Hausdurchsuchungen in Bremen

kopiert aus dem Weser Kurier

Razzia bei Hooligans und Ultras

Die Polizei hat am Freitag in drei Bundesländern Wohnungen von Anhängern der Ultra- und Hooliganszene durchsucht. Dahinter stehen Ermittlungen wegen einer schweren Schlägerei im Bremer Steintor im Dezember.


Vor der Kneipe „Die Schänke“ kam es nach dem Werderspiel am 16. Dezember 2017 zu einer Schlägerei zwischen Anhängern der Ultra- und Hooliganszene.

Mit 39 Hausdurchsuchungen hat die Polizei am Freitagvormittag versucht, Beweismaterial für die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Ultras nach der Bundesligapartie Werder Bremen gegen Mainz 05 im Dezember vergangenen Jahres sicherzustellen. Gesucht wurde vor allem nach Bekleidungsgegenständen und digitalen Medien. Und dies mit Erfolg, so Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, am Freitagnachmittag in einem ersten Resümee zu der konzertierten Durchsuchungsaktion, die nicht nur in Bremen, sondern auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stattfand. „Das gesuchte Beweismaterial wurde in vielen Fällen gefunden.“

Am 16. Dezember war es nach dem Spiel von Werder gegen Mainz im Steintor zu einer Massenschlägerei gekommen. Laut Polizei hatte eine größere Gruppe von Anhängern der Bremer Ultraszene das Lokal „Die Schänke“ angegriffen, in dem sich eine Gruppe Hooligans aufhielt. Scheiben wurden eingeworfen, Tische und Stühle als Schlaginstrumente eingesetzt. Elf Tatverdächtige wurden damals festgenommen. Insgesamt haben sich nach Schätzung der Polizei rund 120 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt.

Zur Aufklärung des Vorfalls setzte die Bremer Polizei eine Ermittlungsgruppe ein, die versuchte, die Täter anhand von Zeugenaussagen und der Auswertung von Videoaufnahmen zu identifizieren. Ermittelt wurde dabei sowohl gegen Anhänger der Ultra- als auch der Hooliganszene. Fast drei Monate später schlug die Polizei jetzt in am frühen Freitagmorgen zu. In Bremen und den niedersächsischen Umlandgemeinden wurden zeitgleich jeweils 17 Wohnungen durchsucht, weitere fünf in Nordrhein-Westfalen. Dem Vernehmen nach waren im Dezember von dort vier Hooligans und ein Ultra zum Spiel nach Bremen angereist.

Um 12.15 Uhr waren die Durchsuchungen beendet. „Es gab keine Widerstandshandlungen, die Personalien aller Beschuldigten wurden aufgenommen, aber es wurde niemand verhaftet“, berichtet Passade zum Ablauf der Aktion. Sichergestellt wurden vor allem Bekleidungsstücke und Handys. Von der Auswertung der Mobilgeräte verspricht sich die Staatsanwaltschaft Informationen über Chat- und Kommunikationsverläufe rund um den 16. Dezember und Hinweise auf weitere Täter.

Die weiteren Ermittlungen müssten nun zeigen, inwieweit einzelnen Beschuldigten eine Straftat nachgewiesen werden könne, erklärte Frank Passade. Der Tatvorwurf lautet in allen Fällen schwerer Landfriedensbruch, der mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren bestraft werden kann. Ob darüber hinaus einzelnen Beschuldigten weitere Straftaten wie etwa Körperverletzung nachgewiesen werden kann, werde die Auswertung der sichergestellten Beweismittel zeigen.

kopiert aus dem Weser Kurier

siehe auch
buten&binnen –
Durchsuchungen nach Gewalt zwischen Ultras und Hooligans
Bullenpresse – Durchsuchungen nach Auseinandersetzung im Viertel
Kreiszeitung – Nach Fan-Krawallen im Viertel: Razzien in drei Bundesländern


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