Anschlag auf sein Privatfahrzeug im November. Auch hierzu hatte es ein Bekennerschreiben gegeben.

Im Zusammenhang mit dem jüngsten Brand fragt die Polizei nach Zeugen. Wer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Straße Beim Industriehafen verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann sich unter Telefon 0421 / 1312 beim Kriminaldauerdienst melden.

kopiert aus dem Weser Kurier


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