Archiv der Kategorie '3.10.2010'

„Der Stein des Generals“

kopiert aus der taz

Der Stolperstein, der an der Horner Heerstraße an Hans Graf Sponeck erinnerte, ist spurlos verschwunden. Nun kann er nicht mehr, wie geplant, offiziell entfernt werden.

Der Stolperstein für Hans Graf Sponeck ist nur einer von bereits 50.600 Steinen des europaweiten Gedenkprojekts für NS-Opfer. Aber er ist der bislang einzige, der aus inhaltlichen Gründen offiziell wieder entfernt werden sollte. Doch nun ist er auf ungeklärte, illegale Weise verschwunden.

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Anzeige gegen Nehlsen

Das illegale Lagern von Giftmüllfässern auf einem Gelände in Oslebshausen zieht nun eine Anzeige gegen das Bremer Entsorgungsunternehmen Nehlsen mit sich. Das Bremer Umweltressort hat die Firma Nehlsen, die übrigens auch Sponsor der Einheitsfeierlichkeiten 2010 war, wegen des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Stoffen angezeigt.

Auswertung der BA zu den Aktivitäten gegen die Einheitsfeiern

Die Basisgruppe Antifaschismus hat einen Auswertungstext zu den Aktivitäten gegen die Einheitsfeierlichkeiten geschrieben:

Wir verwenden in dem Text den Gender-Gap (Unterstrich) um auf die Möglichkeit und Existenz von Identitäten außerhalb der angenommenen Zweigeschlechtlichkeit hinzuweisen.

Einführendes Pop-Zitat
Hyper, Hyper! (Scooter)

Idee
Im Jahr 2010 jährte sich der 20. Jahrestag der Eingliederung der ehemaligen DDR in den Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD. Zeit für die Angehörigen der BRD samt ihrer Regierenden, die eigene Unterdrückung abzufeiern. Ob die Debatte um Hartz IV, die Streiks der IG Metall, die Humankapitalvermehrungskampagne des Bundesministeriums für Familie, die Idee der Nation stellt einen politisch relevanten Bezugspunkt in allen Lebensbereichen dar. Ausgehend von den Debatten Anfang der 1990er Jahre rund um Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen, der „4.-Reich-These“ und dem Zerfall der Autonomen Bewegung, setzte sich in einer Strömung der radikalen Linken die Erkenntnis durch, dass Antinationalismus einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf und die jeweiligen nationalen Bezugspunkte und die Ausgangslagen der eigenen Standpunkte reflektiert gehören. Oder anders: wer in Deutschland primär agiert, muss auch wissen, wie speziell hier der Laden so läuft und welche falschen „Argumente“ zur seiner Legitimation herangezogen werden.
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Deutschland stinkt! Buttersäure auf der Festmeile

Dass deutsche Verhältnisse und besonders die deutsche Kriegspolitik vielen Leuten stinken, wurde am Samstag Abend auf der Einheitsfestmeile offenbar. Im Pavillion der Bundesregierung roch es aus der Ecke des Stands vom Kriegsministerium verdammt eklig. Nach, naja, so was wie Buttersäure.
Das Ziel war bestimmt kein Zufall, immerhin wurden weltweite Einsätze der Bundeswehr in den letzten Jahren massiv ausgeweitet. Statt dem Beispiel anderer Länder zu folgen und das Militär aus Afghanistan abzuziehen wird die Zahl der in Afghanistan für westliche Interessen tötenden Soldaten bis Jahresende sogar noch weiter aufgestockt.
Unangenehm roch es auch im Zelt des Bundeslandes Baden-Württemberg – Es scheint als stinke auch Polizeigewalt gegen S21-Gegner.
Wie lange und in welchem Ausmass der Gestank sich in den Räumlichkeiten hielt ist leider nicht näher bekannt.

Ein Nachmittag an der Schlachte (Sonntag, 3.10.)

Am Sonntag Nachmittag den 3.Oktober 2010 sammelte sich eine kleine Gruppe um zwei Transparente mit den Aufschriften „Grenzen auf, überall“ und „BRD? NEE!“ an der gegenüberliegenden Seite der Schlachte zu entrollen. Die Transparente waren für die BesucherInnen der Kneipen, den SpaziergängerInnen, sowie den vorbei fahrenden Booten gut lesbar.
Die Polizei ließ sich, trotz vorbei fahrender Polizeiboote, lange Zeit nicht blicken, woraufhin das eine Transpi an der Fußgängerbrücke (von der Wilhelm-Kaisen-Brücke und Schlachte aus lesbar) aufgehängt wurde.
Die Personen machten mit lautstarken Rufen wie „No Border, No Nation – Stop Deportation“, „Nazis morden der Staat schiebt ab, dass ist das gleiche Rassistenpack“ oder „Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord – Bleiberecht für Alle – Jetzt sofort“ auf sich aufmerksam, worauf nach einiger Zeit wartens die Polizei über die beiden Brücken links und Rechts der Gruppe anrückte. Die beschlagnahmten das aufgehängte Transparent und setzten sich in Bewegung zu den Personen, die daraufhin
ruhig alles einpackten und Richtung Neustadt verschwanden.

Bei den Schlachte BesucherInnen stoß die Aktion eher auf Unverständnis, als auf Zustimmung. Von den vorbei fahrenden Schiffen winkten einige Leute. Zitat von einem Schlachte Besucher: „Die sind ja überall!“

Mehl für Kapellenumzug (Sonntag, 3.10.)

Durch den Einsatz von Mehl wurde am Sonntagmittag der im Rahmen der Einheitsfeier stattfindende
Kapellenumzug gestört. Von einer Brücke herab erhielten rot gekleidete MusikantInnen aus Hessen ihre „Dekoration“ und mussten Marsch & Musik erstmal unterbrechen.
Natürlich sahen die uniformierten/kostümierten MusikantInnen des Kapellenumzuges eh schon extrem lächerlich aus,
doch den letzten Teil des Weges mussten einige dann zusätzlich mit der weißen Pracht antreten. Alle VerursacherInnen konnten offenbar glücklich entkommen, da der Zug kaum geschützt war.
Zuvor hatte es bereits eine kurze Transpiaktion direkt an der Umzugsstrecke gegeben.

Stimmung zum Wochenende :-)

Kein Tag für die Nation (Samstag, 2.10.)

Rund zweitausend Menschen (TeilnehmerInnenzahl schwankt je nach Medium zwischen 1500 und 3000 Personen) haben gestern gegen die „Feierlichkeiten“ zum 20. Tag der deutschen Einheit demonstriert. Die Demonstration wurde von einem massiven Polizeispalier durch die Bremer Innenstadt begleitet.
Bis auf vereinzelte Rangeleien mit den Bullen verliefen die Proteste am gestrigen Samstag weitesgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle. Abends bzw. in der Nacht brannten im Viertel drei Mülltonnen, drei Autos und ein Bagger. Auch der Versuch einer Hausbesetzung in der St.-Jürgen-Straße wurde unternommen. Die Polizei und diverse Medien freuen sich über ausgebliebene Krawalle und führen die natürlich auf dies massive Polizeipräsenz und gute Aufstellung der Polizei zurück.

Da es bereits unzählige Berichte (aus unterschiedlichsten Medien) gibt, sparen wir uns das Verfassen eines eigenen Berichtes und verweisen lediglich auf andere schon existierende Berichte.

  • Demo: Kein Tag für die Nation! bericht bei Indymedia
  • Die Proteste I Videobeitrag bei buten un binnen
  • Die Proteste II Videobeitrag bei buten un binnen
  • Festtag ohne Glanz Bericht aus der taz
  • Du bist Anti-Deutschland Bericht aus der taz
  • „Hauptsache es knallt!“ Kommentar aus der taz
  • Ohne Randale Bilanz in der taz
  • das vaterland verraten Bericht auf dem Oldenburger Blog [regentied]
  • Befürchtete Krawalle in Bremen ausgeblieben Bericht im Weser-Kurier
  • Fotoserie bei Radio Bremen [hier]
  • Fotoserie vom Weser-Kurier [hier]
  • Fotos auf flickr.com Part 1 [hier]
  • Critical Mass erfolgreich durchgeführt

    Zum heutigen Auftakt haben circa 30 RadfahrerInnen am Vormittag eine kleine „Radtour“ durch die Stadt unternommen. Die Critical Mass verlief aus dem Viertel zum Stern und wurde schließlich Außer der Schleifmühle aufeglöst, um sich kurze Zeit wiederzutreffen und die Kreuzung Herdentor/Am Wall/Sögestraße zu blockieren.
    Auch unterwegs wurden einige Male Kreuzungen blockiert. Für verwirrte und hupende AutofahrerInnen gab es Flyer zum Anlass der Critical Mass. An der zu letzt erwähnten Kreuzung wurde die Aktion dann schließlich auch beendet. In allem ein gelungener, unkonfrontativer Auftakt für den heutigen Tag.

    Deutschland übers Gesicht radeln!

    Vorkontrollen

    Die Bullen sind überall in der City unterwegs und machen teilweise willkürliche Vorkontrollen.
    Zieht euch unauffällig an und rennt nicht in großen Gruppen umher!
    Bei Festnahmen: 0421/78744 [ea-bremen]
    Passt auf euch auf!

    einen Web-Infoticker gibt es unter bremen310.hopto.org/ticker.html