„Sicherheitsfirma Brewag: Neonazi arbeitete in Timke-Firma“

kopiert aus dem Weser Kurier

Die Bremer Abgeordneten Jan Timke und Piet Leidreiter haben das Sicherheitsunternehmen Brewag gegründet. Angestellt war dort ein Mann mit Verbindungen zur rechtsextremen „Bruderschaft Nordic 12″.

Seit Januar überwacht das Bremer Sicherheitsunternehmen Brewag das Columbus-Center in Bremerhaven. Brewag wurde Ende vergangenen Jahres von den Bürger-in-Wut-Bürgerschaftsabgeordneten Jan Timke und Piet Leidreiter gegründet. Zu ihren Mitarbeitern gehörte ein Mann, der in Kontakt mit der rechtsextremen Verbindung „Bruderschaft Nordic 12″ stehen soll, die vom Verfassungsschutz überwacht wird. Das hatten Mitarbeiter von AfD Watch Bremen aufgedeckt, die sich nicht nur kritisch mit der Partei, sondern auch allgemein mit rechtsnationalen Tendenzen auseinandersetzen.

Ja, es stimme, man habe den Mann beschäftigt, bestätigt Timke dem WESER-KURIER – aber man habe es nicht gewusst. Den Hintergrund erklärt er so: Die Brewag hatte den Überwachungsauftrag von einem anderen Unternehmen übernommen und dessen Mitarbeiter gleich mit. Weder er noch sein Kompagnon Leidreiter seien in die Übernahmeverhandlungen direkt involviert gewesen, teilt Timke mit. Mittlerweile kümmere er sich selbst um Auswahl und Einstellung von Mitarbeitern. Was den mutmaßlichen Neonazi angeht, so seien dessen Verbindungen zu „Nordic 12″ niemandem bei der Brewag bekannt gewesen. Auch der Personalfragebogen habe keine Hinweise darauf gegeben. Inzwischen sei das Arbeitsverhältnis gekündigt.

Ärger droht der Brewag auch vonseiten der Behörden: Im Moment wird überprüft, ob der Mitarbeiter bereits eingesetzt wurde, obwohl die Zuverlässigkeitsüberprüfung noch nicht abgeschlossen war – und ob das möglicherweise noch mehr Mitarbeiter betrifft. Die Zuverlässigkeitsüberprüfung ist bei Einstellungen im Sicherheitsgewerbe verpflichtend, seit 2015 gelten strengere Regeln. Tim Cordßen, Sprecher von Arbeitssenator Martin Günthner (SPD): „Nur ein Verstoß würde wohl mit einem Bußgeld geahndet. Sind es mehrere, stellt sich irgendwann auch die Frage nach der Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden.“

Quelle: Weser Kurier

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