DON‘T HATE THE MEDIA, BE THE MEDIA!

Liebe Leute,

um Weihnachten war endofroad eine Zeit lang offline. Zu dieser Zeit erreichten uns diverse besorgte Anfragen, was denn da mit uns los sei (das hat uns etwas gerührt).
Dass endofroad nicht erreichbar war, begründete sich in einer Abschaltung durch den Bloghoster „blogsport“. Dieser hatte unter Androhung eines mittleren fünfstelligen Bußgelds durch die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg kurzerhand endofroad abgeschaltet, um Schaden von sich abzuwenden. Die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg forderte gegenüber Blogsport, dass endofroad seiner Impressumspflicht nachkomme. Dies haben wir inzwischen unter Bauchschmerzen nachgeholt (ihr könnt uns also jetzt alle unter der angegebenen Adresse besuchen kommen).

Letztendlich war der Vorfall nicht wirklich dramatisch – er zeigt aber sehr gut, wie fatal es ist, sich auf einige wenige Strukturen zu verlassen. linksunten.indymedia.org ist hierfür das beste Beispiel. Was, wenn endofroad dauerhaft abgeschaltet wird? Selbstverständlich ist eine Serverstruktur in Deutschland sehr einfach angreifbar.

Endofroad gibt es nun annähernd 10 Jahre. Das ist gefühlt eine verdammt lange Zeit, in der wir immer wieder von Repression betroffen waren. Aber in Zeiten, zunehmend nach dem G20 in Hamburg, in denen die CDU/CSU und SPD (unter dem Applaus der AfD) gegen linksradikale Bewegung und Projekte agiert, müssen wir uns auch die Frage stellen, wie wir weiter machen wollen. Längst ist endofroad bzw. die Informationsbeschaffung über das Internet zur Selbstverständlichkeit geworden. Linke Zeitschriften werden nur noch von wenigen gelesen oder verschwinden kommentarlos von der Bildfläche (was ist denn aus der LaRage geworden?), Debatten finden nur noch in begrenztem Rahmen statt.

Für uns ist die endofroad-Struktur jedoch nicht selbstverständlich. Sie ist ohne viel Aufwand angreifbar (was die Abschaltung über Weihnachten oder andere bisherige Repressionsversuche gezeigt haben) und frisst unglaublich viel Zeit bzw. muss von wem gefüttert werden.

Wir fänden es super, eine Debatte über linke Medien (gerade auch mit dem Verbot von linksunten im Hinterkopf) zu führen – sowohl auf lokaler, als auch auf bundesweiter Ebene. Mit diesem Anliegen scheinen wir ja gerade auch nicht alleine zu sein, liest man sich die diversen autonomen Szenezeitschriften durch. Reicht euch denn ernsthaft ein lokaler Infoblog, auf dem die meisten Beiträge aus zusammenkopierten Zeitungsberichten oder Veranstaltungsankündigungen bestehen? Habt ihr als Gruppen inzwischen wirklich nur noch so wenig Text-Output? Wo finden all die Debatten und gruppenübergreifenden Gedankenaustausche statt? Nicht auf endofroad, das ist klar. Findet so etwas denn überhaupt noch statt? Oder sind wir alle so weit von der facebook-Blase eingesogen worden, dass wir nur noch dort mit Leuten diskutieren?

Wir halten autonome Medien – sowohl auf regionaler bzw. lokaler Ebene, als auch auf überregionaler/bundesweiter Ebene für enorm wichtig. Sowohl Print- als auch digitale Medien.

Für mehr autonome Medien!


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