end of road http://endofroad.blogsport.de (Über-) Leben in Bremen und umzu Tue, 23 Jan 2018 21:48:45 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en DON‘T HATE THE MEDIA, BE THE MEDIA! http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/dont-hate-the-media-be-the-media/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/dont-hate-the-media-be-the-media/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:47:36 +0000 endofroad Allgemein -ENDOFROAD- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/dont-hate-the-media-be-the-media/ Liebe Leute,

um Weihnachten war endofroad eine Zeit lang offline. Zu dieser Zeit erreichten uns diverse besorgte Anfragen, was denn da mit uns los sei (das hat uns etwas gerührt).
Dass endofroad nicht erreichbar war, begründete sich in einer Abschaltung durch den Bloghoster „blogsport“. Dieser hatte unter Androhung eines mittleren fünfstelligen Bußgelds durch die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg kurzerhand endofroad abgeschaltet, um Schaden von sich abzuwenden. Die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg forderte gegenüber Blogsport, dass endofroad seiner Impressumspflicht nachkomme. Dies haben wir inzwischen unter Bauchschmerzen nachgeholt (ihr könnt uns also jetzt alle unter der angegebenen Adresse besuchen kommen).

Letztendlich war der Vorfall nicht wirklich dramatisch – er zeigt aber sehr gut, wie fatal es ist, sich auf einige wenige Strukturen zu verlassen. linksunten.indymedia.org ist hierfür das beste Beispiel. Was, wenn endofroad dauerhaft abgeschaltet wird? Selbstverständlich ist eine Serverstruktur in Deutschland sehr einfach angreifbar.

Endofroad gibt es nun annähernd 10 Jahre. Das ist gefühlt eine verdammt lange Zeit, in der wir immer wieder von Repression betroffen waren. Aber in Zeiten, zunehmend nach dem G20 in Hamburg, in denen die CDU/CSU und SPD (unter dem Applaus der AfD) gegen linksradikale Bewegung und Projekte agiert, müssen wir uns auch die Frage stellen, wie wir weiter machen wollen. Längst ist endofroad bzw. die Informationsbeschaffung über das Internet zur Selbstverständlichkeit geworden. Linke Zeitschriften werden nur noch von wenigen gelesen oder verschwinden kommentarlos von der Bildfläche (was ist denn aus der LaRage geworden?), Debatten finden nur noch in begrenztem Rahmen statt.

Für uns ist die endofroad-Struktur jedoch nicht selbstverständlich. Sie ist ohne viel Aufwand angreifbar (was die Abschaltung über Weihnachten oder andere bisherige Repressionsversuche gezeigt haben) und frisst unglaublich viel Zeit bzw. muss von wem gefüttert werden.

Wir fänden es super, eine Debatte über linke Medien (gerade auch mit dem Verbot von linksunten im Hinterkopf) zu führen – sowohl auf lokaler, als auch auf bundesweiter Ebene. Mit diesem Anliegen scheinen wir ja gerade auch nicht alleine zu sein, liest man sich die diversen autonomen Szenezeitschriften durch. Reicht euch denn ernsthaft ein lokaler Infoblog, auf dem die meisten Beiträge aus zusammenkopierten Zeitungsberichten oder Veranstaltungsankündigungen bestehen? Habt ihr als Gruppen inzwischen wirklich nur noch so wenig Text-Output? Wo finden all die Debatten und gruppenübergreifenden Gedankenaustausche statt? Nicht auf endofroad, das ist klar. Findet so etwas denn überhaupt noch statt? Oder sind wir alle so weit von der facebook-Blase eingesogen worden, dass wir nur noch dort mit Leuten diskutieren?

Wir halten autonome Medien – sowohl auf regionaler bzw. lokaler Ebene, als auch auf überregionaler/bundesweiter Ebene für enorm wichtig. Sowohl Print- als auch digitale Medien.

Für mehr autonome Medien!

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Bhv: Schluss mit den Angriffen auf Afrin! http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/bhv-schluss-mit-den-angriffen-auf-afrin/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/bhv-schluss-mit-den-angriffen-auf-afrin/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:41:12 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/bhv-schluss-mit-den-angriffen-auf-afrin/ Demonstration und Kundgebung in Bremerhaven

Samstag, 27. Januar 2018 | 13 Uhr | Ernst-Reuter-Platz (Bremerhaven)

Schluss mit den Angriffen auf Afrin!
Der türkische Präsident Erdogan sät wieder Krieg. Seit vergangenem Samstag greift die Armee des NATO-Partners Türkei Afrin in Nordsyrien an und führt einen Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat. Laut türkischen Regierungsvertretern sollen in Afrin „Terroristen“ bekämpft werden. Erdogan beruft sich auf sein angebliches Recht auf Notwehr. Tatsächlich angegriffen wird in Afrin aber das Gesellschaftsmodell, das hinter der „Demokratischen Föderation Nordsyrien“ steht: Basisdemokratie, Frauenbefreiung und Ökologie. Und tatsächlich bekämpft werden in Afrin auch die Volksbefreiungskräfte (YPG = Volksverteidigungseinheit und YPJ = Frauenverteidigungseinheit). Die Kräfte, die in den letzten Jahren den erfolgreichsten und entschlossensten Kampf gegen den IS geführt haben. Der Krieg in Afrin wird zudem hunderttausende Menschen in die Flucht treiben. Viele davon sind bereits vor dem Krieg aus anderen Teilen Syriens nach Afrin geflohen, unter ihnen zahlreiche Eziden, Aleviten, Christen und andere Minderheiten.
Wir protestieren gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Afrin! Dort kämpft sie auch mit deutschen Waffen: Leopard-Panzer, G3-Gewehre und Geschütze aus deutschen Waffenschmieden. Die deutsche Bundesregierung ist also direkt mitverantwortlich für die türkischen Kriegsverbrechen in Afrin!
Wir fordern: Frieden in Afrin! Frieden in Kurdistan! Frieden im Mittleren Osten! Wir fordern die Bundesregierung auf, jegliche Waffenlieferungen an die Türkei einzustellen und massiv gegen den türkischen Einmarsch in Syrien zu protestieren. Die türkische Armee hat nichts in Syrien verloren!

Kurdisch-deutscher Gemeinschaftsverein, DIALOG-Verein für gleiche Rechte, Alevitischer Kulturverein, Linksjugend [solid] Basisgruppe Bremerhaven – Cuxhaven, Sozialistische Alternative SAV Ortsgruppe Bremerhaven

checkt linksjugendbhvcux.wordpress.com

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Solidarität mit Afrin – gegen den türkischen Einmarsch in Afrin und Rojava! http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/solidaritaet-mit-afrin-gegen-den-tuerkischen-einmarsch-in-afrin-und-rojava/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/solidaritaet-mit-afrin-gegen-den-tuerkischen-einmarsch-in-afrin-und-rojava/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:34:58 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/solidaritaet-mit-afrin-gegen-den-tuerkischen-einmarsch-in-afrin-und-rojava/ SOLIDARITÄT IST UNSERE STÄRKSTE WAFFE!

Nächste Aktionen in Bremen:
Mahnwache: Mittwoch, 24. Januar 2018 | 11 Uhr | Domshof
Kundgebung vom kurdischen Frauenrat um 15 Uhr am gleichen Ort
eventuell Samstag Demonstration – wir informieren weiter

„Weil Deutschland indirekt eine Kriegspartei in Afrin ist, gilt es hier den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen und unseren Protest auf die Straße zu tragen. Mit dem Geist von Kobanê müssen wir uns heute zusammentun, organisieren und gemeinsam zur Aktion schreiten, denn morgen schon könnte es zu spät sein. Afrin ist von allen Seiten umzingelt, also müssen wir die Luftröhre dieser Revolution sein“, heißt es in dem Aufruf des Demokratischen Gesellschaftszentrums für Kurd*innen in Deutschland (NAV-DEM), der bundesweit in vielen Städte organisiert ist.

NAV-DEM ruft all diejenigen auf, „die sich mit den Werten dieser Revolution identifizieren können, all jene, für die Rojava in den letzten Jahren zur Hoffnung und Inspiration wurde und all jene, die nicht mehr länger zu sehen wollen, wie die Bundesregierung sich erneut vor allen Augen zum Komplizen eines weiteren Massakers macht: Schließt euch in euren Städten und Vierteln zu INTERNATIONALISTISCHEN WIDERSTANDSKOMITEES ZUR VERTEIDIGUNG AFRINS zusammen und baut breite Bündnisse über alle ideologischen Grenzen hinweg auf. So wie wir uns während Kobanê in flexiblen Solidaritätskomitees und Bündnissen zusammengefunden, haben müssen wir jetzt den gemeinsamen Widerstand auf diese Weise koordinieren.“

In der Erklärung heißt es weiter:
Am gestrigen Samstag, den 20.01.18, hat die türkische Armee ihren Überfall auf die Demokratische Föderation Nordsyrien offiziell begonnen. Unter dem zynischen Namen „Operation Olivenzweig“ steht der Kanton Afrin im Nordwesten Syriens seit gestern unter massivem Beschuss durch die türkische Artillerie und türkische Kampfjets. Mit dutzenden Luftangriffen wurden zivile Viertel Afrins und Stellungen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) bombardiert. Auch ein Lager, in dem über 500.000 Geflüchteten aus anderen Teilen Syriens Zuflucht gefunden haben, wurde nicht verschont. Heute Morgen ließ das Regime in Ankara verkünden, dass nun nach den ersten Schlägen aus der Luft auch die Bodenoffensive begonnen habe. Die türkische Besatzungsarmee rückt gemeinsam mit islamistischen Verbänden der so genannten „Freien Syrischen Armee“ an fünf Fronten auf Afrin vor. In der Nacht und am Morgen haben dutzende Panzer die türkisch-syrische Grenze überquert. Im Norden Afrins finden zurzeit schwerste Gefechte zwischen den Selbstverteidigungseinheiten der Bevölkerung und der türkischen Armee statt. Die Kräfte der YPG/YPJ leisten erbitterten Widerstand und wehren unter größter Opferbereitschaft den türkischen Vormarsch ab. Erdogan hat angekündigt, dass die Besatzung Afrins nur der erste Schritt in einem umfassenden Vernichtungsfeldzug gegen ganz Rojava und die gesamte Demokratische Föderation Nordsyrien sein soll.
Was der türkische Staat in Afrin versucht zu vernichten, ist das demokratische Projekt, das unter größten Anstrengungen und schweren Opfern in den nunmehr fünf Jahren der Revolution aufgebaut und verteidigt wurde. In Afrin wird nicht nur eine Stadt bombardiert, die Bomben der türkischen Armee sollen die Errungenschaften dieser Revolution vernichten. Das gesellschaftliche Projekt des Demokratischen Konföderalismus basiert auf den Prinzipien von Frauenbefreiung, Ökologie und einer radikalen Demokratie. In Rojava haben die Völker der Region sich ein gemeinsames Leben erkämpft, jenseits von Nationalismus, religiösem Sektierertum und imperialistischer Fremdbestimmung. In Nordsyrien wird heute eine Gesellschaft aufgebaut, in der Frauen ihre Geschicke selbstbestimmt in die Hand nehmen und autonome Frauenorganisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen stattfindet.
Diese Frauenrevolution ist die Garantie für den Erfolg der Revolution in Rojava. Mit einer kommunalen Ökonomie und einer basisdemokratischen Räteverwaltung wird versucht ein Leben jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und staatlicher Bevormundung aufzubauen.

Genau wie damals gilt es heute, auch und insbesondere hier in Deutschland Widerstand zu entwickeln. Es ist offensichtlich, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren. Es ist die nahezu bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara überhaupt erst dazu ermutigt einen derartigen Völkerrechtsbruch zu unternehmen. Zu guter Letzt ist es die direkte Unterstützung des Innenministeriums hier in Deutschland, mit der Protest von vornherein durch das Verbot sämtlicher kurdischer Flaggen und die andauernde und schärfer werdende Kriminalisierung gegen kurdische Organisationen unterdrückt wird.

checkt sokubremen.wordpress.com

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13. feministisches Bildungs- und Diskussionstreffen http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/13-feministisches-bildungs-und-diskussionstreffen/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/13-feministisches-bildungs-und-diskussionstreffen/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:28:49 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/13-feministisches-bildungs-und-diskussionstreffen/ Donnerstag, 25. Januar 2018 | 18 Uhr | Birati

Revolutionäre Persönlichkeit und Kritik und Selbstkritik als Methode der Auseinandersetzung mit verinnerlichten neoliberalen, patriarchalen und rassistischen Denk- und Verhaltensweisen

Kritik und Selbstkritik ist eine der wichtigsten und zentralsten Methoden einer revolutionären Organisation, mit der ein Erneuerungsprozeß der Persönlichkeit angestrengt wird. Dabei geht es um Herrschaftsmechanismen, in bestimmten Klasseneigenschaften und Herangehensweisen als patriarchale Einstellung von Männern zu hinterfragen und zu begreifen. Gegen das Herrschaftssystem und die Auswirkungen dieses Systems in einem kollektiven Prozess anzukämpfen, wird als Bestandteil des Lebens und des Kampfes verstanden. Wir werden uns dem Thema mit einem Input nähern und im Anschluss über die Frage diskutieren, wie wir uns von verinnerlichten neoliberalen, patriarchalen und rassistischen Denk- und Verhaltensweisen befreien können.

Mit den monatlichen Bildungs- und Ausstauschtreffen möchten wir einen Raum schaffen, in dem Frauen sich gemeinsam bilden, empowern und über Perspektiven einer revolutionären Frauenbewegung diskutieren können. Inhaltlich wollen wir uns insbesonderen mit der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung und einzelnen ihrer theoretischen und praktischen Entwicklungen beschäftigen. Darüber hinaus halten wir eine Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung des Patriarchats sowie feministischer Widerstandsgeschichte für wichtig ebenso wie eine Diskussion aktueller feministischer Praxen und Perspektiven.

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Widerstand auf die Straße – auch hier! http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/widerstand-auf-die-strasse-auch-hier/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/widerstand-auf-die-strasse-auch-hier/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:25:45 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/widerstand-auf-die-strasse-auch-hier/ Mittwoch, 24. Januar 2018 | 19 Uhr | Birati

Wir laden alle Gruppen und Einzelpersonen kurzfristig zu unserem nächsten Treffen des Bremer Solidaritätskomitee Kurdistan am Mittwoch, 24.01 um 19 Uhr im kurdischen Verein in der Friedrich-Ebert-Straße 20 in der Neustadt ein.

Angesichts des aktuellen Einmarsches der Türkei in das weitgehend von Kurd*innen bewohnte Afrin (Nordsyrien) und den andauernden schweren Angriffen auf Dörfer und Städte in Afrin aber auch in anderen Städten in Rojava möchten wir zu einem größeren Bündnis aufrufen um gemeinsam über mögliche Aktionen in den kommenden Tagen und Wochen zu sprechen.
Die Bundesregierung spielt eine wichtige Rolle im Kampf der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung und ist für die aktuellen Angriffe mitverantwortlich. Umso wichtiger ist es, den Widerstand hier auf die Straße zu tragen und den Druck zu erhöhen.

Wir freuen uns über eine breite Beteiligung,

checkt sokubremen.wordpress.com

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„Die Polizei muss sich hinterfragen“ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/die-polizei-muss-sich-hinterfragen/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/die-polizei-muss-sich-hinterfragen/#comments Tue, 23 Jan 2018 21:22:56 +0000 endofroad Berichte Nazi Watch -ZUGESPIELT- -ABGESCHRIEBEN- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/23/die-polizei-muss-sich-hinterfragen/ kopiert aus dem Weser Kurier

Fanforscher über Bremer Hooligans und Ultras

Im Gespräch mit MEIN WERDER warnt Fanforscher Pavel Brunßen vor weiterer Gewalt zwischen Bremer Hooligans und Ultras und kritisiert zugleich die lokale Polizei.


Das ist Feuer drin: Werder-Fans haben im September 2017 beim Auswärtsspiel in Berlin Pyrotechnik gezündet, die Polizei steht bereit.

Herr Brunßen, die Hooligan-Gruppe „Riot Bremen“ hat ihre Auflösung bekannt gegeben. Aber heißt das auch, dass die Gruppe nicht mehr existiert?

Pavel Brunßen: Nicht unbedingt. Es hat in der Vergangenheit schon andere Hooligan-Gruppen gegeben, die sich offiziell aufgelöst haben, um einer Strafverfolgung zu entgehen. In Wahrheit bestehen einige dieser Gruppen aber weiter. Bei der „Standarte“ in Bremen ist das zum Beispiel der Fall. Die existiert offiziell nicht mehr, ihre Mitglieder sind aber weiter rund um Werder-Spiele aktiv, wie das Heimspiel gegen Mainz im Dezember gezeigt hat.

Vor besagtem Spiel zwischen Werder und Mainz hatten sich die „Riots Bremen“ mit Hooligans aus Mainz zu einer Schlägerei verabredet, die die Polizei verhindert hat.

Richtig. Wobei ich in diesem Zusammenhang auch frage: Ab welchem Moment nehmen wir es als gesellschaftliches Problem wahr, wenn sich Hooligans einvernehmlich prügeln? Ist das nicht eine Art autonom organisierter Kampfsport, der nicht im Ring, sondern im Wald oder auf einem Parkplatz stattfindet? Problematisch ist es doch erst, wenn Unbeteiligte mit reingezogen werden. Oder wenn es politisch rechts motivierte Gewalt ist, wie es zum Beispiel bei der „Standarte“ der Fall ist. Da muss man differenzieren. Wenn Hooligans ein bestimmtes Bild von Männlichkeit durchsetzen wollen, das Recht des Stärkeren, dann wird es problematisch.

So wie im Konflikt zwischen linken Ultras und rechten Hooligans in Bremen?

Genau. Da beanspruchen rechte Hooligans die Meinungshoheit innerhalb der Fanszene für sich. Der Vorfall im Viertel nach dem Spiel gegen Mainz passt da in ein bestimmtes Schema.

Was für ein Schema?

In der rechten Szene wird es als „Kampf der Straße“ bezeichnet. Die rechten Hooligans haben die Auseinandersetzung mit den Ultras provoziert. Sie saßen aus einem bestimmten Grund zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Kneipe, um die Ultras abzupassen. Die rechten Hooligans wollen Präsenz zeigen und die Hoheit auf der Straße erlangen. Dorthin sind sie nämlich gedrängt worden.

Von wem?

Von der Kurve, den Ultras und dem Fanprojekt. Fans und Verein haben mit ihren Initiativen dafür gesorgt, dass die rechten Hooligans im Stadion kaum noch agieren können. Also hat sich der Konflikt auf die An- und Abreise verlagert. Dazu passt sowohl der Vorfall im Viertel als auch der am Verdener Eck vor ein paar Jahren. In beiden Fällen hat die Bremer Polizei rechte Hooligans gewähren lassen. Da muss sich die Polizei dringend hinterfragen. Sie muss die Strukturen der Hooliganszene verstehen und erkennen, nach welchem Schema es zu diesen Vorfällen kommt. Wenn sie das nicht tut, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es den nächsten Zwischenfall geben wird.

Wie kann es sein, dass die Polizei eine Gruppe bekannter Hooligans nach dem Heimspiel gegen Mainz aus den Augen verliert?

Wenn das wirklich so gewesen ist, dann ist das ziemlich erschreckend. Und wenn ich lese, dass die Polizei als Konsequenz aus der Prügelei im Viertel die Fanmärsche der Ultras künftig enger begleiten will, dann ist das für mich unbegreiflich. Wenn die Ultras durchs Viertel ziehen, bleibt es fast immer friedlich. Wenn sie auf rechte Hooligans treffen, passiert etwas. Es sind also die Hooligans, die diesen Konflikt auf eine gewalttätige Ebene heben. Die Polizei muss die Hooligans besser kontrollieren und gegebenenfalls Platzverbote im Viertel erteilen, dann ist das Problem zumindest an Spieltagen gelöst.

Wie ist der Konflikt zwischen Hooligans und Ultras überhaupt entstanden?

Die Hooligans hatten ihre Hochzeit in den 80er- und 90er-Jahren. Da hatten sie die Hoheit über die Fankurve im Stadion. Um die Jahrtausendwende haben sich die Verhältnisse aber verschoben.

Weshalb?

Das hat verschiedene Gründe. Durch die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs gab es Ende der Neunziger immer mehr Berichterstattung im TV, Vorfälle in der Kurve wurden auf einmal öffentlich. Die Stadien wurden moderner, die Repressionen schärfer, so wurden Stadionverbote für gewaltbereite Fans eingeführt. In der Zeit haben sich die Kurven sehr verändert. Es entstand die Ultra-Bewegung, und zwar in drei Phasen.

Wie definieren Sie diese Phasen?

Die erste Phase war eine vermeintlich unpolitische, unorganisierte, rechtsoffene Phase, da gab es durchaus Hooligans, die auch Mitglied einer Ultra-Gruppe waren. In der zweiten Phase wurden die Ultras zur Jugendkultur, an einigen Standorten politisierten sich die Ultras und grenzten sich inhaltlich von den Hooligans ab, auch in Bremen. Die dritte Phase war der Kampf um die Kurve. Da ist es bundesweit zu Auseinandersetzungen gekommen, weil Ultras gegen Neonazis und für ein offenes Stadionerlebnis für alle eingetreten sind.

Trauriger Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen in Bremen war der Überfall rechter Hooligans auf eine Feier linker Ultras im Ostkurvensaal 2007.

Das ist ein ganz zentrales Ereignis, um zu verstehen, was in Bremen los ist. Damals wurde ganz viel Vertrauen verspielt.

Wie meinen Sie das?

Nach dem Überfall 2007 haben die Ultras zunächst den Weg über die Öffentlichkeit gewählt. Es hat Demonstrationen vor dem Prozessauftakt 2011 gegeben. Ultra-Gruppen haben öffentliche Reden gehalten. Und, was ziemlich untypisch ist, sie haben bei der Staatsanwaltschaft Aussagen gemacht. Die Täter haben damals aber nur minimale Geldstrafen erhalten. Das ist ein Freibrief für die Hooligans gewesen. Die haben triumphierend das Gerichtsgebäude verlassen und gedroht: „Wir sehen uns wieder.“ Das war ein Schockmoment für die Ultras. Seitdem hat diese Szene das Gefühl, dass sie sich selbst dann nicht auf Polizei und Staatsanwaltschaft verlassen kann, wenn Neonazis Jugendliche ins Krankenhaus prügeln. Deshalb haben sich die Ultras von der Polizei abgewendet und den Straßenkampf mit den Hooligans angenommen.

Inzwischen zeigen auch die Ultras eine höhere Bereitschaft zu Gewalt, oder wie sehen Sie das?

Dem würde ich zustimmen. Die Ultras meinen, dass sie sich des Problems mit den rechten Hooligans selber annehmen müssen. Sie gehen der Gewalt nicht mehr aus dem Weg. Das ist nicht nur in Bremen so. An zahlreichen Standorten werden die Machtverhältnisse zwischen Ultras und Hooligans über den Weg der Gewalt ausgetragen.

Droht also eine Eskalation der Gewalt?

Nein. Es kann sein, dass jetzt ein Jahr lang Ruhe ist, und dann tauchen die rechten Hooligans vielleicht wieder in einer Kneipe auf. Deshalb ist es so wichtig, hinzuschauen und die Szene im Blick zu behalten. Diese rechten Gruppen sind mobilisierbar, und sie sind gewaltbereit.

Wie lässt sich dieser Konflikt in den Griff bekommen?

Da sind alle Akteure gefordert. Die Zivilgesellschaft muss sich mit den Ultras eindeutig gegen rechts solidarisieren. Werder ist verantwortlich für das, was im Stadion passiert. Und die Polizei ist für den öffentlichen Raum zuständig. Und genau dort, im öffentlichen Raum, konnten die rechten Hooligans zuletzt agieren. Da ist eine kritische Diskussion über die Bremer Polizei und ihren Umgang mit rechten Hooligans nötig. Die Polizei muss sich ernsthaft hinterfragen, warum ihr immer wieder diese Fehler im Umgang mit den Rechten passieren.

Pavel Brunßen (30) befasst sich als Wissenschaftler unter anderem mit Diskriminierung im Fußball und in Fankulturen. Bis 2017 war der Werder-Fan Herausgeber von „Transparent“, einem Magazin für Fußball- und Fankultur.

Veranstaltungshinweis: Podiumsdiskussion zum Thema Ultras
„Quo vadis ultrà? – In welche Zukunft blickt die Ultrakultur?“ Dieser Frage wollen das Fanprojekt Bremen und die Fanbetreuung des SV Werder in einer Podiumsdiskussion an diesem Mittwoch nachgehen. Zu Gast sind der Fanforscher Jonas Gabler, Werders Klubpräsident Hubertus Hess-Grunewald, Michael Gabriel (Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte), Thomas Schneider (Leiter der Abteilung Fanangelegenheiten bei der Deutschen Fußball-Liga) und Andreas Löwe, neuer Einsatzleiter Fußball der Bremer Polizei. Beginn ist um 19.30 Uhr im VIP-Bereich Ost des Weserstadions.

Quelle: Weser Kurier

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„Antisemitismus – Was passiert auf Bremens Schulhöfen?“ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/antisemitismus-was-passiert-auf-bremens-schulhoefen/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/antisemitismus-was-passiert-auf-bremens-schulhoefen/#comments Mon, 22 Jan 2018 16:31:45 +0000 endofroad Berichte -ZUGESPIELT- -ABGESCHRIEBEN- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/antisemitismus-was-passiert-auf-bremens-schulhoefen/ kopiert aus der taz

Der Antisemitismus auch an bremischen Schulen hat spürbar zugenommen. Genaue Zahlen werden allerdings bislang nicht erhoben. Das erschwert die Debatte.


Warnung vor Antisemitismus: Eine Israel-Fahne auf einem Gedenkstein in Bergen-Belsen

Als Mitte Dezember die CDU-Politikerin Elisabeth Motschmann und Elvira Noa von der jüdischen Gemeinde darauf hinwiesen, „Jude“ sei auch auf bremischen Schulhöfen wieder ein Schimpfwort, passierte – nichts. Keine Debatte, keine Fragen. Und keine Antworten. Anfragen der taz nach validem Zahlenmaterial, Basis jeglicher Diskussion, ergaben nichts. Jetzt hat der Bundestag die Einsetzung eines Antisemitismusbeauftragten beschlossen, und die Debatte nimmt – kurz vor dem Holocaustgedenktag am 27. Januar – wieder Fahrt auf.

Während der Zentralrat der Juden die Entscheidung für einen Antisemitismusbeauftragten begrüßte, ist Grigori Pantijelew von der jüdischen Gemeinde in Bremen skeptisch: „Wir brauchen weniger einen Beauftragten, der als Sündenbock zum Scheitern verurteilt ist.“ Viel mehr würde es bringen, wenn Politik- und Meinungsmacher ein positives Vorbild des Zusammenlebens geben und muslimische Verbände gemeinsam mit den jüdischen in die Schulen gehen würden und „sich mit den Juden öffentlich sehen lassen“.

Wie ausgeprägt der Antisemitismus in Bremen ist und ob er – nicht zuletzt durch die verstärkte Zuwanderung aus muslimisch geprägten Staaten, wie es vor allem die Äußerung von Elisabeth Motschmann nahelegte – zugenommen hat, ist bisher kaum zu ermitteln. Regelmäßige Große Anfragen in der Bürgerschaft von den Grünen und zuletzt den Linken ergeben meistens, in Bremen sei es nicht schlimmer als anderswo.

Nachfragen beim Innenressort und bei der Bildungsbehörde verlaufen ebenfalls einigermaßen ergebnislos: Das Innenressort zählt immerhin Straftaten mit antisemitischem Hintergrund unter der Rubrik „Politisch motivierte Kriminalität rechts.“ Dort ist trotz einiger Vorfälle die Zahl dieser Straftaten rückläufig.

„Es gibt aber einen Graubereich von unterschwelligen, antisemitischen Strömungen in Teilen unserer Gesellschaft, gegen die man mit Mitteln der Polizei nicht ankommt,“ sagte dazu im vergangenen Jahr Innensenator Urlich Mäurer (SPD).

Schulhofbeleidigungen werden nicht erfasst

In genau diesen „Graubereich“ fallen offenbar antisemitische Schulhofbeleidigungen: Dem Bildungsressort liegen nach Auskunft von Sprecherin Annette Kemp keinerlei Informationen über antisemitische Ausfälle auf Schulhöfen vor: „Die Daten werden nicht erfasst. Lehrer wenden sich mit solchen Fragen an die Berater in den vier RebuZ. Eventuelle Sanktionen liegen im Ermessen der Schulen vor Ort.“

Von den vier Bremer RebuZ (Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren) antwortet auf Anfrage der taz lediglich eines: Wolfram Welp-Eggert ist stellvertretender Leiter des RebuZ Bremen-Ost. Sein Befund ist alarmierend: „Antisemitische Ressentiments sind so stark verbreitet, dass es gar nicht mehr als Problem empfunden wird.“ Er sagt: Eine Äußerung müsse „schon extrem judenfeindlich sein, damit es überhaupt auffällt“.

Informationen über solche Vorfälle erhält das RebuZ meistens, wenn sich ein Lehrer an das Zentrum wendet, etwa weil ein Schüler zunehmendes Interesse am Salafismus zeigt. Im Kontext religiös-ethnischer Konflikte vor dem Hintergrund der Weltereignisse würden dabei, so Welp-Eggert, stereotype Vorurteile und Ressentiments sichtbar. „Sie müssen mal mit einer Israel-Flagge durch die Schule gehen und sehen, was dann passiert.“

Mehr politische Bildung gefordert

Er fordert mehr politische Bildung und mehr Unterstützung der Lehrkräfte: Viele Schulungen seien allgemein auf den Umgang mit Interkulturalität ausgerichtet, das greife aber zu kurz und sei letztlich ein Vermeidungsverhalten: „Da muss dringend was passieren.“

Grigori Pantijelew sagt, die jüdische Gemeinde habe in den letzten Wochen einige Briefe von LehrerInnen erhalten, die ganz genau zu wissen glaubten, dass es in deren Schule keinen Antisemitismus gebe. „Ich möchte all den besorgten Pädagogen dazu gratulieren. Ich hoffe sehr, dass sie in diesem Wissen durch die Realität nicht erschüttert werden.“

Seiner Meinung nach müssten sich LehrerInnen und Schulleitungen stärker positionieren, indem „sich die Lehrer für die Werte der eigenen Kultur einsetzen, Weihnachtslieder mit den Kindern singen, über das Judentum erzählen – ohne vorauseilende Angst vor einem arabischstämmigen Schulkindesvater“.

Erfolge auch ohne Coaching

Wolfgang Welp-Eggert betont, dass trotz fehlender Coaching-Angebote die Arbeit der LehrerInnen durchaus erfolgreich ist: „Die Lehrer leisten viel für die Demokratieerziehung. Wenn die nicht so einen guten Job machen würden, sähe es noch ganz anders aus.“ Und auch Grigori Pantijelew lobt das Engagement vieler im Kampf gegen den alltäglichen Antisemitismus und dankt „all jenen, die mit dieser ernüchternden Realität tagtäglich konfrontiert werden und bestehen und dem Lehrerberuf treu bleiben“.

Eine Möglichkeit, LehrerInnen besser in Bezug auf alltäglichen Antisemitismus zu coachen, seien laut Wolfgang Welp-Eggert zum Beispiel Fortbildungen an der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem. Das dort erarbeitete Infomaterial beschäftigt sich nicht nur mit dem Holocaust, sondern auch mit aktuellem Antisemitismus unter anderem an deutschen Schulen. Dass LehrerInnen die Gelegenheit haben sollen, sich dort fortzubilden, hatte die Kultusministerkonferenz bereits im Jahr 2013 beschlossen – auch Bremen hat dafür gestimmt.

Bislang setzen 13 von 16 Bundesländern den Beschluss um, Bremen allerdings nicht. Dabei können Fortbildungen und Austauschprogramme einen entscheidenden Beitrag leisten, den Antisemitismus wirksam zu bekämpfen. Grigori Pantijelew sagt: „In der Familie und in der Schule wird es entschieden, was die Zukunft des jüdischen Lebens und der Demokratie in Deutschland sein wird. Nicht anderswo.“

Quelle: taz.de

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Veranstaltung zu Ehren der Verteidiger der Bremer Räterepublik http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/veranstaltung-zu-ehren-der-verteidiger-der-bremer-raeterepublik-3/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/veranstaltung-zu-ehren-der-verteidiger-der-bremer-raeterepublik-3/#comments Mon, 22 Jan 2018 16:28:56 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/veranstaltung-zu-ehren-der-verteidiger-der-bremer-raeterepublik-3/ Sonntag, 4. Februar 2018 | ab 11 Uhr | Waller Friedhof

2018 jährt sich zum 99. Mal die Niederschlagung der Bremer Räterepublik. Die Herrschaft des Arbeiter- und Soldatenrates in der Revolution von 1918/19 und die Existenz der „Sozialistischen Republik Bremen“ vom 10. Januar bis zum 04. Februar 1919 gehören zur demokratischen Tradition unserer Stadt. Der Kieler Matrosenaufstand, der die deutsche Revolution im November 1918 einleitete, bildete auch in Bremen den Auslöser für den Sturz der alten Ordnung. Am 6. November gab der Unabhängige Sozialdemokrat Adam Frasunkiewiecz vom Balkon des Rathauses bekannt, dass ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet wird. Doch anders als in Bremen, wo die Linke die Mehrheit in der Arbeiterbewegung hatte, kam die Revolution in Berlin und im Reich bald ins Stocken. Die Führung der Mehrheitssozialdemokratie unter Ebert und Scheidemann und die Spitzen der Gewerkschaften wollten eine Entwicklung wie nach der russischen Oktoberrevolution verhindern und orientierten auf die Errichtung einer bürgerlich-demokratischen,
parlamentarischen Republik. Sie setzten statt der Errichtung einer Räteherrschaft der Arbeiterschaft die Wahlen zu einer Natioalversammlung durch, ließen die alten Gewalten in Wirtschaft, Staatsapparat, Justiz und Armee ihre Macht und bekämpften eine weitere Umwälzung auch mit Waffengewalt, indem sie mit Freikorps unter kaiserlichen Offizieren gegen USPD und Spartakus vorgingen.
Den von Gustav Noske (MSPD) geführten konterrevolutionären Truppen fielen im Januar 1919 Hunderte von Sozialisten zum Opfer, unter ihnen auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Um diese Entwicklung in Bremen zu verhindern und die angestrebte sozialistische Demokratie zu erreichen, proklamierte der Aktionsausschuss nach einer großen Demonstration der Bremer Arbeiter*innen am 10. Januar 1919 die „Sozialistische Republik Bremen“ und ein Rat von Volksbeauftragten aus USPD- und KPD-Mitgliedern (u.a. Dannat, Henke, Knief) übernahm die Verwaltung der Stadt. Die Räteregierung nahm eine Reihe sozialer Reformen in Angriff.
Die Banken weigerten sich, der neuen Regierung Geld für Löhne und Gehälter auszuzahlen. Vor allem aber hatte die Ebert-Regierung in Berlin – auch auf Bitten der Abgesandten der Bremer Kaufmannschaft – beschlossen, in Bremen wieder „Ruhe und Ordnung“ herzustellen. Am 25. Januar befahl Noske der
Freiwilligen-Division Gerstenberg, der sich ein aus bremischen Bürgersöhnen gebildeten Freikorps unter Oberst Caspari anschloss, den Angriff auf Bremen. Der begann am 04. Februar mit über 3000 Soldaten, Kanonen und Panzerautos. Nach heftiger Gegenwehr mussten die Arbeiter den Kampf einstellen, 29 Verteidiger der Räterepublik waren gefallen. So endete auch in Bremen der Versuch, Demokratie und Sozialismus durchzusetzen.

Wir gedenken der gefallenen Verteidiger der Bremer Räterepublik und fragen nach der Aktualität ihrer Ideen heute.

Es spricht: Achim Bingus (freigestellter Vertrauensmann, Osnabrück)
Musik: Buchtstraßenchor und Das Rote Krokodil,
anschließend Kulturprogramm in der Kulturwerkstatt Westend

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Film zur Industrie 4.0 http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/film-zur-industrie-4-0/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/film-zur-industrie-4-0/#comments Mon, 22 Jan 2018 16:24:27 +0000 endofroad Ankündigungen -ZUGESPIELT- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/film-zur-industrie-4-0/ in der VA-Reihe ‚Technologische Gewalt“

Mittwoch, 24. Januar 2018 | 19 Uhr | Umsonstladen

Am Mittwoch wollen wir uns mit euch über Industrie 4.0 auseinandersetzen. Dazu zeigen wir Filmausschnitte. Wir wollen auch danach fragen, was die Filmausschnitte gerade nicht thematisieren.
Industrie 4.0 ist Teil eines massiven technologischen Angriffs und es wird sich viel zu selten von autonomen /anarchistischen Positionen aus damit auseinandergesetzt.

Die Veranstaltung ist die dritte in dieser Reihe:
Die MAUS eV (Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz eV) stellt diesen Film als Auftakt einer Reihe zur Untersuchung der Methoden und Folgen der Digitalisierung / Roboterisierung der Gesellschaft (Kontrolle, Überwachung, Zerstörung der Kommunikation, Vereinzelung, Vereinsamung, totale Funktionalisierbarkeit des Menschen, …) vor. Es geht um die Kritik an einer technologischen Gewalt, die uns alle mit z.B. Industrie 4.0, Smart City, Smart Home , Selftracking, … trifft. Diese wird meist nicht als Gewalt von Außen wahrgenommen, sondern als moderne, fortschrittliche technologische Entwicklung, als unausweichlicher Sachzwang.

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Gemein­sam Stark Deutsch­land — ein Abge­sang http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/gemeinsam-stark-deutschland-ein-abgesang/ http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/gemeinsam-stark-deutschland-ein-abgesang/#comments Mon, 22 Jan 2018 16:14:24 +0000 endofroad Berichte Nazi Watch -ZUGESPIELT- -ABGESCHRIEBEN- http://endofroad.blogsport.de/2018/01/22/gemeinsam-stark-deutschland-ein-abgesang/ kopiert von antifa-bremen.org

1) Ent­ste­hungs­ge­schichte von GSD

Im Ver­lauf der ras­sis­ti­schen Mobi­li­sie­rung 2014/2015 schick­ten sich unter dem Label HoGeSa („Hoo­li­gans gegen Sala­fis­ten“) bun­des­weit Hoo­li­gans, lang­jäh­rig aktive Nazis und deut­sche Dumpf­ba­cken an, „christ­lich-abend­län­di­sche Werte“ gegen den Islam zu ver­tei­di­gen. So absurd es auch klang, dass eine Mischung aus rech­ten Hoo­li­gans und Schlä­gern, stram­men Nazis und Zuhäl­ter­ty­pen etwa Frau­en­rechte ver­tei­di­gen wollte, so hat­ten sie doch erheb­li­chen Zulauf.

Höhe­punkt der fama­li­gen HoGeSa-Mobi­li­sie­rung war sicher­lich der 26. Okto­ber 2014 in Köln (Link 1, Link 2). Hier ver­sam­mel­ten sich mehr als 4.000 Per­so­nen und sof­fen, pöbel­ten, prü­gel­ten sich durch die Innen­stadt, oben vom Laut­spre­cher­wa­gen musi­ka­lisch unter­malt vom Bre­mer Nazi Han­nes Osten­dorf und sei­nen „Kate­go­rie C“.


Teile der Bre­mer Rei­se­gruppe beim HoGeSa-Auf­marsch in Köln (Okto­ber 2014)

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