„400 Menschen demonstrieren in Vegesack gegen Rechts“

kopiert aus dem Weser Kurier

In Bremen-Nord ist eine Demonstration gegen rechte Aktivitäten ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen.


In Vegesack sind am Samstag zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

In Bremen-Vegesack sind am Samstagnachmittag Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Der Protest richtete sich gegen rechte Aktivitäten in Bremen-Nord, unter anderem Übergriffe gegen Jugendliche und rechte Schmierereien am Bunker Valentin. Die Demo ging kurz vor 18 Uhr friedlich auf der Hammersbecker Straße in Höhe des Klinikums zu Ende.

„Unsere Demo endet hier, aber unser Widerstand geht weiter“, sagte einer der Mitorganisatoren. Pfiffe und Applaus der Teilnehmer waren die Reaktion. Anmelder Tobias Helfst von der Bremer Erwerbslosenhilfe zeigte sich mit dem Verlauf und der Resonanz zufrieden. „Wir haben heute gemeinsam ein gutes Zeichen gegen Vereinzelung und Angst gesetzt.“ Insgesamt hatten sich nach seinen Worten rund 400 Teilnehmer beteiligt. „Die eine Hälfte kam aus Bremen, die andere aus Bremen-Nord“, sagte er. Dass die Demo so friedlich verlaufen sei, sei auch ein Verdienst der Polizei: „Die Polizei hat großräumig abgesperrt, um dafür zu sorgen, dass es keine Störungen gibt. Ich habe es so erlebt, dass wir mit der Polizei demonstriert haben – es gab hier sehr viel Wir.“ Helfst kündigte weitere Aktionen an: „Unser Kampf gegen Rechts kann nur ein Auftakt gewesen sein.“

Laut der Polizei Bremen beteiligten sich rund 400 Menschen an der angemeldeten Demonstration. Viele Bremer waren mit dem Zug angereist. Die Veranstalter beklagten, dass rechte Gewalt im Bremer Norden zunimmt. Unter anderem soll ein Jugendlicher zusammengeschlagen worden sein. In Autos mehrerer Nordbremer mit Migrationshintergrund seien Hakenkreuze geritzt worden, hieß es vom Lautsprecherwagen aus. Unter den Demonstranten fanden sich aber auch viele junge Erwachsene aus Bremen. Ein Mann mit schwarzer Sonnenbrille und Tuch vor dem Mund sagte, er sei angereist, um den Protest zu unterstützen. Seinen Namen wollte er nicht nennen.

Kritik an hohem Polizeiaufgebot

Auch Vertreter der Linksfraktion, der SPD und Jusos sowie einige Friedensaktivisten begleiten den friedlichen Protestzug, der sich ab 15.30 Uhr vom Bahnhofsvorplatz zum Sedanplatz in Bewegung setzte. Von einem Fenster in der Fußgängerzone aus unterstützte ein Anwohner die Sprechchöre spontan mit Gitarrenspiel. „Aufruhr, Widerstand, es gibt kein ruhiges Hinterland“, rufen die Teilnehmer ein ums andere Mal. Einige Teilnehmer hielten Schilder hoch: „Stoppt die AFD“ und „Ich bin so wütend, ich habe sogar ein Schild dabei“, war darauf zu lesen.

„Wir haben die Info, dass sich Nazis in der Nähe bewegen“, hieß es dann vom Lautsprecherwagen aus, „aber lasst Euch nicht provozieren.“ Abgeschirmt von Einsatzkräften fand dann gegen 16.30 Uhr eine Zwischenkundgebung am Vegesacker Sedanplatz statt. „Wir sind hier, weil wir die Angriffe auf Bremen-Nord nicht unbeantwortet lassen wollen. Bremen-Nord darf kein Rückzugsort für Rechte werden“, so ein Mitorganisator. Die Linksfraktion kritisierte am Rand der Veranstaltung das große Polizeiaufgebot: „Soll das abschreckend wirken?“ Krawalle blieben aus. Das Polizeiaufgebot war dennoch hoch. Acht Mannschaftsbusse und mehrere Pkw der Polizei waren vor Ort.

Quelle: Weser Kurier

siehe auch:
Weser Kurier – Fotostrecke
buten&binnen – 450 Menschen demonstrieren in Bremen-Nord gegen Rechts
buten&binnen – Demonstranten setzen Zeichen gegen Rechts in Bremen-Nord


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