Der AfD die Show stehlen!

10. April, 17 Uhr, Marktplatz Bremen:

Der AfD die Show stehlen.
Gegen Nationalismus und Antifeminismus!

Zweimal bereits, letzte und vorletzte Woche Dienstag, hat die AfD versucht in Bremen auf dem Marktplatz eine Kundgebung durchzuführen. Auch für nächste Woche haben die Rechten ihr kommen wieder angekündigt.

Unter dem irreführenden Label eines „Bremer Frauenmarsches“ haben sich dort jeweils sieben Gestalten aus der AfD und ihrem Umfeld eingefunden. Ausgestattet mit Pappschildchen mit Aufschriften wie „Für Weltfrieden“ und „Merkel muss weg“, haben sie versucht ein Gewaltverbrechen das vor kurzem in Kandel, in Süddeutschland, stattgefunden hat, für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren. In dem sie dem Tatverdächtigen auf Grund seiner vermeintlichen Religion und Nationalität bestimmte Eigenschaften zuschrieben, haben sie versucht diese Gewalttat rassistisch und nationalistisch umzudeuten.
Der Protest wie auf dem Bremer Marktplatz in den letzten zwei Wochen, erfolgt nicht spontan. Er ist Teil einer bundesweiten Kampagne aus dem Milieu der AfD. Auch die, allerdings montags stattfindende, „Merkel-muss-weg“-Kundgebung in Hamburg und eine Reihe „Kandel-ist-überall“-Kundgebungen andernorts, sind Teil dessen.

Inhaltlich ist die Strategie der AfD nicht neu: Die berechtigte Wut über Gewaltverbrechen oder patriarchale, sexualisierte Gewalt versucht die AfD rassistisch und nationalistisch zu wenden. Anstelle eines universalistischen, auf gesellschaftliche Emanzipation gerichteten Feminismus geht es ihr ausschließlich um den „Schutz“ weißer, deutscher Frauen. Es geht ihr nicht um Befreiung, sondern um die Frage wer hier die Frauen* „haben kann“. Die Unversehrtheit der weißen Frau* wird so zum nationalen Pendant der Discoprügelei zwischen Männern.

Das die AfD mit diesen Ansichten nicht alleine dasteht, ist ihr wohl bewusst. Sie versucht mit ihrem Kundgebungszirkus auf dem Bremer Marktplatz an vorhandene sexistische und nationalistische Diskurse anzuknüpfen. Dabei setzt sie darauf, dass wir ihr mit unserem Protest dabei helfen.
So lächerlich die Selbstinszenierung der AfD-Pappnasen als Opfer auch wirken mag, sie ist Kalkül. Indem wir uns inhaltlich rein negativ an ihr abarbeiten, versuchen die Rechten das für sich nutzbar zu machen. Sie hoffen dabei auf Solidarisierungseffekte breiterer gesellschaftlicher Milieus. Ihre weinerlich vorgetragenen Beschwerden über das angeblich mangelnde staatliche Gewaltmonopol und das Fehlen von Meinungsfreiheit gehören dazu. Sie zielen inhaltlich weit hinein in die sonst so von ihnen verachtete „linksgrünversiffte“ politische „Mitte“.

Ist diese Inszenierung bei ihrem ersten Auftritt auf dem Marktplatz vor zwei Wochen besser gelungen – Beispielhaft hierfür stand die Berichterstattung im Bremer Regionalfernsehen –, sah das letzte Woche schon schlechter für sie aus. Der einzige Medienbericht ließ vor allem Antifaschist*innen und Feminist*innen zu Wort kommen. Die Rechten haben deshalb intern eine leichte Veränderung ihrer Taktik für nächste Woche Dienstag angekündigt. Hatte ihre Witzveranstaltung bisher offiziell den Charakter einer Schweigemahnwache wollen sie nun Redebeiträge halten und offensiver auftreten. Auch personell erwarten sie mehr.

Zusammen mit anderen schlagen wir euch deshalb ebenfalls eine leichte Veränderung unserer Taktik vor. Anstelle uns inhaltlich rein negativ an ihnen abzuarbeiten, lasst uns den Raum, den die Rechten uns so freundlich zur Verfügung stellen, für unsere Inhalte offensiv nutzen.
Verwandeln wir ihr nationalistisches und rassistisches Schmierentheater in ein feministisches, antirassistisches und antinationales Festival. Der AfD die Show stehlen! Gegen Nationalismus und Antifeminismus!

Basisgruppe Antifaschismus Bremen
checkt basisgruppe-antifa.org


1 Antwort auf „Der AfD die Show stehlen!“


  1. 1 Jazzy 10. April 2018 um 12:48 Uhr

    Danke für eure gute Argumentation, ihr sprecht mir aus dem Herzen.
    Keinen Fußbreit der braunen Brut! Passt auf euch auf, Alerta!

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ sechs = zehn