„Posse um Schilder: Blumenthaler Beirat stimmt neuen Straßennamen zu“

kopiert aus dem Weser Kurier

Der Blumenthaler Schilder-Streit nähert sich seinem Ende. Das reguläre Verfahren für die Benennung von zwei Wegen an der Ermlandstraße nach Leo Drabent und Hans Neumann läuft.


Bürger hatten bereits ein selbst angefertigtes Schild aufgestellt.

Der Blumenthaler Schilder-Streit nähert sich seinem Ende. Seit Montagabend befindet sich die Benennung von zwei Wegen an der Ermlandstraße nach Leo Drabent und Hans Neumann im regulären Antrags-Verfahren. Der Beirat stimmte mit sieben gegen sechs Stimmen knapp dafür, diese Wegebenennungen nun vom Amt für Straßen und Verkehr und vom Staatsarchiv prüfen zu lassen. Der Unterstützerkreis für die Schilder hat bis zu ihrer erneuten Installation Mahnwachen angekündigt. Bekanntlich legt das Staatsarchiv bei Straßenbenennungen eine Einschätzung vor, ob Argumente gegen die Namenswahl sprechen.

Im gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen heißt es, dass Drabent und Neumann aufgrund ihrer politischen Überzeugung 1944 hingerichtet worden seien. Die beiden Blumenthaler bekannten sich demnach zu ihrer KPD-Mitgliedschaft und zu ihrem Widerstand gegen das Nazi-Terror-Regime. Der Antrag führt auch aus, dass in der Blumenthaler Bevölkerung seit Langem der Wunsch bestehe, Hans Neumann und Leo Drabent durch die Benennung von zwei Wegen für ihr Eintreten gegen den Faschismus und Rassismus des nationalsozialistischen Regimes zu ehren.

Der Unterstützerkreis um Gerd-Rolf Rosenberger hatte vor der Beiratssitzung an der Tür der Oberschule an der Egge bereits mit einer Mahnwache für das Aufstellen der alten Schilder gestritten. Bekanntlich hatte die Gruppe die beiden Schilder ohne Genehmigung errichtet, nachdem auf einen entsprechenden Bürgerantrag über Jahre nicht reagiert worden ist.

Der Aktion folgte einer monatelanger Streit zwischen dem Kreis von Bürgern um Gerd-Rolf Rosenberger und dem Ortsamt Blumenthal mit seinem Leiter Peter Nowack mit zuletzt verhärteten Positionen. Auch Beirat und Ausschüsse haben sich in mehreren Sitzungen mit dem Thema befasst. Mit dem Beschluss von Montag zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Das knappe Ergebnis von 7 zu 6 kommentierte Gerd-Rolf Rosenberger kurz und knapp: „Beschämend.“ Er kündigte Mahnwachen an, die erste schon für diesen Mittwoch um 15 Uhr am Blumenthaler Busbahnhof.

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