VA: „Der Angriff auf linke Zentren“

Dienstag, 10. April 2018 | 19:30 Uhr | Sielwallhaus

Das Sielwallhaus ist mit seinen Problemen nicht allein. Abgesehen davon, dass auch das BDP-Haus am Hulsberg Probleme ähnlicher Art hatte, sind im Moment viele ähnliche Konflikte und Prozesse aus anderen Städten bekannt. Dabei fällt auf, dass dabei viel weniger staatliche Akteure gegen die Häuser und Zentren vorgehen. Vielmehr handelt es sich meist um “Anwohner*innenbeschwerden”, welche dann auf juristischem Weg gegen die Zentren gewendet werden.

Auffällig ist dabei, dass diese Tendenz mit einer massiven Gentrifizierung in den Städten einher geht. Wer viel Geld für eine Wohnung in einem gentrifizierten Stadtteil bezahlen muss, will dort auch in Ruhe leben können. Diese Stadtteile, sind aber genau die, in denen vor vielen Jahren viele linke Zentren entstanden sind. Selbst Eigentum an den Häusern schütz dabei nicht vor dem juristischen Vorgehen der Anwohner*innen. Dafür bieten solche Häuser als halbwegs öffentliche Orte zu viele Angriffsflächen: Offene Küchen, Parties, Veranstaltungen, “Kneipenabende” können juristisch zumindest angegriffen werden.
Es zeichet sich ab, dass sich zumindest die Konfliktlinie der linken Zentren verschiebt: Ging früher der Staat gegen diese vor, so privatisiert sich die Repression auch von selbst. Eine zunehmende Organisiertheit von rechten Strukturen in den Städten macht diese Repression dann auch noch wahrscheinlicher.
Gleichzeitig ist nach dem G20 der politische Druck auf linke Zentren in Deutschland erheblich gestiegen.
In der Veranstaltung wollen wir aus Erfahrungen aus anderen Städten berichten: Wie sind dort die Auseinandersetzungen? Wie wird dagegen vorgeganen? Wie sind Konflikte geendet? Welche Entwicklung ist absehbar?


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