„Kritik an Neujahrsempfang der Bundeswehr“

kopiert aus dem Weser Kurier

Die Bundeswehr zieht in die Bürgerschaft ein – allerdings nur zum Neujahrsempfang am 27. März. Das Bremer Friedensforum kritisiert das Ritual – und fordert eine strikte Gewaltenteilung.

In diesem Jahr wird der Neujahrsempfang der Bundeswehr mit einer Kommando-Übergabe verbunden. Oberst Claus Körbi, Kommandeur des Landeskommandos Bremen, geht in den Ruhestand und übergibt an seinen Nachfolger, Oberst Hans Peter Dorfmüller. Statt wie üblich im Rathaus findet der Empfang am 27. März, 13 Uhr, im Haus der Bürgerschaft statt. Das habe technische Gründe, sagte eine Sprecherin des Landeskommandos auf Nachfrage. Körbi habe sich einen Auftritt des Musikkorps der Bundeswehr gewünscht, und die Lautstärke des Orchesters könne das wertvolle Interieur der Oberen Rathaushalle gefährden. 2019 wird der Bundeswehrempfang wieder im Rathaus begangen, wie ein Sprecher der Senatskanzlei ankündigte.

Derweil mutmaßt das Bremer Friedensforum, mit der Verlegung des Empfangs ins Parlamentsgebäude solle „eine größere Verbundenheit zwischen Abgeordneten und Armee“ hergestellt werden. Dies sei ein „weiterer Schritt zur militärischen Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche“, kritisiert Ekkehard Lentz von der Initiative. Nach deren Ansicht gehört ein Empfang der Bundeswehr in die Kaserne, „wo er früher auch stattgefunden hat“. Demokratie verlange eine strikte Gewaltenteilung, auch bei solchen Ritualen, so das Forum. Es will wieder gegen den Empfang protestieren, „zusammen mit anderen antimilitaristischen und pazifistischen Kräften in der Stadt“.

Quelle: weser-kurier.de